04.07.2018

Sind E-Autos günstiger als Verbrenner?
Hohes Sparpotential durch geringe Nutzungskosten

Letztlich dreht sich in Unternehmen alles um das Geld. Nur Firmen, die effektiv wirtschaften, sind am Ende auch erfolgreich. Der Fuhrpark ist dabei ein großer Kostenfaktor. Mit E-Autos lassen sich diese Kosten drastisch senken.
Kluge Investitionen

Hohe Zufriedenheit bei Mitarbeitern mit E-Dienstwagen

Bei vielen Unternehmen stellt sich die Frage: Sollen E-Autos in die Fahrzeugflotte aufgenommen werden, ja oder nein? Zumindest wenn man Mitarbeiter fragt, die bereits Elektroautos nutzen, ist diese Frage schnell beantwortet. Laut Klima + Energiefonds gaben von 243 Zustellern der österreichischen Post, die ihren Dienst mit einem Elektrofahrzeug versehen, 92 Prozent an, dass sie zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Fahrzeug sind, nur vier Prozent wünschten sich ein konventionelles Fahrzeug zurück.

Die Akzeptanz von Elektroautos durch die Arbeitnehmer ist sehr erfreulich, doch nur einer von vielen guten Gründen für den Umstieg. Dazu zählen nicht nur umweltpolitische Gesichtspunkte, sondern besonders auch eine beachtliche Kostenersparnis. Mit E-Autos lassen sich nämlich die TCO für den Fuhrpark spürbar senken

E-Autos mit Startschwierigkeiten

Man muss jedoch zweimal hinschauen, um finanziellen Vorteile von Elektroautos zu erkennen: Auf den ersten Blick scheinen Elektroautos nämlich deutlich teurer zu sein, als konventionelle Fahrzeuge. Die Hersteller lassen sich die umweltschonende Technik mit bis zu 50 Prozent Aufpreis, auf ein konventionelles Verbrenner-Fahrzeug der gleichen Klasse, bezahlen. Und das obwohl E-Autos deutlich weniger Teile besitzen und viel unkomplizierter aufgebaut sind. Kostentreiber sind hier vor allem die Batterien.

Blick auf die Gesamtkosten ergibt anderes Bild

Für die betriebswirtschaftliche Beurteilung eines Elektroautos reicht es aber nicht, sich nur die Anschaffungskosten anzuschauen, vielmehr sind die Gesamtkosten des Fahrzeugs die maßgebende Größe. Dazu gehören auch die Betriebskosten während der Nutzungszeit. Im Netz finden sich dazu etliche TCO-Rechner, etwa auch auf e-connected.at. Und bereits ein oberflächlicher Check mit einem solchen Rechner bescheinigt: Elektroautos im kommerziellen Einsatz haben einen deutlichen Vorteil bei den Betriebskosten gegenüber Fahrzeugen mit fossilem Antrieb. Noch drastischer wird dieser Unterschied, wenn man sich eine ausführliche Musterkalkulation wie etwa die des TÜV Austria ansieht (siehe Kapitel 2 im Download)

Geringe Wartungskosten

Dazu trägt auch die Konstruktion der Fahrzeuge bei. E-Autos sind nämlich sehr verschleiß- und wartungsarm. Auspuffsysteme, Getriebe oder eben auch der Verbrennungsmotor fehlen und können daher auch nicht kaputt gehen. In Summe sind die Wartungskosten bis zur Hälfte niedriger, als bei einem konventionellen Fahrzeug. Insgesamt macht das die Fahrzeuge auch wertstabil, der Wertverlust ist bisweilen sogar geringer, als bei Autos mit Verbrennungsmotor.

 

Wartungskosten und Energiekosten von Elektroautos

Staatliche Förderungen mildern Preisunterschiede

Den großen Unterschied machen jedoch die Versicherungs- und Energiekosten, die für Elektroautos deutlich günstiger sind, als für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Autoversicherer gewähren zum Teil hohe Rabatte auf die Prämien für Elektrofahrzeuge. So vergibt Uniqa beispielsweise 25% Nachlass auf die Haftpflichtprämie.

