06.01.2020

Ökobilanz - Wie umweltfreundlich Ihr E-Auto wirklich ist

Im Klimaschutzbericht von 2018 rechnet das Umweltbundesamt vor, dass der Verkehrssektor (ohne internationalen Flugverkehr) mit aktuell 29% an den Gesamtemissionen einer der wichtigsten Verursacher von Treibhausgasen in Österreich ist. Mit dem Elektromotor steht eine Technologie zur Verfügung, die das Potenzial hat, die Erdölabhängigkeit deutlich zu reduzieren. Wie aber steht es insgesamt um die Ökobilanz von E-Autos?
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1. Dieselskandal & CO: Abkehr von Verbrennungsmotoren

Der Verkehrssektor verursacht nicht nur fast ein Drittel der Treibhausgase, er ist auch der einzige Sektor, der seit dem Jahr 1990 einen deutlichen Anstieg um rund 67% zu verzeichnen hat. Die Treibhausgasemissionen des Pkw-Verkehrs (ohne sog. „Tanktourismus“) sind im Vergleich zum Jahr 1990 um mehr als ein Drittel gestiegen.*1

99% der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen stammen dabei aus dem Kfz-Verkehr (Auto, Bus, Lkw); mehr als die Hälfte hiervon aus dem Pkw-Verkehr. Derzeit ist der Verkehrssektor für 80% des österreichischen Erdölverbrauchs verantwortlich und trägt zudem maßgeblich zu gesundheitsgefährdenden Feinstaub- und Stickoxidemissionen (NOx) bei.*2

Die Umstellung des Antriebs auf erneuerbare Energie kann einen wichtigen Beitrag zur Klimafreundlichkeit des Verkehrs leisten. Weltweit ist der Trend Richtung Elektromobilität bzw. Elektroauto bereits erkennbar: Nicht nur infolge des Dieselskandals haben einige europäische Staaten bereits eine Abkehr von konventionellen Verbrennungsmotoren angekündigt.

 

Infografik über den Anteil des Verkehrssektors an den Treibhausgasen in Österreich
© Klima- und Energiefonds, Faktencheck E-Mobilität 2018

1.1 Der Beitrag von E-Fahrzeugen zur Reduktion von Treibhausgasen

Elektromotoren arbeiten leise und sind lokal abgasfrei, emittieren also im Betrieb selbst keine Luftschadstoffe. Damit reduzieren sie neben Verkehrslärm auch die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide (NOx).

Der Beitrag von E-Fahrzeugen zur Reduktion der Treibhausgase hängt stark davon ab, mit welchen Energieträgern der Strom davor produziert wurde. Die schlechte Nachricht lautet: Selbst Elektroautos können keine absolut emissionsfreie und ressourcenschonende Mobilität garantieren, da in der Produktionskette (Rohstoffgewinnung, Herstellung von Stahl oder Aluminium für die Akkus, etc.) ein teilweise sogar höherer Energiebedarf und damit sogenannte „graue Energie“ steckt, als in konventionellen Kfz.

Die gute Nachricht hingegen ist: Berücksichtigt man den gesamten Fahrzeuglebenszyklus (inkl. Produktion) sowie den heimischen Strommix (inkl. Importe), emittieren elektrisch betriebene Fahrzeuge um bis zu 90 Prozent weniger Treibhausgase, als fossil betriebene Fahrzeuge.

Bei der Gesamtökobilanz (Betrieb und Herstellung von Auto und Batterie) ist ein E-Auto der Kompaktklasse (beispielsweise VW Golf) bei österreichischem Strom-Mix mit rund 106 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer deutlich im Vorteil gegenüber dem Golf Diesel mit 215 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer.*3

Dieselfahrzeuge haben im Ökobilanz-Vergleich nicht nur die höchsten NOx-Emissionen, sondern stoßen den Großteil davon im täglichen Fahrbetrieb aus. Die NOx-Emissionen von E-Pkw resultieren im Wesentlichen aus der Stromproduktion.

