08.01.2021

Der Weg zur eigenen Wallbox in Wohnanlagen

Oft sind die fehlenden Lademöglichkeiten bei Wohnungen der Grund, weshalb sich einzelne oder mehrere Mieter kein Elektroauto anschaffen möchten. Auf rechtlicher Seite wird stark daran gearbeitet, mehr Anreize dafür zu schaffen. An wen Sie sich als Mieter in solch einer Situation wenden können und welche Schritte Sie selbst initiieren können, zeigen wir Ihnen hier. Außerdem geben wir Ihnen eine "Starthilfe" zur Verfügung, um auch Ihren Aufwand so gering wie möglich zu halten.
smatrics wallbox bei wohnungen

Wohnen bedeutet laden

Die E-Mobilität erobert immer mehr Bereiche unseres Lebens – besonders das Wohnen. Die bequemste und meist auch günstigste Möglichkeit, ein E-Fahrzeug aufzuladen, ist die eigene Steckdose. Daher wünschen sich immer mehr Mieter und Eigentümer Lademöglichkeiten wie Wallboxen für ihre privaten Parkplätze.

Rechtliche Situation - was Sie wissen müssen

Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt und sein Elektroauto aufladen will, muss derzeit noch die einstimmige Einwilligung der anderen Eigentümer einholen. Das wird sich in Zukunft ändern:

Basierend auf dem „Right to plug“ (dem Recht, zu laden) in der EU-Gebäuderichtlinie von 2018 hat die österreichische Bundesregierung im März 2020 einen Gesetzentwurf für den Anspruch auf private Lademöglichkeiten auf Gemeinschaftsflächen erstellt. Anstelle der Einstimmigkeit soll bald eine mehrheitliche Zustimmungspflicht ausreichen.

Schon heute hat jeder Wohnungsbesitzer in Österreich allerdings das Recht, eine einphasige Lademöglichkeit bis 3,7 kW ohne Zustimmungspflicht zu installieren1. Das entspricht der Leistung einer haushaltsüblichen Steckdose. Wir empfehlen zwar Wallboxen mit 11 kW, da 3,7 kW für heutige Fahrzeugmodelle und Nutzungsweisen etwas langsam ist. Wenn Sie allerdings keine Zustimmung Ihrer Nachbarn bekommen, können Sie sich auf dieses OGH-Urteil von Dezember 2019 berufen.

Schritt für Schritt zur eigenen Wallbox

1. Hausverwaltung oder -eigentümer involvieren

Aktuell dürfen Sie in Wohnhäusern mit mehr Parteien eine Wallbox nicht im Alleingang installieren lassen. Sie müssen hierzu vorher die Zustimmung aller Eigentümer einholen. Kontaktieren Sie am besten Ihre Hausverwaltung und fragen Sie nach.

2. Informieren & Zustimmung aller Miteigentümer einholen

Informieren Sie die zuständigen Personen über die Vorteile, die Wallboxen bei Wohnungen mit sich bringen. Vorteile sowie häufig gestellte Fragen finden Sie im unteren Abschnitt des Blogartikels.

3. Planen, errichten & laden

Wir nehmen Ihrer Eigentümergemeinschaft gerne den Planungsprozess und die Umsetzung ab. Mit unserem Produkt RESIDENTIAL CHARGING bieten wir ein Komplettpaket von der Beratung bis zum Laden.

e-ladestationen in mehrparteienhäusern

Das Produkt „RESIDENTIAL CHARGING“ von SMATRICS

Mit RESIDENTIAL CHARGING bietet SMATRICS ein Komplettpaket speziell für das Laden in Wohngebäuden – sowohl für bestehende als auch Neubauten. Wir sind ein zentraler Ansprechpartner für alles: Planung, Umsetzung, Betrieb bis zur Abrechnung und Nutzerfragen.

Vorteile für Mieter/Wohnungseigentümer

  • exakte Abrechnung nach kWh beim Heimladen
  • eine Karte für alles: Laden zu Hause, in Österreich und im Ausland
  • vergünstigte Konditionen für Ladungen im SMATRICS Netz
  • 24/7-Hotline für alle Anliegen

Allgemeine Vorteile

  • ein Ansprechpartner für die gesamte Umsetzung
  • Projektierung durch E-Mobilitätsexperten
  • Beratung über Hardware, elektrotechnisches Konzept und bauliche Maßnahmen
  • keine zusätzlichen Fixkosten für den Betrieb der Ladepunkte
  • kein Aufwand bei der Stromabrechnung

FAQ's zu RESIDENTIAL CHARGING

Wem gehört die Wallbox und wer übernimmt die Kosten dafür?

