25.11.2020

Überblick: Was ist Lastmanagement?

E-Autos können binnen kurzer Zeit große Mengen an Energie aufnehmen. Das bringt besondere Herausforderungen mit sich, denn das E-Auto ist nicht der einzige Verbraucher in der Immobilie. Hier kommt Lastmanagement, auch „Smart Charging“ oder Lademanagement genannt, ins Spiel: Eine intelligente Steuerung führt zu einer optimalen Nutzung Ihres Netzanschlusses. Im ersten Artikel der SMATRICS Blogreihe #Lastmanagement geben wir Ihnen einen umfassenden Überblick.
E-Autos laden Lastmanagement

SMATRICS BLOGREIHE #LASTMANAGEMENT

In der SMATRICS Blogreihe zum Thema Lastmanagement informieren wir Sie umfassend über das intelligente Laden von E-Autos. Wir klären allgemeine begriffliche Definitionen, informieren über Vorteile und zeigen Einsatzbereiche und Anwendungsfälle auf.

Weiterführende Artikel zum Thema können Sie am Ende des Artikels unter „Tags“ aufrufen. Wenn Mit unserem Blogartikel-Abo verpassen Sie keinen Beitrag und Sie erhalten die spannendsten E-Mobility News immer vor allen anderen.

REICHT DER STROM?

Ein E-Auto kann an einem High Power Charger mit bis zu 350 kW laden. Das entspricht einem Stromverbrauch von etwa 200 Föns, 100 Backöfen oder 25 000 Handyladegeräten. Wenn man sich jetzt vorstellt, dass zum Feierabend viele Elektroautos zur selben Zeit geladen werden sollen, kommen Ängste auf. Können unsere Stromnetze diese zusätzliche Last überhaupt stemmen? Die Antwort ist kurz und lautet: ja.

Wenn 10% aller Pkw in Österreich elektrisch fahren würden, wäre der jährliche Strombedarf (derzeit gesamt 70 TWh) rechnerisch um 1,3 TWh, also lediglich 1,8% höher. Bei einer Million Fahrzeugen wären es 2,6 TWh oder 3,6% Würden alle Pkw in Österreich elektrisch fahren, würde der Strombedarf um rund 18% steigen.*1

*Angenommen wurde eine Jahresfahrleistung von 13.000 km und ein Fahrzeugbestand von 5 Mio. Pkw, Stand 2018

Elektromobiliät Ökostrom

KOMPONENTE: GRÜNER STROM

Voraussetzung für eine klimaschonende E-Mobilität ist, dass der dafür benötigte Strom aus (zusätzlichen) Ökostromanlagen stammt. Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, den Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 zu 100% aus erneuerbaren Energien abzudecken. Mittlerweile liegt der Anteil für Strom aus erneuerbaren Quellen, wie beispielsweise Windkraft oder Photovoltaik bei 78%. Wir befinden uns also auf einem sehr guten Weg die Zielwerte zu erreichen.2

WAS IST LASTMANAGEMENT?

Unter Lastmanagement versteht man eine aktive Steuerung des Stromverbrauchs. Ziel dabei ist, die Netzanschlussleistung des Gebäudes nicht zu überschreiten und dabei die zur Verfügung stehende Leistung möglichst optimal auf alle Verbraucher zu verteilen. Dadurch bleiben die Netzkosten (Bereitstellung und Nutzung) niedrig und planbar, außerdem werden individuelle Priorisierungslogiken möglich.

Wenn es also zu bestimmten Tageszeiten dazu kommt, dass viele Elektrofahrzeuge zur gleichen Zeit laden müssen – oder dann laden, wenn andere Stromverbraucher ihren Maximalverbrauch haben (Hotelküchen, Klimaanlagen, Wohnanlagen nach der Arbeit etc.) reguliert das Lastmanagementsystem die Ladeleistung und vermeidet so teure Lastspitzen.

ausbaufähige ladeinfrastruktur ermöglichen
Smart Charging am Beispiel eines Mehrparteienhauses

Vetriebsleiter Ronald Lausch erklärt in diesem kurzen Video wie Lastmanagement funktioniert und welche Vorteile es bringt, den Energieverbrauch beim Einsatz mehrerer Ladestationen zu regeln.


UNTERSCHIED STATISCHES & DYNAMISCHES LASTMANAGEMENT

Das Lastmanagement lässt sich in zwei Arten unterscheiden: statisch und dynamisch.

Statisches Lastmanagement

ist eine einfache, aber zugleich unflexible Form des Lastmanagements. Dabei wird der maximale Ausgangsstrom für jede Box (oder eine Gruppe an Boxen) einmal fix eingestellt und zum bestehenden Netzanschluss für den Standort addiert. Die restlichen Hausverbraucher werden nicht miteinbezogen. Zusätzliche freie Leistung am Hausanschluss (z. B. kaum Verbrauch in der Nacht) wird nicht für das Laden genutzt.

Statisches Lastmanagement ist also ideal

  • für kleinere Anlagen,
  • überall dort, wo andere Verbraucher eine gleichmäßige Grundlast haben (z. B. Lüftungsanlage, Gebäudetechnik) und
  • wo der Netzanschluss relativ einfach erweiterbar ist.

Dynamisches Lastmanagement

passt das verfügbare Maximum an Ladeleistung für die E-Autos laufend an. Anstatt die Ladeinfrastruktur nur auf ein statisches Maximum einzustellen, wird ein globales Maximum gesetzt, das andere Verbraucher (Lift, Klimaanlagen etc.) miteinbezieht.

Falls Leistungsspitzen über dem Maximum entstehen würden, werden die Ladestationen hinuntergeregelt. Dadurch werden Leistungsspitzen abgemildert und auf eine längere Zeitspanne verteilt, in der andere Verbraucher weniger Leistung beziehen. Bei dieser Form steht für die Ladeinfrastruktur steht potenziell wesentlich mehr Leistung zur Verfügung.

Das wesentlich flexiblere dynamische Lastmanagement ist also ideal

  • für große Wohnanlagen
  • gewerbliche Immobilien wie zum Beispiel Bürogebäude oder Hotels.

Zusammengefasst heißt das: Im Gegensatz zum statischen Lastmanagement wird beim dynamischen Lastmanagement die Belastung des Gesamtanschlusses eines Gebäudekomplexes betrachtet. Freie Kapazitäten am Hausanschluss, beispielsweise bei einem niedrigen Verbrauch in der Nacht, können für das Laden der E-Autos genutzt werden.

Download Button Lastmanagement Leitfaden

FAZIT

Lastmanagement ermöglicht sorgenfreies und zuverlässiges Laden ohne Ihren Stromanschluss zu überlasten. Im Bereich des Lastmanagements bietet SMATRICS eine an Ihre Bedürfnisse angepasste Lösung an. Wir beraten Sie herstellerunabhängig, kümmern uns um Implementierung und Dokumentation (Ausbaustufenplan) und sind Ihr Ansprechpartner für alle Fragen.

Bleiben Sie dran!

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