Infografik über den Vergleich verschiedener Antriebe von Treibhaus- und Stickoxidemissionen
© Klima- und Energiefonds, Faktencheck E-Mobilität 2018

1.2 Woher soll der ganze Strom für mehr E-Autos kommen?

Auch wenn mit dem Umstieg auf Elektroautos ein höherer Strombedarf einhergeht, so ist diese Energie durch den höheren Wirkungsgrad im E-Auto weitaus effizienter eingesetzt, als im konventionellen Auto mit Verbrennungsmotor. Der Gesamtenergieverbrauch kann also durch einen Umstieg von fossil auf elektrisch betriebene Fahrzeuge gesenkt werden.

Die wichtigste Voraussetzung, um mit Elektromobilität das Klima zu schonen ist, dass der dafür benötigte Strom aus 100% erneuerbaren Energiequellen stammt. Wenn 10% aller Pkw in Österreich elektrisch fahren würden (im Vergleich zu heute sind das 5x so viele), wäre der jährliche Strombedarf (derzeit gesamt 70 TWh) rechnerisch um 1,3 TWh, also lediglich 1,8% höher.

Bei einer Million Fahrzeugen wären es 2,6 TWh oder 3,6%. Der Stromertrag einer kleinen Photovoltaikanlage (ca. 18 m2 Fläche und 2,6 kWp) deckt den Strombedarf eines E-Autos ab; jener eines 3 MW-Windrades den Bedarf von 2.700 E-Autos. Würden alle Pkw elektrisch fahren, würde der Strombedarf um rund 18% steigen. Angenommen wurde eine Jahresfahrleistung von 13.000 km und ein Fahrzeugbestand von 5 Mio. Pkw (Stand erstes Halbjahr 2017: 4,9 Mio.).*4

Prognosen einer Studie zufolge erwartet man im Jahr 2030 zwischen 278.000 und 500.000 Elektrofahrzeuge. Das bedeutet, der Strom aus erneuerbaren Energien reicht noch lange aus. 

Eine hundertprozentige Abdeckung des heimischen Strombedarfes mit erneuerbarer Energie wäre trotzdem ohne signifikante Mehrkosten bis zum Jahr 2030 machbar. Das zeigt eine 2017 durchgeführte Studie der TU Wien. Das Ökostrom-Potenzial liegt demnach im Jahr 2030 bei 31 TWh.*5

Hier kommt außerdem wieder die Batterie des E-Autos ins Spiel, deren Speicherkapazität zukünftig ein wertvoller Teil des intelligenten Stromnetzes sein kann.

 

Infografik über Strombedarf bei steigendem E-Auto-Bestand
© Klima- und Energiefonds, Faktencheck E-Mobilität 2018

1.3 Die vielen "Lifes" der E-Auto Batterie

Natürlich spielt auch die Batterie (derzeit vorrangig Lithium-Ionen-Batterien) sowohl in der gesamten Ökobilanz des E-Autos als auch in der Gesamtumweltbilanz eine wichtige Rolle, wobei die rasante Technologieentwicklung zu enormen Kosteneinsparungen sowie höheren Energiedichten von Batterien beiträgt.

Hinzu kommt, dass die Wiederverwertung ausgedienter Batterien weit besser ist als ihr Ruf. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Elektroauto-Batterie („First Life“) beträgt etwa 10 Jahre bzw. 4.000 Ladezyklen. Hersteller sprechen sogar davon, dass aktuell eingesetzte Batterien weit über diesen Zeitraum hinaus halten und für mindestens 150.000 km bzw. 15 Jahre ausgelegt sind. Nach diesem Zeitraum verfügt die Batterie noch über rund 80 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit und kann weitere 10 Jahre als stationärer Zwischenspeicher, etwa für Windkraft- oder PV-Anlagen, eingesetzt werden („Second Life“). 

Am Ende des Second Life werden die Rohstoffe alter Batterien größtenteils der Wiederverwertung zugeführt. Hohe Recyclingraten von Lithium-Ionen-Batterien sind technisch möglich, bislang existieren aufgrund des vorerst geringen Bedarfs jedoch erst wenige Recyclinganlagen. Die EU fordert im ersten Schritt eine Rückgewinnungsquote von 50%, bezogen auf das Batteriegewicht.*6

Die EU und weitere Staaten haben mit den Sustainable Development Goals (SDGs neue Ziele für den Klimaschutz gesetzt. Im nächsten Kapitel möchten wir uns ansehen, welche Ziele das sind und welche Rolle Elektroautos bei diesen Klimaschutzzielen spielen.

