27.09.2016

Pariser Autosalon 2016
Die Ruhe vor dem Sturm

Momentan scheint es wieder ruhig zu sein in der Welt des Automobils – doch die Ruhe täuscht. Denn beim Pariser Autosalon 2016 sorgen zahlreiche e-mobile Weltpremieren für reichlich Wirbel. SMATRICS Geschäftsführer Michael-Viktor Fischer war vor Ort und hat sich für Sie nach den e-mobilen Neuheiten umgeschaut.
Pariser Autosalon Opel Ampera
Gilt bereits jetzt als erstes Volks-E-Auto: Der Opel Ampera-e mit einer Reichweite von 400 km (Bild: Autobild.de)

"Der Pariser Autosalon bietet nicht nur einen faszinierenden Blick auf die Mobilität von morgen, sondern zeigt klar und deutlich, dass E-Mobilität bereits Alltag ist. Alleine die neuen vollelektrischen Mittelklassewagen Renault Zoe und Opela Amepra-e beweisen, dass e-mobile Vorurteile wie Reichweitenangst und Kaufpreis ab sofort der Vergangenheit angehören. Die Elektromobilität gibt in der internationalen Automobilbranche mittlerweile die Richtung vor - und das wird sich auch nicht mehr ändern. In wenigen Jahren wird es kein Fahrzeugmodell mehr geben, das nicht auch als Elektroauto angeboten wird," meint Michael-Viktor Fischer aus den Pariser Messehallen.

Elektro für alle

In Paris ist es endlich soweit: Opel bringt mit dem Ampera-e ein Elektroauto auf den europäischen Markt, das mehr als 490 Kilometer Reichweite nach NEFZ haben soll. Technisch ist der Ampera-e eng mit dem Chevrolet Bolt verwandt. Das fünfsitzige E-Auto trägt seine 60-kWh-Akku unterflur und hat (anders als der BMW i3 zB) einen Frontantrieb. Dadurch erhält der Kofferraum ein Kompaktklasse-Format – laut Opel rund 381 Liter.

Der Elektromotor wird 360 Newtonmeter, rund 204 PS, liefern und mit 150 km/h die gleiche Höchstgeschwindigkeit haben wie der BMW i3. Das Infotainment-Board koppelt zudem Smartphones per Apple Carplay und Android Auto und bietet darüber hinaus per WLAN-Hotspot bis zu sieben Endgeräten einen Internetzugang. Der Kaufpreis für das Schwestermodell Chevrolet Bolt liegt in den USA bei 37.495 Dollar (33.380 Euro). Der Ampera-e soll sich ab Frühjahr 2017 in Europa mit einem Kaufpreis von 34.000 Euro zwischen BMWi3 (mindestens 34.950 Euro), Tesla Model 3 (rund 35.000 Dollar) und Nissan Leaf mit 24 kWh Batteriekapazität (ab 29.265 Euro inklusive Batterie) einreihen. Genaueres nennt Opel zum Jahreswechsel. Marktstart in Europa ist Sommer 2017.

Heimspiel für Renault

Ein wahres Heimspiel wird der Pariser Autosalon für Renault - auch in Sachen Elektroautos. Denn der französische Automobilkonzern hat beim Autosalon mit der E-Studie Renault TREZOR nicht nur eine ein neues Elektroauto vorgestellt, sondern mit den neu entwickelten Z.E. 40 Batterien die vollelektrische Reichweite des Renault Zoe auf 400km erhöht. Möglich macht diese Reichweitensteigerung eine neu entwickelte Lithium-Ionen-Batterie mit höherer Energiedichte. Trotz der um 19 kWh auf 41 kWh gestiegenen Kapazität und 22 Kilogramm Mehrgewicht kommt der Stromspeicher im gleichen Gehäuse unter wie die weiterhin angebotene Standardbatterie. Der Renault ZOE Life Z.E. 40 ist ab sofort zu Preisen ab 24.390,00 Euro bestellbar, die ersten Auslieferungen erfolgen im Dezember. Der Einstiegspreis für den Renault ZOE R90 (mit 22 kWh Batterie) beträgt 21.890,00 Euro.