Die Investition besteht aus drei Teilen: Hardware (Wallbox), Installationsdienstleistung und Netzanschluss. Die gesamte Investition bewegt sich meist im mittleren vierstelligen Bereich pro Box. Wenn mehrere Wallboxen gleichzeitig in einem Wohnhaus installiert werden, sinken natürlich die Installationskosten pro Box signifikant.

Bei der Kostenübernahme bestehen mehrere Möglichkeiten:

  • Entweder der Hauseigentümer übernimmt die anfallenden Aufwände und kalkuliert den Mehrwert in die jeweiligen Kaufpreise oder Mieten ein.
  • Oder die Wohnungseigentümer bzw. Mieter initiieren die Anschaffung von Ladestationen und kommen selbst für die Kosten auf – die Wallboxen befinden sich dann auch in deren Eigentum.

Jede Wohnsituation ist unterschiedlich – hier ist es wichtig, dass Hausverwaltung, Besitzer und Mieter miteinander kommunizieren. Wir stellen Ihnen gerne eine Briefvorlage zur Verfügung, mit welcher Sie sich an Ihre Hausverwaltung wenden können.

Briefvorlage herunterladen

Wie wird der Strom abgerechnet?

Der Abrechnungsprozess ist wie folgt definiert, um den Aufwand für Hausverwaltungen minimal zu halten:

  1. Jeder Mieter/Wohnungseigentümer authentifiziert sich mittels einer eigenen Ladekarte an der Wallbox. Die geladenen kWh werden monatlich an SMATRICS gezahlt.
  2. Der verwendete Strom wird zunächst ähnlich wie der Allgemeinstrom von der Hausverwaltung bezahlt.
  3. SMATRICS refundiert dann jedes Monatsende den Gesamtbetrag aller Ladungen zu einem vorgegebenen kWh-Satz an die Hausverwaltung.

Gibt es auch Förderungen für Ladestationen und Wallboxen?

Ja, die Förderung für private Ladestationen und Wallboxen in Mehrparteienhäusern beträgt 1.800 Euro. Details finden Sie hier. SMATRICS steht Ihrer Hausverwaltung nach der Bewilligung Ihrer Förderung als erfahrener Umsetzungspartner an der Seite, um die Wohnung bzw. den Parkplatz zu Hause mit Wallbox noch attraktiver zu gestalten.

Welchen Vorteil bietet eine Wallbox gegenüber einer Steckdose?

SICHERHEIT
  • Was ist der große Unterschied zwischen einer Waschmaschine und einem E-Auto, die an der Steckdose angesteckt sind? Beide bekommen 3,7 kW – aber während die Waschmaschine diese Leistung sehr kurz braucht, beansprucht das E-Auto die gleiche Leistung über einen viel längeren Zeitraum. Das kann zu Überhitzungen führen und ist gefährlich.
  • Eine Wallbox entspricht einer mehrfach abgesicherten „Steckdose“, die speziell für das Laden von Elektroautos entwickelt wurde und alle Sicherheitskriterien erfüllt.
  • Im Gegensatz zur normalen Steckdose hat eine Wallbox oder Ladestation keine stromführenden Teile, solange kein Elektroauto angeschlossen ist. Selbst wenn ein Draht oder Schraubenzieher die Kontakte berührt, kann nichts passieren, da kein Strom fließt.
AUTORISIERUNG Nur autorisierte Personen können die Wallboxen nutzen. Fremden Personen bleibt der Zugriff verwehrt. Außerdem können auch andere Geräte nicht angeschlossen werden.
ÜBERWACHUNG Das Elektroauto wird während des gesamten Ladevorgangs an der Wallbox elektronisch überwacht. Bei Störungen oder einer Fehlermeldung wird der Ladevorgang sofort beendet.
LADEDAUER Das Wichtigste zum Schluss: Eine Ladestation oder Wallbox verkürzt die Ladezeit, weil sie mehr als 3,7 kW liefern kann. Dadurch entstehen für den Nutzer mehr Komfort und Flexibilität.

 

Fazit

Der Bedarf nach Lademöglichkeiten in Wohnungen ist deutlich vorhanden und es werden auf rechtlicher Seite Schritte eingeleitet, damit dies auch einfacher abgewickelt wird. Wenn Sie als Mieter eine Wallbox in Ihrer Garage bzw. Parkmöglichkeit möchten, wenden Sie sich an Ihre Hausverwaltung - eine dementsprechende Ausfüllhilfe stellen wir Ihnen kostenlos zur Verfügung. Sobald das Projekt imitiert ist steht SMATRICS für die Umsetzung bereit.

Button Download Leitfaden Wollbox Mieter

Quellen und Verweise

1 OGH Urteil Dez 2019

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