 

2. SDGs: Regierungen setzen sich für Klimaschutz und Elektroautos ein

Im September 2015 haben die Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Um die Ziele dieser Resolution zu erreichen, müssen alle Länder dieser Erde an einem Strang ziehen.

Berge Österreich

Das Neue an der Agenda 2030 ist ihr ganzheitlicher Ansatz: Wirtschaft, Soziales und Ökologie werden gleichrangig behandelt. Alle 193 Mitgliedsstaaten haben sich verpflichtet, die 17 Ziele, die Sustainable Development Goals (SDGs) umzusetzen. Dazu wollen die Mitgliedsstaaten auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene hinarbeiten – auch Österreich.

2.1 Klimaschutz ist dringendstes Ziel

Eines der wichtigsten Ziele der Agenda ist der Klimaschutz. So verlangt Punkt 13 der SDGs „umgehende Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen“. Die Ausgangslage erscheint dramatisch: 2013 lag der durch die Menschheit verursachte Ausstoß an Treibhausgasen bei 32,2 Mio. Tonnen CO2 – die Ökosysteme der Erde können aber maximal 14 Mio. Tonnen pro Jahr aufnehmen. Und der Ausstoß wächst weiter, weil auch das ökonomische Wachstum und der materielle Wohlstand rund um die Welt steigen.

Die Folgen sind schon jetzt zu beobachten: Wetterextreme und Dürreperioden nehmen zu, der Anstieg des Meeresspiegels macht den ersten Inselstaaten zu schaffen. Wissenschaftler halten einen maximalen Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen von 2 Grad für die maximale Größe, bei der die Veränderungen noch halbwegs beherrschbar bleiben, ein Wert, der aber nur durch eine deutliche Reduktion der Emission von Treibhausgasen erreicht werden kann.

2.2 Unterstützung durch die Regierung

Österreich, das mit 7,86 Tonnen CO2  pro Kopf deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 4,52 Tonnen liegt, steht im Angesicht dieser Zahlen vor der Aufgabe, bis 2050 fast vollständig aus den fossilen Brennstoffen auf Kohlenstoffbasis auszusteigen. Die gute Nachricht: Die entsprechenden Technologien und Konzepte sind bereits vorhanden. Sie müssen nur noch konsequent eingesetzt werden.

Dafür soll ein Ministerbeschluss vom Januar 2016 sorgen, der alle Bundesministerien zur Umsetzung der Agenda 2030 verpflichtet. Die Arbeitsgruppe „Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ veröffentlichte 2017 unter Vorsitz des Bundeskanzleramtes einen ersten Bericht über implementierte Maßnahmen. Seit 2005 ist in Österreich der Anteil erneu­erbarer Energien am Bruttoendenergiever­brauch von 23,9 % auf 32,6 % im Jahr 2017 stetig gestiegen.

Österreich hat sich im Rahmen des EU Klima- und Energiepaketes 2020 verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energie im nationalen Energiemix bis 2020 auf 34 % zu steigern. Zum Vergleich betrug der Anteil erneuerbarer Energie am Bruttoendenergieverbrauch der EU28 im Jahr 2016 laut Eurostat (2018) 17,0 %.*7 Die Regierung zeigt sich optimistisch, dass dieser Wert gesteigert und damit der österreichische Zielwert erreicht werden kann. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) unterstützt diese Bemühungen unter anderem mit dem Programm „Unternehmen Energiewende“.

2.3. Unternehmen sind gefordert

Doch die Ziele werden nicht, ohne Unternehmen zu erreichen sein. Das Ministerium ruft deshalb die österreichische Wirtschaft explizit auf, sich aktiv an der Energie­wende hin zu erneuerbaren Energieträgern, also weniger CO2-Ausstoß sowie mehr Energieeffizienz zu beteiligen. Unterstützt wird dies unter anderem durch die Klimaschutzinitiative »klimaaktiv«, die Umweltförderung im Inland, dem Klima- und Energiefonds der Österreichischen Bundesregierung und »Limane Austria«, einer Plattform zur freiwilligen Kompensation von CO2-Emissionen.

