08.08.2018
Faktencheck - wir sprechen Klartext

Die häufigsten Mythen der Elektromobilität

E-Autos sind teuer? Der benötigte Strombedarf kann in der Zukunft nicht gedeckt werden und Elektromobilität wird tausenden Menschen den Job kosten? Für alle die (noch) nicht an die elektromobile Zukunft glauben, haben wir die häufigsten Mythen der Elektromobilität unter die Lupe genommen und sprechen Klartext.
Mythen E-Mobilität SMATRICS

Die Vorbehalte gegen Elektroautos sind in Österreich noch immer verbreitet. Mit hohen Kosten, großer Umweltbelastung sowie negativem Wirtschaftseinfluss begründen viele ihre Skepsis gegenüber der Elektromobilität. 

Mythos 1: Elektromobilität wird ein Randthema bleiben

Der Verkehrssektor gehört mit 28% (2015) zu den Treibhasgasverursachern Nr. 1 in Österreich. Die Emissionen wachsen jährlich. Elektromobilität gilt hierzulande als der Hoffnungsträger für eine deutliche Reduktion der Treibhausgase im Verkehr

PKW und leichte Nutzfahrzeuge unterliegen seit 2009 in der EU einer CO2-Regulierung. Neu zugelassene Fahrzeuge eines Herstellers dürfen einen gesetzlich fixierten Grenzwert in Gramm CO2 pro Kilometer in einem Jahr nicht überschreiten. Bis 2015 galt zunächst das Ziel von 130 g/km. Bis 2021 wurde dieser Wert verschärft und auf 95 g/km herabgesenkt. Jeder der Herstseller muss den europäischen Gesamtflottenwert von 95 g/km bei PKW einhalten, ansonsten folgen Pönalen in Milliardenhöhen.*1

Diese CO2-Werte sind mit konventionellen Antrieben nicht erreichbar. 

Tatsache ist: 

  • Elektromobilität ist daher die einzige reale Alternative, um die CO2-Ziele zu erreichen!
  • Hersteller bringen sukzessive immer mehr elektrische Modelle auf den Markt, einige Hersteller (u.a. Volvo, Daimler, ...) haben ihre Strategien komplett auf Elektromobilität ausgelegt und produzieren künftige keine Verbrenner mehr
  • Die Zukunft des Fahrens ist elektrisch!

Mythos 2: Mit dem E-Auto komme ich nicht weit

Prinzipiell ist hier zu sagen, dass fast alle Autofahrten in Österreich mit dem Elektroauto zurückgelegt werden können, wie eine Verkehrsstudie des VCÖ zeigt. Demnach fahren unter der Woche weniger als fünf Prozent längere Strecken als 50 Kilometer. Aktuell beträgt die Reichweite von Elektroautos 150km oder mehr. 

  • Durchschnittlich zurückgelegte Strecke pro Tag liegt in Österreich bei unter 30km
  • Tatsächliche Reichweite von E-Autos beträgt bis zu 280km (Tesla S sogar 380km, Hyundai Kona - ab Q4 2018 erhältlich - sogar 482km)
  • Alternative Plug-In Hybride: im Alltag rein elektrisch (ca. um die 60 km), für längere Strecken konventioneller Motor ohne Reichweitenbeschränkung

Mythos 3: Das Laden eines E-Autos dauert ewig

Abhängig von der Aufnahmefähigkeit des Elektrofahrzeuges und der Leistung der Ladestation erfolgt eine Ladung zu 80% in weniger als 20 Minuten. Österreich gilt sogar als Land mit der dichtesten Ladeinfrastruktur. Rund 3.000 öffentliche Ladestationen zählte Mitte 2017 die Internet-Plattform E-Tankstellen-Finder. Ein Jahr später waren es schon rund 3.600.

SMATRICS bietet hierzulande das einzige flächendeckende Hochleistungs-Ladenetz. Rund 210 sind Highspeed Ladepunkte mit Leistungen von 43 bzw. 50 kW. Die Stationen befinden sich alle 60 km entlang von Autobahnen und Ballungszentren. Geladen wird dort, wo das Elektroauto sowieso steht: In Shopping-Centern, an Tankstellen, in Garagen oder öffentlichen Parkplätzen. 