Ein weitere Meilenstein für die Elektromobilität: Der neue Renault Zoe Z.E.40 mit einer Reichweite von 400km
Das neue E-Auto I.D. von VW wird erst 2020 auf den Markt kommen

Der Strom fließt wieder – ab 2020

Auch VW will ein Elektroauto auf den Markt bringen, das mit einer Ladung bis zu 600 Kilometer schaffen soll. In Paris wird die Studie nun erstmals vorgestellt - erste Infos und Bilder haben die Wolfsburger aber bereits vorab veröffentlicht. Die Serienversion der Paris-Studie wird aber nicht vor 2020 auf den Markt kommen. Wenn die Niedersachsen jetzt in Paris das Tuch von ihrer Designstudie ziehen, dann ist das für sie deshalb nicht einfach nur ein weiteres elektrisch angetriebenes Showcar.

Denn nach Wolfsburger Lesart soll aus dem futuristischen Schaustück VW I.D. so etwas wie der Golf der Generation E werden – ein Elektroauto, so massentauglich wie damals der Käfer oder heute der Golf. Den Schlüssel dazu liefert der Modulare Elektrizitätsbaukasten MEB, den die Niedersachsen zum neuen Standard ihrer Entwicklung machen wollen. Sicher ist: Der VW I.D. bleibt kein Einzelgänger. Weitere Versionen sollen auf der gleichen Plattform folgen. Ein City-SUV, ein Coupé, ein Kleintransporter und eine Limousine sind geplant.

Audi und Porsche hingegen zeigen in Paris den aktuellen Stand der Entwicklung und wollen ebenfalls bis Ende dieses Jahrzehnts neue vollelektrische Tesla-Fighter auf den Markt bringen. In der Zwischenzeit begnügt sich Porsche in Paris mit dem neuen Plug-in Hybrid Porsche Panamera 4 E-Hybrid mit einem 14,1 kWh vergrößerte Lithium-Ionen-Akku - im besten Fall 50 Kilometer kommt man mit dem neuen Panamera.

Soll in Zukunft für e-mobilen Aufschwung bei Daimler sorgen: Die neue E-Submarke EQ

Neue E-Marke von Daimler

Mercedes hat in Paris einen elektrischen Prototypen auf Basis des GLC sowie die neue E-Submarke EQ präsentiert. Für Daimler ist es eine Zeitenwende: Denn mit dem E-SUV präsentiert der Stuttgarter Konzern den Vorboten für eine neue rein elektrisch betriebene Produktfamilie.

Zudem zeigt die Daimler-Tochter Smart am Pariser Autosalon wie sehr sie unter Strom steht. Mit der Premiere des Smart elektric drive will sich das Unternehmen nun endgültig zur Marke einer neuen Zeit wandeln. Nicht umsonst bauen die Stuttgarter den sauberen Stromantrieb gleich in alle drei Modellvarianten ein.

Crossover mit E-Antrieb

Eine weitere Weltpremiere in Paris feiert Mitsubishi: Der neue Plug-in Hybrid SUV Ground Tourer Concept. Die gelungene Studie verkörpert die aktuellste Entwicklungsstufe des neuen Mitsubishi Design-Konzepts: Funktionale Eleganz, solide Kraft und japanisches Handwerkskunst. Die Japaner stellen damit einmal mehr die hohe Kompetenz in der Entwicklung von Plug-in Hybrid SUVs unter Beweis. Denn auch die in Paris präsentierte Studie wird von der Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotoren angetrieben und soll eine vollelektrische Reichweite von knapp 60km haben.

Mitsubishi Ground Tourer Concept
Der geplante neue Plug-in Hybrid von Mitsubishi: Ground Tourer

Weitere Impressionen vom Pariser Autosalon 2016:

Tesla Model X
Der Tesla Model X ist auch in Österreich bereits erhältlich
Hyundai IONIQ EV
Der Hyundai Ioniq wird eine E-Reichweite von rund 300km haben
Kia Optima PHEV
Der neue Plug-in Hybrid aus Südkorea: Kia Optima PHEV
BMW i3
Der BMW i3 erreicht dank des neuen Akkupakets rund 300km

Eine kurze Video-Zusammenfassung vom diesjährigen Pariser Autosalon