12.10.2020

E-Mobilität im Wohnbau: 8 Antworten für Immobilienentwickler

Bei der Vielzahl an Neubauten und Gebäudesanierungen ist die Baubranche gefordert, Trends, neue Innovationen und Technologien zu erkennen und diese in ihre Baukonzepte einfließen zu lassen. Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge ist dabei zu einem wesentlichen Bestandteil geworden. Aber welche rechtlichen Aspekte, baulichen Parameter und Kosten sind bei der Realisierung von E-Ladestationen in Wohnbauten zu beachten?
immobilie modern mit e-ladestationen

Für eine energieeffiziente Zukunft

Immobilieneigentümer und -Entwickler stehen heute vor der großen Herausforderung, ökologisch nachhaltige Konzepte bei der Planung und Realisierung von Gebäuden zu berücksichtigen. Eine Investition in Elektromobilität zahlt sich nicht nur aus, weil sie zukunftsfähig ist und die Zahl an Elektroautos stetig steigt, sondern weil sie damit auch eine kaufkräftige Zielgruppe ansprechen.

Elektromobilität im Wohnbau integrieren

Österreichs Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden – hier leisten nachhaltige Mobilitätskonzepte und damit Elektromobilität natürlich einen großen Beitrag. Damit E-Mobilität auch im Alltag funktioniert, braucht es ein flächendeckendes Ladenetz. Neben Schnelllademöglichkeiten im öffentlichen Raum, muss es auch Möglichkeiten geben dort zu laden, wo man über längere Zeit verweilt. Da bietet sich der eigene Parkplatz oder Garage natürlich sehr gut an. Deshalb spiel die organisatorische und technische Integration von Ladestationen und Wallboxen für Elektroautos in Wohnimmobilien (Mehrparteienhäuser) schon jetzt eine große Rolle.

SMATRICS hat die 8 häufigsten Fragen für Immobilienentwickler & Projektleiter zusammengefasst. Wir erklären Ihnen, wie Elektromobilität für eine langfristige Nutzung in die Gebäudeplanung integriert werden kann und welche Ladeinfrastruktur die richtige für Ihr Projekt ist.

Welche rechtlichen Aspekte muss ich vor der Implementierung von E-Ladestationen beachten?

Um die Installation von Wallboxen in Wohnimmobilien zu vereinfachen, wird derzeit stark daran gearbeitet, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verbessern.

Folgende Faktoren müssen Sie in Zukunft beachten:

  • Leerverrohrungen für alle Parkplätze vorsehen:

Der Gesetzesentwurf (noch nicht rechtskräftig) sieht Folgendes vor: Ab 10 Parkplätzen müssen Leerverrohrungen, die den nachträglichen Einbau von Ladestationen ermöglichen, an allen Stellplätzen vorgenommen werden. Das gilt für neue wie umfassend sanierte Wohnhäuser. In einigen Regionen wurde dieser Vorschlag bereits umgesetzt.

  • „Right to Plug“ – Zustimmung aller Mieteigentümer

Wer bisher in Wohnbauten eine Ladestation für sein E-Auto installieren wollte, brauchte dazu die Zustimmung aller Parteien. Das soll sich nun ändern und mit der Umsetzung des „Right to Plug“ aus einer EU-Richtlinie deutlich vereinfacht werden. Ziel des neuen Gesetzes ist, dass kein einstimmiger Beschluss aller Miteigentümer mehr notwendig ist, um in der gemeinschaftlichen Garage oder am Parkplatz Ladevorrichtungen für Elektroautos anzubringen.

Kann ich Ladestationen für Elektroautos auch in Bestandsobjekten installieren?

Unsere Antwort: Ja, unbedingt sogar. Das wichtigste, was es hier abzuklären gilt, ist die verfügbare Leistung am Netzanschluss. Daraus lassen sich Empfehlungen wie die Implementierung eines Lastmanagementsystems oder baulich-bedingte Veränderungen ableiten.

