11.04.2017

Sind Batteriezellen die Lösung für das rasche Aufladen von E-Autos?
Schneller geladen als ein Benziner

Revolutioniert das finnisch-amerikanisches Start-Up Unternehmen Tanktwo das Beladen von Elektrofahrzeugen? Das junge Unternehmen glaubt die Lösung für das rasche Aufladen der Akkus in E-Autos gefunden zu haben: Batteriezellen.
Tanktwo Eizellen
(c) Tanktwo String Cells.

Wer ist Tanktwo?

Tanktwo ist ein Start-Up Unternehmen, mit Sitz in New York City, Belgien und Finland, welches 2012 gegründet wurde und sich mit der Technologie von Batterien auseinandersetzt. Das junge, dynamische Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt die EV Batterieleistung drastisch zu verbessern, indem sie etablierte Prinzipien aus anderen Branchen heranzieht. Die Inspiration zieht das Unternehmen aus dem Mobilfunknetz, Internet-Routing-Protokollen und der Unterhaltungselektronik-Industrie. 

Das Elektro-Ei: Wie funktioniert's?

Eizellen, gestaltet als Batterien, werden in eine Art Tank gefüllt wo sie sich in zufälliger Anordnung zusammenschließen und ein Ad-hoc-Batterienetz generieren. Je nach Größe des Tanks und Menge der Batterien kann die gwünschte Batterieleistung/-kapazität geliefert werden. 

Das Elektro-Ei besteht aus

  • einem Kunststoffgehäuse,
  • einer elektromechanischen Zelle,
  • einer Anzahl von Kontakten und
  • internen Verbreitungsmöglichkeiten.
Tanktwo Batterienetzwerk
(c) Tanktwo Strng Batterie Netzwerk.

Wenn mehrere Eier in einem geschlossenen Behältnis sind, entwickeln diese eigenständig ein Batterienetz. Diese selbstorganisierenden Zellen bezeichnet man als String-Zellen. 

Durch das leitfähige Material auf der Oberfläche des Gehäuses bilden String-Zellen Kontakte miteinander, welche von der internen Verbreitungseinheit gesteuert werden. Dadurch wird viel Zeit und Material gespart, um die korrekte Anordnung der Batteriezellen sicherzustellen, wie sie bei bisherigen Batteriepaketen in Elektroautos erforderlich ist. 

Ist der Tank leer, also die Batterieleistung am Ende, kann der Stromspeicher entweder wie bisher an der Ladestation aufgeladen werden oder man fährt zu einer von Tanktwo vorgeschlagenen Stromtankstelle, an der die leeren Eizellen aufgesogen und durch frische ersetzt werden. Dieser Lade- bzw. Tankvorgang soll schneller gehen, als der einer Benzinbetankung. Eine Dauer von etwa 3 Minuten wird angegeben. 

Vorteile für die Elektromobilität

  • Variable Eizellenmenge: Wie bei gewöhnlichen Treibstoff könnte man nur soviel Strom nehmen, wie gerade erforderlich ist. Das spart auf Kurzstrecken enormes Batteriegewicht, während man für die Langstrecke einfach die Menge der Batteriezellen erhöht. Abgegebene Zellen werden beim Tankvorgang dabei gutgeschrieben, die frischen Zellen werden abgerechnet. 
  • Kaum Leistungsverlust alter Batterien: Durch den ständigen Austausch der Zellen wird eine Aufdatierung der Technik innerhalb der Batterien laufend stattfinden. 
  • Hohe Effizienz: Durch den Chip in den Eiern lassen sich aus stärkeren und schwächeren Zellen je nach Lage die effizientesten Batterie-Strings aufbauen. 

Herausforderungen für die Branche

Die Skepsis ist groß, bedenkt man die noch fehlende Infrastruktur. Die Idee des Batterie-Austauschs bei E-Autos, welcher bis dato aufgrund von Kostennachteilen verschwand, könnte durch das Tanktwo-Ei zu neuem Schwung in der Entwicklung führen, wenn die aktuelle Testphase einmal abgeschlossen ist. 


(c) Tanktwo.