14.08.2019

Leistbare E-Mobilität: Tipps beim Kauf von gebrauchten Elektroautos

Viele Autohersteller haben nun die zweite Generation ihrer elektrischen Modelle auf den Markt gebracht. Deshalb erfreut sich der Kauf von gebrauchten, elektronisch betriebenen Fahrzeugen auf Online-Plattformen immer höherer Beliebtheit. Aber worauf muss ich als Käufer von E-Autos aus zweiter Hand achten und wo kann ich mich am besten darüber informieren?

Der E-Gebrauchtwagenmarkt wächst

Der Markt für gebrauchte Elektroautos wird immer interessanter. Da die ursprünglichen Anschaffungspreise oft bis unter die Hälfte sinken, ergeben sich am E-Auto-Markt durchaus leistbare Varianten. Immerhin zwei Drittel des Gesamtangebots an gebrauchten Elektroautos liegen preislich unter 30.000 Euro. Einen gebrauchten Renault Zoe erhält man beispielsweise bereits um rund 12.000 Euro

Worauf muss man bei gebrauchten Elektroautos achten?

Preis, Kilometerstand, „Pickerl“ und Allgemeinzustand des Fahrzeuges werden klassisch bei Verbrennern genauer unter die Lupe genommen. Doch wie sieht das bei einem Stromer aus? Bei einem gebrauchten Elektroauto gibt es andere Evaluierungskriterien, die für oder gegen einen Kauf sprechen. Wir klären auf, welche Eckpunkte man als Privatperson bei der Anschaffung eines gebrauchten E-Modells beachten sollte:

 

  • Batterie

Beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos muss unbedingt ein Blick auf die Batterie geworfen werden. Denn diese ist sozusagen das Herzstück eines E-Autos. Die Batteriekapazität lässt mit zunehmendem Alter nach. Grundsätzlich ist die Folge keine schlechtere Leistungsabgabe, sondern die Verringerung der Reichweite. Die Batterie sollte daher am besten beim zuständigen Markenhändler analysiert und bewertet werden, um sich eine erste Einschätzung einzuholen.

Zudem gibt es auch die Möglichkeit, beim Händler eine Batterie zu leasen. Dies ist zwar mit einem monatlichen Kostenaufwand von rund 50-150€ (je nach Jahresfahrleistung und Laufzeit) verbunden, dafür wird aber die beste Batterieleistung garantiert.

 

  • Laden

Mit der Anzahl der zurückgelegten Kilometer reduziert sich die Reichweite eines Elektroautos. Dies gilt vor allem bei den älteren E-Modellen. Die Batteriekapazität verringert sich schrittweise und beträgt nach acht Jahren 70 bis 80 Prozent der ursprünglich verfügbaren Kapazität. Dies wirkt sich auf die Ladekapazität – und folgend auch auf die Reichweite – aus.

In den meisten Fällen wird das Fahrzeug zuhause an einer Wallbox oder am Arbeitsplatz geladen. Hier ist bereits eine Ladeleistung von 3,7kW ausreichend. Wenn man mit dem E-Auto längere Strecken unterwegs ist, ist es aber oftmals notwendig, an einer Schnellladestation einen kurzen Lade-Stopp einzulegen. Mit den rund 250 Highspeed Ladepunkten von SMATRICS kann das Auto in kürzester Zeit wieder vollgeladen werden. Daher am besten vorab prüfen, ob das Fahrzeug über eine Schnelllademöglichkeit (CCS oder CHAdeMO Stecker) verfügt. Wichtig ist dabei, auch im Auto vorhandene Ladekabel genauer auf den Prüfstand zu stellen.

 

  • Reifen

Die Reifen können schneller abgenutzt sein. Der Grund dafür ist das hohe Anfahrtsdrehmoment bei E-Autos, sodass die Reifen stärker beansprucht werden als bei Verbrennern. Daher: Unbedingt einen Vorab-Check über den Zustand der Reifen vornehmen.

 

  • Rundum-Check

Der allgemeine Zustand des Autos muss natürlich - wie auch bei einem gebrauchten Benzin- oder Dieselfahrzeug – ebenfalls überprüft werden. Komponenten wie Stoßdämpfer, Laufleistung, Bremsen, Herstellergarantie auf die Batterie, Abnutzung des Fahrwerks und äußerliche Schäden sind ebenso vorab zu kontrollieren.

 

  • Testfahrt

Bevor man sich für den Autokauf entscheidet, ist eine Testfahrt empfehlenswert. Prüfen Sie am besten, ob die Reichweite auch wirklich dem entspricht, wie sie laut Hersteller angegeben ist und nehmen Sie zusätzlich eine Testladung an einer Ladestation vor. So bekommen Sie darüber hinaus ein Gefühl für das Fahrzeug und können sich mit dem aktuellen Zustand vertraut machen.

Wo kann ich mich informieren?

Oftmals ist es ratsam, sich direkt vor Ort bei einem markenspezifischen Händler zu informieren. Beispielsweise kann dieser Auskunft darüber geben, ob das gebrauchte E-Modell den Vorgaben und Leistungen wie vom Hersteller angegeben entspricht. Damit können Sie sich eine erste Einschätzung einholen, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis des gebrauchten Elektroautos tatsächlich stimmt.

willhaben.at als Gebrauchtwagenportal für Elektroautos

willhaben.at ist die Plattform für gebrauchte Gegenstände schlechthin. Auch Fahrzeuge werden tagtäglich inseriert und an Zweitverbraucher weiterverkauft. willhaben selbst gibt an, dass die Modelle Renault Zoe, BMW i3, Nissan Leaf, Tesla Model S und Hyundai Ioniq unter den Top 5 Elektroauto Modellen unter den Gebrauchtwagen sind, die auf dem Portal angeboten werden. Der BMW i3, der Nissan Leaf und der Renault Zoe verzeichnen den höchsten Zuwachs im Zeitraum zwischen Mai 2018 bis April 2019 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Willhaben ist momentan die größte Fahrzeugbörse und somit auch die größte E-Fahrzeugbörse Österreichs.

Welche E-Gebrauchtwagenseiten gibt es noch?

Weitere Plattformen in Österreich, auf denen gebrauchte Elektroautos angeboten werden, sind unter anderem gebrauchtwagen.at, elektroautor.com, autoscout24.at, autogott.at oder dasweltauto.at.

Fazit

Bei der Anschaffung eines gebrauchten Elektroautos sind grundsätzlich die gleichen Regeln zu beachten wie beim Kauf eines gebrauchten Verbrenners. Besonderes Hauptaugenmerk sollte beim Elektroauto aber auf die Batterie, die nutzbare Ladeinfrastruktur und die Reifen gelegt werden. Zahlreiche Gebrauchtwagenseiten bieten ein breites Spektrum an gebrauchten E-Modellen zu überschaubaren Preisen an.