Wir helfen Ihnen natürlich gerne bei der Analyse Ihrer Immobilie. Was sich allerdings immer empfiehlt, ist eine zentralisierte Lösung für das Haus, da Individuallösungen für einzelne Mieter die verfügbare Leistung für spätere Ausbaustufen limitieren.

Welche Kosten entstehen für Wallboxen und wer trägt diese?

Die Kosten setzen sich aus Hardware, Installationsdienstleistung und Netzanschlusskosten zusammen. Wir empfehlen meist als Minimum die Installation von einer Wallbox und einem zentralen Lastmanagement, um für den zukünftigen Ausbau gerüstet zu sein.

Die Kosten dafür bewegen sich in einer Bandbreite von € 3.000 - € 7.000 netto, je nachdem welche Hardware und Installationsdienstleistungen benötigt werden. Wenn das Lastmanagement einmal installiert ist, kann man relativ einfach um einzelne Wallboxen erweitern – die Kosten liegen hier bei ca. € 1.000 netto für die Hardware. Bei der Kostenübernahme der Hardware und Installation bestehen mehrere Möglichkeiten:

  • Entweder der Hauseigentümer übernimmt die anfallenden Aufwände und kalkuliert den Mehrwert in die jeweiligen Kaufpreise oder Mieten ein.
  • Oder die Wohnungseigentümer bzw. Mieter initiieren die Anschaffung von Ladestationen und kommen selbst für die Kosten auf – die Wallboxen befinden sich dann auch in deren Eigentum.

 

In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Initial-Investition (1-2 Wallboxen + Lastmanagement) im Neubau in den Entwicklungskosten mitgeplant werden sollte. Da diese meist unter € 10.000 liegt, ist dies oft zumutbar. Natürlich lässt sich die Investition dann auch über die Parkplatzkosten amortisieren. Weitere Wallboxen können dann relativ leicht von demjenigen getragen werden, der das Bedürfnis hat.

Im Bestand gibt es beide Fälle – Investition durch die Hauseigentümer oder durch eine Gruppe an Wohnungseigentümern. In jedem Fall sollte auch hier eine zentrale Lösung inkl. Lastmanagement angestrebt werden und beispielsweise eine anteilige Verrechnung der Investition an Nachbarn, die später dazugeschalten werden.

 

Beispiel: Die Deutsche Rechtsgebung hat die Kostenfrage beispielsweise wie folgt gelöst: Jene Person, die den Antrag auf den Ladepunkt stellt übernimmt die Kosten. Die Anschaffungskosten dürfen künftigen Nutzern weiterverrechnet werden.

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Wie viele Ladestationen sind notwendig bzw. wie kann ich eine künftige Nachfrage abdecken?

Um die Errichtung der Ladepunkte im Wohnbau gezielt zu planen, sollte ein Konzept zu Art und Umfang der Nutzung bzw. der zukünftigen Nutzer des Gebäudes vorliegen.

Die Anzahl an Ladestationen sollte dann dem jeweiligen Bedarf angepasst werden. Auf jeden Fall aber sollten Sie zukünftige Entwicklungen in der Elektromobilität berücksichtigen, um eine Nachrüstung zu einem späteren Zeitpunkt einfach und möglichst kostengünstig zu gestalten. Wir bieten hier in der Planungsphase sowohl ein „Planungstool“ als auch ein elektrotechnisches Konzept inklusive Ausbaustufenplan an.

Welche Ladestation/Wallbox passt (Hardware)?

Die Parameter für Hardware orientieren sich nach Ihren individuellen Anforderung, aber für den Wohnbau empfehlen wir Wallboxen mit 11 kW, da Nutzer über Nacht laden.

Ob mit einer oder zwei Buchsen, auf Standfüßen bzw. Wandmontage oder inklusive fixem Kabel hängt von den Gegebenheiten Ihrer Parkplätze ab. SMATRICS berät Sie herstellerunabhängig und kann sich bei der Hardwareauswahl auf die langjährige Erfahrung verlassen.

smatrics wallbox in immobilien

Wie viele Wallboxen lässt mein Netzanschluss zu?

Auf den ersten Blick scheint diese Rechnung einfach: Eine Wallbox hat 11 kW. Wenn am Netzanschluss noch 35 kW zur Verfügung stehen, könnte man drei Wallboxen damit versorgen.

