07.06.2018

Elektromobilität im Unternehmen
Rechtliche Rahmenbedingungen und Vorteile

Die Bemühungen um eine nachhaltige Mobilität wird vom Gesetzgeber unterstützt. Elektrofahrzeuge sind sowohl von der Nova, als auch von der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen und werden durch zahlreiche Förderungen subventioniert.
Elektroauto Laden

Elektroautos sind drei- bis viermal so effizient wie konventionelle Kraftfahrzeuge. Gerechnet über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs sind Kohlendioxid-Emissionen, verursacht durch Produktion, Nutzung und Entsorgung je nach Herkunft des Stromes zwischen 75 und 90 Prozent geringer als bei konventionellen Fahrzeugen.

Steuervorteile und Subventionen

Für Elektroautos gibt es verschiedenste finanzielle Unterstützung:
 

  • Für Unternehmen gilt: Alle Elektrofahrzeuge (bis zu Anschaffungswert von 80.000 Euro) sind vorsteuerabzugsfähig, wenn sie als Firmenfahrzeug angeschafft werden.

  • Bei Fahrzeugen, die mit einer Kombination aus Elektro – und Verbrennungsmotoren betrieben werden, den sogenannten Plug-In-Hybriden, wird die motorbezogene Versicherungssteuer nur bezogen auf die Nennleistung des Verbrennungsmotors berechnet.

  • Betriebe, öffentliche Körperschaften und Vereine werden beim Kauf von Elektrofahrzeugen, egal welcher Kategorie, unterstützt.

  • Reine Elektrofahrzeuge oder auch solche mit Wasserstoffantrieb werden mit bis zu 3.000 Euro subventioniert, für hybride Fahrzeuge oder solche mit Extender gibt es immerhin noch 1.500 Euro.

  • Landesspezifische Förderungen kommen hinzu.

Anreize für Mitarbeiter

Besonderes Schmankerl für die Mitarbeiter: Für die private Nutzung von rein elektrischen Firmenfahrzeugen wird der Sachbezug auf null gesetzt. Es müssen deshalb keine geldwerten Vorteile versteuert werden. Bei normalen Fahrzeugen beträgt dieser Satz immerhin 1,5 bis 2 Prozent der Anschaffungskosten des Fahrzeugs (maximal 960 Euro monatlich). Ebenso gilt: Lädt der Mitarbeiter sein privates Elektrofahrzeug beim Arbeitgeber unentgeltlich, dann muss er auch hierfür keinen Sachbezug bezahlen.

Grün heißt freie Fahrt

Für Elektrofahrzeuge wurde mit April 2017 eine spezielle Nummerntafel mit grüner Schrift auf weißem Grund eingeführt. Die Nutzung dieser Tafeln ist optional – es bleibt also jeder Fahrzeughalterin und jedem Fahrzeughalter überlassen, ob er die grüne Kennzeichentafel oder eine konventionelle wählt. Die Wahl für die E-Kennzeichentafel kann aber
deutliche Vorteile mit sich bringen:
 

  • Das Fahrzeug ist auf Anhieb als E-Fahrzeug zu erkennen,

  • Länder, Städte und Gemeinden können den Haltern besondere Vorteile einräumen, ohne dass weitere Kennzeichnungen notwendig wären, oder dass die Halter besonders darum ansuchen müssten.

  • Beispiele: ermäßigte Parkgebühren, bis hin zum Erlass, erweiterte Lieferzeiten und Lieferzonen für Elektro-Nutzfahrzeuge, exklusive Zufahrten oder touristische Vergünstigungen.

Ausgleich für Mehrgewicht

Weil Elektrofahrzeuge ihre Antriebsenergie in großen, schweren Batterien speichern, sinkt bei gleichbleibendem zulässigen Höchstgewicht die Nutzlast. Die EU hat deshalb das höchstzulässige Gewicht für zwei- und dreiachsige E-LKW mit alternativem Antrieb um das zusätzliche erforderliche Gewicht, höchstens jedoch um eine Tonne erhöht. Lenker können mit fünf Unterrichtseinheiten eine Zusatzberechtigung für den B-Schein erwerben, der es ihnen erlaubt, elektrische betriebene Lastkraftfahrzeuge bis 4.250 kg zu fahren.

Ladestationen errichten, leicht gemacht

Für den Betrieb der Elektrofahrzeuge müssen Ladestationen errichtet werden. Und auch hier gibt es Zuschüsse. So können etwa öffentlich zugängliche Schnellladestationen mit bis zu 10.000 Euro gefördert werden. Für die rechtliche Behandlung ist zwischen privaten und gewerblichen Ladestationen zu unterscheiden.

Wird die Ladestation mit Gewinnerzielungsabsicht oder in der Absicht zur Erzielung eines anderen Vorteils, etwa als Maßnahme zur Kundenbindung errichtet, dann handelt es sich grundsätzlich um eine gewerbliche Betriebsanlage und fällt damit unter die Gewerbeordnung.

Das gilt auch für den Betrieb der E-Ladestationen. Das heißt: Auch wenn über die Anlage Strom verkauft wird, macht das Unternehmen noch nicht zu einem Elektrizitätsunternehmen gemäß Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz. Daraus folgt: Für die Errichtung und den Betrieb der Anlagen ist immer das gewerbliche Berufsrecht relevant.

Das stellte übrigens auch die Bundesgewerbe Referententagung 2016 klar. Sie formuliert sinngemäß, dass solche Vorhaben solange als nicht genehmigungspflichtig anzusehen sind, als nicht spezifische ungewöhnliche oder gefährliche örtliche Umstände oder spezifisch ungewöhnliche Ausführungsweisen auftreten.

Damit ist etwa die Positionierung der Anlage in einem Gefährdungsbereich oder im Bereich einer Zufahrt gemeint. Und technisch sicher sollte die Anlage natürlich auch sein. Die Referententagung geht davon aus, dass Unternehmen diese Kriterien von sich aus berücksichtigen, weswegen eine generelle Genehmigungspflicht alleine aus der Möglichkeit, dass der Betriebsanlagen Inhaber das nicht so handhaben könnte, nicht abgeleitet werden kann.

Zusatztafel für Ladeplätze

Stellplätze an Ladestationen können nach einer Novelle der Straßenverkehrsordnung ausschließlich für E-Fahrzeuge während des Ladevorganges reserviert werden. Möglich macht dies eine Zusatztafel unter dem Zeichen „Halten und Parken verboten“. Somit
kann gewährleistet werden, dass Stellplätze nicht von Fahrzeugen besetzt werden, die sich gerade nicht in einem Aufladevorgang befinden oder gar keine Elektrofahrzeuge sind.

Fazit

Unternehmen, die sich Elektroautos als Firmenfahrzeuge anschaffen, profitieren von zahlreichen Vorteilen wie Förderungen und Nachlässen. Diese Vorteile beziehen sich nicht nur auf den Fuhrpark selbst, sondern auch auf Ladestationen. Spezielle Regelungen sorgen dafür, dass Stellplätze an Ladestationen Elektrofahrzeugen vorbehalten sind und sorgen so für ein bequemes Aufladen.

 

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