Für reine Elektrofahrzeuge entfällt zudem die Nova. Und für den Ankauf von Fahrzeugen für die betriebliche Nutzung ist bis 80.000 Euro Fahrzeugpreis vorsteuerabzugsfähig und es besteht die Möglichkeit von staatlichen Förderungen. Werden E-Nutzfahrzeuge oder E-Kleinbusse angeschafft, dann gibt es derzeit bis zu 20.000 Euro Ankaufprämie. Auch die Ladeinfrastruktur wird bezuschusst. Am meisten Geld gibt es, wenn diese öffentlich zugänglich ist. Dann werden vom Staat bis zu 10.000 Euro für die Errichtung übernommen.

Energiekosten für E-Autos deutlich geringer

Die Gesamtersparnis bei den Energiekosten hängt natürlich von den jährlichen Fahrleistungen und der Leistung des Fahrzeugs ab. Eine grobe Abschätzung macht aber deutlich, welches Sparpotential Elektrofahrzeuge haben. Nimmt man etwa eine Fahrleistung von 15.000 Kilometer pro Jahr und Stromkosten von 18 Cent pro kWh an, dann kostet der „Treibstoff“ am Arbeitsplatz für ein Elektroauto bei einem Verbrauch zwischen 15 und 20 kWh pro 100 km zwischen 270 und 360 Euro. Ein konventionelles Fahrzeug würde bei einem Verbrauch von 7 Litern auf 100 km und Kosten von 1,20 Euro pro Liter Sprit mehr als 1.200 Euro Treibstoffkosten verursachen. Das entspricht einer Ersparnis von 840 bis 930 Euro. In Verbindung mit einer firmeneigenen Solaranlage können diese Kosten sogar noch Mal beträchtlich gesenkt werden: 94% der Fahrzeughalter haben die Möglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz zu laden (Fraunhofer Institut).

Moderne Batterien halten ein Autoleben lang

Eine Schlüsselrolle bei den Kosten für ein Elektrofahrzeug spielt die Batterie. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind die heute eingesetzten Batterien durchaus langlebig. Die Lithium-Ionen-Batterien sind für mindestens zehn Jahre, beziehungsweise 4.000 Ladezyklen ausgelegt. Laut EEA-Report sprechen die Hersteller sogar schon von 15 Jahren oder 150.000 km. Dabei soll die zur Verfügung stehende Kapazität der Akkus nur minimal sinken. Das heißt: Während einer gewöhnlichen Nutzungsdauer von acht Jahren brauchen die Akkus in der Regel nicht ausgewechselt zu werden.

Preise für Batterien im Sinkflug

Die Leistungsfähigkeit der Energiespeicher wird in den kommenden Jahren weiter steigen - bei gleichzeitig sinkenden Kosten. So haben sich die Preise für einen Lithium-Ionen-Akku in den letzten fünf Jahren gedrittelt. Kostete im Jahr 2011 eine Kilowattstunde Speicher noch rund 750 Euro, so waren es im Jahre 2017 nur noch etwa 215 Euro, rechnet Jess Shankleman in seinem Artikel “Pretty Soon Electric Cars Will Cost Less Than Gasoline” vor.

Für die Jahre nach 2020 sagen Experten ein allmähliches Absinken unter die 100 Euro Marke voraus. Gleichzeitig soll die Energiedichte weiter steigen. Die Internationale Energieagentur erwartet auf Grund dieser Entwicklungen, dass ab dem Jahr 2025 die Anschaffungskosten von vergleichbaren Fahrzeugen mit Elektro – und Verbrennungsmotor sich nivelliert haben werden.

Fazit

Bei der Beurteilung, ob sich E-Autos lohnen oder nicht, muss stets die Gesamtrechnung aufgemacht werden. Die TCO ist der Faktor, der die Rentabilität festlegt. Kostenintensive Batterien verteuern derzeit noch den Anschaffungspreis, ihre Kosten sind aber stark im sinken. Fördermaßnahmen und günstige Energiekosten federn den Preisunterschied ab. 

 

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