Der Autoverkehr gilt als einer der Hauptverursacher der Treibhausgase. Die Regierung setzt deshalb vor allem auch auf den Ausbau der Elektromobilität und sucht sich dazu Partner in der österreichischen Wirtschaft, wie etwa ASFINAG, ÖBB oder auch die OMV.

2.4 Ladeinfrastruktur ist das Um und Auf

Die OMV ist 40 prozentiger Teilhaber von SMATRICS und damit mit am Aufbau des flächendeckenden Hochleistungs-Ladenetzes in Österreich beteiligt, das mittlerweile aus mehr als 435 Ladepunkten besteht. Alle SMATRICS Ladepunkte werden zu 100 Prozent mit Ökostrom von Verbund gespeist und tragen damit effektiv zur Klimagas-Reduktion bei.

OMV ist auch strategischer Partner von IONITY, die sich zum Ziel gemacht hat, ein Ultra-Schnellladenetz in Europa aufzubauen. An dem Gemeinschaftsunternehmen ist unter anderem auch die BMW AG beteiligt, neben Daimler AG, Ford Motor Company und dem Volkswagen-Konzern. BMW gilt als ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität. So haben die Bayern bereits im Jahr 2014 einen Elektro-Scooter auf den Markt gebracht, der eine Leistung von 48 PS und Reichweite von 160 km mitbringt. Damit ist es das ideale Fahrzeug um vom Stadtrand in die Innenstadt zu pendeln. Es erzeugt keine Abgase und braucht zudem kaum Parkraum.

Für den Erfolg der Elektromobilität sieht BMW die Verfügbarkeit von Ladestationen als entscheidenden Faktor. Kunden, so glauben die Bayern, wechseln nur dann zu Elektrofahrzeugen, wenn sie auch eine ausreichende Ladeinfrastruktur vorfinden. Um diese zu fördern ist der Autobauer beispielsweise mit der Stadt Hamburg eine strategische Partnerschaft eingegangen. Die Stadt Hamburg hat sich verpflichtet, die öffentliche Ladeinfrastruktur massiv auszubauen und Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge und Elektrofahrzeuge zu privilegieren.

Um die grundlegende Wende im Verkehrssektor zu erreichen, bedarf es neben dem Einsatz von E-Fahrzeugen auch einer effizienten nachhaltigen Energiegewinnung und Speicherung. Im nächsten Kapitel möchten wir daher über Möglichkeiten der eigenen Stromgewinnung und Photovoltaik sprechen.  

3. So gelingt die Energiewende im Verkehr

Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien - Blick in die Zukunft

Wären in Österreich die Hälfte aller 4,8 Millionen PKW elektrisch betriebene Modelle, würde der gesamte Jahresbedarf an elektrischer Energie um rund 8% ansteigen. Daher setzen Energieversorgungsunternehmen auf Photovoltaikanlagen auf Häuserdächern, Parkplätzen und Industriegebäuden, um die direkte Nutzung der Sonnenenergie zum Laden der Elektroautos zu nutzen.

3.1 Eine eigene Stromtankstelle betreiben

Infografik über Stromspeicher Photovoltaikanlage

Immer mehr private Haushalte installieren Photovoltaikanlagen, um die Sonnenenergie effizient zu nutzen. Ein dabei installierter Stromspeicher, welcher als Zwischenspeicher dient, ermöglicht die Nutzung des Stroms für das E-Auto während der Nacht oder an sonnenscheinarmen Tagen. Der Speicher kann außerdem höhere Ladeleistungen in Kombination mit dem Netz bereitstellen. 

Durch die Integration einer Wallbox ist es möglich, 9 Mal schneller als an einer haushaltsüblichen Steckdose zu laden. Die Box garantiert das sichere Laden, ohne dabei den Hausstromkreis zu überlasten.