Bei wenigen Wallboxen und großzügig angelegten Hausanschlüssen könnte sich die Rechnung ausgehen. Wenn man aber in einem Mehrparteienhaus einfach alle Wallboxen addiert, kommt man schnell auf einen exorbitant hohen Netzanschluss, der nicht nur teuer sondern auch teilweise überproportioniert ist.

Um den korrekte Anzahl an „möglichen“ Wallboxen zu ermitteln, sollte man jedoch nicht nur den Netzanschluss durch die Summe der Wallboxen-kW dividieren. Man sollte auch den sogenannten „Gleichzeitigkeitsfaktor“ (wie viele Leute laden gleichzeitig), sowie Möglichkeiten, auf nicht-benötigte Leistung von anderen Hausverbrauchern zuzugreifen (z.B. Waschmaschinen und Fernseher, die nachts nicht laufen) berücksichtigen. Dadurch kann man an einem leicht erweiterten Netzanschluss mehr Wallboxen installieren, als es zu Beginn erscheint.

Unser Planungstool und unsere Experten helfen Ihnen gerne, Ihr konkretes Projekt zu analysieren.

Wie werden die Ladungen verrechnet?

Wenn Sie Ladestationen errichten, sollten Sie neben der Hardware und der Installation auch einen professionellen Betrieb der Ladepunkte in Ihre Planung miteinbeziehen.

Bei RESIDENTIAL CHARGING, einer Ladelösung eigens für Wohnimmobilien, sorgen wir dafür, dass die Stationen reibungslos laufen, dazu zählt auch die Abrechnung bzw. die Weiterverrechnung der Stromkosten an die jeweiligen Mieter und die 24/7 Hotline. Wichtig: Für Hausverwaltungen fallen hier weder zusätzlicher Aufwand noch zusätzliche Kosten an.

Die Verrechnung funktioniert wie folgt:

  • Die Endnutzer, sprich die Mieter und Wohnungseigentümer, haben einen Ladevertrag mit SMATRICS und können zwischen zwei Tarifen wählen.
  • SMATRICS verrechnet jedem Endnutzer seinen Verbrauch auf kWh-Basis.
  • Die Hausverwaltung hält den Zählpunkt und begleicht die Rechnung beim Stromlieferanten.
  • Die Hausverwaltung bekommt die angefallenen Stromkosten monatlich als Gesamtsumme von SMATRICS vergütet.

Welche Vorteile entstehen durch Ladestationen für E-Autos in Wohnbauten?

Mit Ladepunkten in Wohnbau-Immobilien…

  • steigern Sie den Wert Ihres Gebäudes,
  • können Sie die Miet- und Kaufpreise pro Quadratmeter anheben,
  • sprechen Sie kaufkräftige und innovative Wohnungseigentümer an, denn E-Autofahrer verfügen über durchschnittlich 30 %1 mehr Einkommen,
  • bieten Sie einen Mehrwert und Zusatznutzen für Ihre Mieter und Nutzer,
  • bieten Sie den Endnutzern einen monetären Vorteil durch vergünstigtes Laden zu Hause2,
  • erhöhen Sie die Standortattraktivität Ihres Objekts,
  • können Sie Ihr Gebäude als nachhaltig zertifizieren,
  • erfüllen Sie die gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der Neuerrichtung von Gebäuden.

Fazit

Sie möchten bei Ihrer nächsten Planung nachhaltig handeln, schon heute an morgen denken und Ladeinfrastruktur in Ihrem Wohnprojekt realisieren? Sie möchten ein gezieltes Angebot für Ihr Projekt einholen, weil Sie wissen, dass es sich dabei um eine Investition in die Zukunft handelt? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf – SMATRICS unterstützt Sie gerne in Ihrem Vorhaben.

Button Download Leitfaden für Elektromobilität in Wohnimmobilien

Quellen und Verweise

1 McKinsey-Studie/Deutschland

2 im Vergleich zu öffentlichem Laden

Bleiben Sie dran!

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