Sollte die produzierte Energie nicht benötigt werden und der Stromspeicher bereits voll sein, wird die überschüssige Energie ins Netz gespeist und anderen Haushalten zur Verfügung gestellt. Stromproduzenten, wie auch der VERBUND, bieten Abnahmeverträge an. So produziert man seinen eigenen Strom und erhält bei Einspeisung ins Netz eine Vergütung pro abgegebene kWh

3.2 Die E-Flotte mit eigenem Strom versorgen

Einige Unternehmen haben bereits die Effizienz und Nachhaltigkeit von E-Fahrzeugen in Kombination mit der Stromproduktion durch Photovoltaik erkannt. Eine Vorreiterrolle übernimmt hier die Post AG. Sie besitzt und betreibt Österreichs größte E-Flotte mit über tausend E-Fahrzeugen. Dafür wurde auf dem Briefzentrum in Wien-Inzersdorf eine der größten Aufdach-Photovoltaikanlagen Österreichs errichtet, welche eigenen Strom für das Laden der E-Flotte bereitstellt.

E-Flotte der österreichischen Post AG
© Österreichische Post AG

3.3. Das E-Fahrzeug als Stromspeicher

Neben dem höchst erfolgreichen Einsatz von Photovoltaik werden auch weitere Stromspeichermethoden getestet, um künftig die Kapazitäten verwalten zu können. Gesteuertes Laden ist dabei eine der Zukunftsversionen. Hier werden durch Steuerungs- und Regulierungsmechanismen Spitzenlasten bewältigt sowie eine bedarfsgerechte Energierückspeisung aus E-Auto-Batterien gewährleistet.

Im nächsten Abschnitt möchten wir über Möglichkeiten sprechen, wie Unternehmen mit Elektroautos energiesparen und somit ihren CO2-Footprint senken können.

 

4. Wie Unternehmen mit Elektroautos energiesparen

Experten rechnen damit, dass im Jahr 2030 20 Prozent der österreichischen Autos Elektroautos sein werden. Eine komplette Umstellung auf Strom als Antriebsquelle wird vermutlich erst in den Jahren nach 2050 Realität werden. Zeit genug also, das Potenzial der erneuerbaren Energien auszuschöpfen.

Photovoltaik Anlage

Eine besondere Bedeutung kommt hierbei der Solartechnik und den Unternehmen zu. Fabrikdächer etwa bieten jede Menge Platz für die Errichtung einer neuen, umweltfreundlichen Solaranlage, die Unternehmen hilft, ihren CO2-Footprint kleiner zu machen und ihre CSR-Ziele zu erreichen. Der von den Anlagen erzeugte Solarstrom wird dabei nicht nur für die Versorgung von Büro und Produktionsanlagen verwendet, sondern zunehmend auch zum Laden einer E-Fahrzeugflotte.

Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist hier wieder einmal die Österreichische Post AG. Das Unternehmen hat im Herbst 2013 eine der größten Photovoltaikanlagen Österreichs im Rahmen des Programms „E-Mobility Post“ auf dem Briefzentrum in Wien errichtet. Das Logistikzentrum verfügt über eine Dachfläche von rund 30.000 Quadratmetern. Die Photovoltaikanlage mit 882 Kilowatt Peak beansprucht dabei etwa die Hälfte der Dachfläche.

4.1 Vorteile auch für KMU

Eine nachhaltige Strategie zahlt sich aber nicht nur für große Unternehmen aus. Bereits eine Anlage mit 5 Kilowatt Peak liefert genug Strom, um einem durchschnittlichen E-Fahrzeug mit einem Verbrauch von 17 kWh pro 100 km pro Monat 2.500 km Reichweite zu bieten – und das ohne zusätzliche Kosten.

Die Vorteile:

  • Damit lassen sich die Ausgaben eines kleinen Handwerksbetriebes, der typischerweise meist seine Kunden innerstädtisch oder im näheren Umkreis hat, senken.

  • An betriebsfreien Tagen kann der überflüssige Strom zudem in das Netz eingespeist werden und so bares Geld mit der Anlage verdient werden.

  • Viele Gemeinden gewähren Elektrofahrzeugen vergünstigte Parkgebühren oder öffnen Zufahrten, die für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gesperrt sind.

Photovoltaikanlage Sonnenenergie

4.2 Individuelle Planung für Photovoltaikanlagen ist alles

Prinzipiell gilt: Bei der Planung einer solchen Anlage sollte man sich von dem tatsächlichen Verbrauch und nicht von den Einspeisetarifen leiten lassen. Gewerbliche Unternehmen können in der Regel von ihrem Energieversorger ein Lastprofil anfordern und so ihren Stromverbrauch über den Tag verteilt auswerten. Auf dieser Basis lässt sich die PV-Anlage dann optimal planen.

Auch die Frage, wann sich eine solche Anlage rentiert, ist nur individuell zu beantworten. Prinzipiell ist es aber möglich, vor allem auch dank gesunkener Herstellungskosten und gesteigerter Qualität der Bauteile, eine solche Anlage mit einer akzeptablen Rendite zu betreiben. Grob gerechnet amortisiert sich die Anlage nach zehn bis 13 Jahren, nach dieser Zeit produziert sie aber noch mindestens zehn weitere Jahre kostenlose Energie, die für das Unternehmen genutzt werden kann.

Wie wichtig es heutzutage ist, Elektromobilität in der CSR-Strategie zu verankern, erfahren Sie im nächsten Abschnitt unseres Berichts.

5. Warum Elektromobilität ein Teil Ihrer CSR-Strategie sein sollte

Elektromobilität kann für CSR Manager ein bedeutender Baustein sein, um den ökologischen Footprint Ihres Unternehmens zu verringern. Genauso wie die Frage, wie der zusätzliche Strombedarf für Elektromobilität ökologisch erzeugt werden kann. Photovoltaik und Elektromobilität sind im Unternehmenskontext eine perfekte Kombination.

Frau lädt E-Auto

2015 haben sich alle 193 UNO Mitgliedsstaaten verpflichtet, die 17 Ziele, die Sustainable Development Goals (SDGs) umzusetzen. Der Autoverkehr gilt als einer der Hauptverursacher der Treibhausgase. Die Regierung setzt deshalb vor allem auch auf den Ausbau der Elektromobilität und sucht sich dazu Partner in der österreichischen Wirtschaft. 

5.1 Das Problem

Das Engagement in Sachen Corporate Social Responsibility zahlt sich in der Regel nicht unmittelbar aus. Manager, die daran gewöhnt sind, dass sich Aktivitäten in einem ROI niederschlagen, beäugen CSR oft kritisch.

Dabei ist Nachhaltigkeit ein Thema, das immer stärker auch in die Vermarktung des eigenen Unternehmens mit einfließt. Ein Unternehmen, das sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist und diese auch wahrnimmt, gewinnt aufgrund dieser Tatsache an Reputation und Image. Das steigert die Kunden-, genauso wie die Mitarbeiterbindung.

5.2 Wann sich die Umstellung auf Elektromobilität auszahlt

Die Umstellung auf E-Mobilität ist vor allem für Unternehmen attraktiv, bei denen die Standzeiten der Fahrzeuge lang, die Fahrstrecken hingegen kurz sind.

„E-Autos sind speziell im innerstädtischen Verkehr interessant und eignen sich hervorragend als Poolautos. Aber auch für regional tätige Unternehmen, deren Einsatzgebiete nahe beieinanderliegen, bieten Elektrofahrzeuge großes Potenzial“ sagte Martin Kössler, Geschäftsführer ALD Automotive gegenüber der Online-Ausgabe von „Die Wirtschaft“.

 
DIE VORTEILE
  • Elektroautos sparen Energie.

  • E-Autos sind leise und verursachen keinerlei lokale Schadstoff – oder Treibhausgasemissionen.

  • Die Batteriesysteme sind ungiftig und lassen sich praktisch vollständig recyceln.

  • Elektromobilität spart Geld: Trotz höheren Anschaffungskosten sind Elektroautos schon nach heutiger Rechnung nach acht Jahren fast 16 Prozent günstiger bei den Gesamtkosten, als ein vergleichbarer Benziner.

 

Die Gründe: Wartungs- und Verbrauchskosten sind niedriger, hinzu kommen umfangreiche steuerliche und staatliche Förderungen. Der Kostenvorteil wird daher in den kommenden Jahren noch größer werden, denn während die Gesamtkosten für Wagen mit Verbrennungsmotor weitgehend stabil bleiben oder steigen, werden die für Elektroautos sinken, vor allem, weil die Batterien, die heute der größte Kostentreiber sind, immer günstiger werden.

Infografik über Wartungs- und Energiekosten zwischen Verbrennungsmotor und Elektromotor

Einziger kritischer Punkt von Elektroautos sind die verwendeten seltenen Erden, die nur unter hohem Aufwand von chemischen Mitteln und damit verbundener Umweltbelastung gewonnen werden. Unter dem Strich überwiegen hier aber ganz klar die Vorteile.

5.3 1000 Elektroautos für die ASFINAG

Zu den Unternehmen, die diese Vorteile bereits nutzen, gehört etwa auch die ASFINAG. Laut Geschäftsführer Josef Fiala sollen bis zum Jahr 2020 20 Prozent des eigenen Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. In Summe sind das 1000 Fahrzeuge. Für die Stromversorgung hat die Infrastrukturgesellschaft zusammen mit Siemens bereits an 47 Standorten Schnellladestationen errichtet.

Aber auch Unternehmen, die ihren Fuhrpark (noch) nicht umstellen wollen, sollten über Elektromobilität nachdenken. Hotels, Schnellrestaurants oder Supermärkte, die ihren Gästen und Kunden Ladestationen zur Verfügung stellen, profitieren vom grünen Image genauso, wie Kommunen, die die Technologie fördern.

5.4 Wichtig ist die Nachhaltigkeit von Stromquellen

Eines sollte nicht unterschlagen werden: Elektromobilität ergibt nur dann Sinn, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. In Österreich sind das vor allem Wasserkraft, Windkraft und Solartechnik. Schon heute hat Österreich einen sehr hohen Stromanteil aus erneuerbaren Energien.

Wenn 10 Prozent aller Pkw in Österreich elektrisch fahren würden, wäre der jährliche Strombedarf um 1,8 Prozent höher. Bei einer Million Fahrzeugen wären es 3,6 Prozent. Wie eine aktuelle Studie der TU Wien zeigt, ist eine 100%ige Abdeckung des heimischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis zum Jahr 2030 umsetzbar. Dabei wurde ein Elektroautoanteil von 30 Prozent angenommen.

Es ist also durchaus machbar, dass der zusätzlich benötigte Strom aus erneuerbarer Energie kommt. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass in den nächsten Jahren weitere Optimierungen in den kommenden E-Fahrzeuggenerationen zu erwarten sind, die den Strombedarf noch geringer ausfallen lassen können.

5.5 Fazit

Unternehmen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und diese auch wahrnehmen, gewinnen aufgrund dieser Tatsache an Reputation und Image. Das steigert die Kunden-, genauso wie die Mitarbeiterbindung. Zusätzlich führt Elektromobilität langfristig zu einer Kostenersparnis, die in den nächsten Jahren immer größer werden wird.

Wie sich dies auf Ihr Unternehmensimage auswirkt, lesen Sie unter Punkt 6: E-Autos und ihre positive Wirkung auf das Image des Unternehmens.

6. E-Autos und ihre positive Wirkung auf das Image des Unternehmens

„Du bist, was Du fährst“ lautet das Motto, wenn es um die Außenwirkung von Elektromobilität geht, deren Eigenschaften wiederum das Image des Unternehmens positiv beeinflussen. Unternehmen, die sich in Sachen Elektromobilität engagieren, können damit in vielerlei Hinsicht beweisen, dass sie Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz ernst nehmen.

Frau im Elektroauto
© Verbund

6.1 Positive Aussenwirkung

Immer mehr Flottenbetreiber, darunter namhafte Unternehmen wie UPS, Schachinger Logistik oder die Post AG, setzen auf Elektromobilität und nutzen die Vorteile, um etwa Klimaziele zu erreichen und so ihrem Image einen nachhaltigen Fußabdruck zu verpassen.

Die positiven Auswirkungen sind nicht nur für die Mitarbeiter spürbar, die den elektromobilen Fahrspaß genießen, was sich in einer hohen Zufriedenheit ausdrückt.

Infografik über die Zufriedenheit bei Elektroautos
© Klima- und Energiefonds: Faktencheck Energiewende 2018

Elektroautos sind außerdem leiser, umweltfreundlicher und effizienter als herkömmliche Autos mit Verbrennungsmotor. Unternehmen, die einen elektromobilen Fuhrpark betreiben, bekommen darauf auch positive Rückmeldungen.

Infografik über die Kundenzufriedenheit bei Einsatz von E-Fahrzeugen
© Klima- und Energiefonds: Faktencheck Energiewende 2018

Darüber hinaus finden auch Unternehmen, die sich in anderer Hinsicht in Sachen Elektromobilität engagieren, öffentliche Beachtung. Für das Engagement bei der Finanzierung der europäischen Formel E gab es für die voestalpine eine Auszeichnung in Form eines im österreichischen CSR Guide veröffentlichten Berichts.

6.2 Erfüllung von CO2-Vorgaben

2015 haben sich alle 193 UNO Mitgliedsstaaten verpflichtet, die 17 Ziele, die Sustainable Development Goals (SDGs) umzusetzen. Darunter fallen etwa

  • die Bekämpfung des Klimawandels sowie

  • der Schutz und die Wiederherstellung der Ökosysteme und der Biodiversität.

Diese Ziele schlagen sich auch in den Vorgaben und Verordnungen der EU nieder, denn EU-weit liegen die Emissionen aus dem Verkehr derzeit knapp 20% über dem Niveau von 1990. Der Verkehr ist hier für rund 20% der Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich. Um die erforderlichen Emissionsreduktionsziele dennoch zu erreichen, soll laut Europäischer Kommission etwa die Zahl der mit konventionellem Kraftstoff betriebenen Pkw im Stadtverkehr bis zum Jahr 2030 halbiert und 20 Jahre später vollständig auf solche Fahrzeuge verzichtet werden; städtische Logistik soll bis zum Jahr 2030 vollständig CO2 -frei abgewickelt werden.*8

Bereits im Jahr 2020 soll die europäische Neuwagenflotte im Schnitt höchstens 95 Gramm CO2 pro Kilometer verursachen. Weitere Vorgaben für die Jahre 2025 sowie 2030 werden folgen. Diese Ziele sind ausschließlich mit mehr Elektrofahrzeugen erreichbar.

6.3 Auszeichnung für Umweltbewusstsein

Wer Elektromobilität in seinem Unternehmen umsetzt, eröffnet sich damit Chancen auf diverse Auszeichnungen, etwa das Umweltzeichen, dem unabhängigen Gütesiegel für Umwelt und Qualität vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, der VCÖ-Mobilitätspreis oder die Aufnahme in die Mitgliederliste des klimaaktiv mobil Netzwerks, bei dem man auch professionelle Unterstützung für das eigene Klimaschutzprojekt sowie gute Beispiele zum Nachahmen findet.

6.4 Fazit

Ein ernst gemeintes Engagement in Sachen Elektromobilität spiegelt das Verantwortungsbewusstsein eines Unternehmens und die Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung mit den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit eindrücklich wieder. Dieses Engagement wird auch ausgezeichnet – und überlegen Sie, wie Sie es auch selbst wahrnehmen: ein unabhängiges Gütesiegel oder eine verliehene Auszeichnung schafft Vertrauen. Mit Elektromobilität haben Sie einen Schlüssel in der Hand, der viele Türen öffnet und Vertrauen schafft.

*1 Umweltbundesamt: Klimaschutzbericht 2018, Wien 2018

*2 Klima- und Energiefonds: Faktencheck E-Mobilität (vgl. VCÖ-Publikation „Klima und Energie – Potenziale im Verkehr“, Wien 2017), Wien 2018

*3 Arbeiterkammer Österreich, E-Autos Gesamt Ökobilanz 2019

*4 Mit 20 kWh/100km wurde für die zukünftige Entwicklung ein höherer durchschnittlicher Stromverbrauch kalkuliert als bei den meisten derzeit am Markt erhältlichen E-Autos (rund 15 kWh/100km).

*5 TU Wien: Stromzukunft Österreich 2030, Wien 2017

*6 E. Rahimzei (VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.): Begleit- und Wirkungsforschung Schaufenster Elektromobilität (BuW) Ergebnispapier Nr. 37, Sicherheit von Elektrofahrzeugen, Berlin 2017

*7 Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus: Erneuerbare Energie in Zahlen 2018

*8 Klima- und Energiefonds: Faktencheck E-Mobilität

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