Außerdem arbeitet SMATRICS am Ladenetz von Morgen und nahm im Mai 2018 bereits die erste 350 kW Ladestation in Wien Favoriten in Betrieb. Weitere Ultra-High-Speed-Ladestationen werden dieser folgen. Mit bis zu 350 kW Ladeleistunge können Elektroauto-Fahrer von SMATRICS künftig innerhalb von 5 Minuten bis zu 100 km laden. 

Zusammenfassend, kann man dem Mythos der langen Ladezeit ganz klar wiederlegen: 

  • Dichtes Ladenetz in Österreich vorhanden, Ausbau schreitet kontinuierlich voran
  • Tanken der Zukunft erfolgt nebenbei - sogenanntes Destination Charging - es wird geladen, wo das E-Auto sowieso gerade steht
  • Ladeleistung der Elektroautos sowie der Stationen nimmt zu - Laden wird in der selben Zeit möglich sein wie Tanken

Mythos 4: E-Autos sind teurer als Verbrenner

Der Klassiker unter den Behauptungen: E-Autos seien für die Mehrheit nicht leistbar und teurer als Verbrenner. Der Faktencheck widerlegt diese Befürchtung. 

E-Autos sind in der Anschaffung zwar derzeit noch etwas teurer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, jedoch gleicht sich der Kauf meist innerhalb weniger Jahre aufgrund von Förderungen,​ steuerlichen Anreizen und deutlich geringeren Betriebskosten wieder aus. 

Tatsache ist: 

  • keine bzw. reduzierte NoVA und Entfall der motorbezogenen (Versicherungs-)Steuer für E-Autos
  • günstigere Betriebskosten: bis zu 2/3 geringere Energiekosten als bei Verbrennermmotoren
  • geringe Wartungskosten: Einsparungen von bis zu 35%
  • Förderungen von Bund und Längern für Privatpersonen und Unternehmen (besonders Betriebe profitieren von Förderungen zwischen 2.000 Euro und 10.000 Euro pro Fahrzeug)
  • sinkende Anschaffungskosten: aufgrund steigender Nachfrage und günstige Batterien (Effizienzen von 10-15% pro Jahr) 

Laut Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Ingmar Höbarth sparen E-Auto Besitzer im Schnitt 500 bis 600 Euro an Treibstoffkosten pro Jahr. Zusätzlich senken auch deutlich geringere Kosten für Versicherung und Wartung die laufenden Kosten von E-Fahrzeugen. 

Bei Unternehmen sind es sogar 27.000 Euro jährlich, ab einer Nutzungsdauer von 5 Jahren. 

Immer noch nicht überzeugt? Hier geht's zur Musterkalkulation für Unternehmen.

Mythos 5: E-Autos sind nicht umweltfreundlicher

Oftmals wird behauptet, E-Autos seien vor allem aufgrund aufwändiger Batterieherstellung und - entsorgung in Wirklichkeit kaum ressourcenschonender als Verbrenner. Aktuell wird in der Produktion von E-Fahrzeugen tatsächlich mehr Energie als für herkömmliche Verbrennungsmotoren benötigt. Ein entscheidender Faktor für die Reduktion der Treibhausgase durch Elektroautos ist, mit welchen Energieträgern der Strom produziert wird, mit welchem die E-Fahrzeuge geladen werden. 

Auch Elektroautos können keine komplett emissionsfreie und ressourcenschonende Mobilität leisten. In der Produktionskette von Elektroautos - wie etwa durch die Rohstoffgewinnung und Herstellung von Stahl oder Aluminium für Akkus - fällt durchaus sogar mehr "graue Energie" an als bei konventionellen KFZ. Berücksichtigt man jedoch den gesamten Lebenszyklus der E-Autos (inklusive Batterieproduktion) verursachen Elektrofahrzeuge gegenüber Verbrennern um 70-90% weniger CO2. Ein durchschnittlicher Benziner und Diesel stößt rund 170g Co2-Aquivalent pro Personenkilometer aus, während der reine Elektroantrieb knapp 40g, und mit 100% Ökostrom betrieben unter 20g/Pkm verantwortet.*2 

Mythos 6: Erhöhter Strombedarf von E-Autos kann nur mit Fossil- und Atomenergie gedeckt werden

Viele Österreicher sind der Meinung, dass der erhöhte Strombedarf für E-Autos nicht 100%ig durch erneuerbare Energiequellen abgedeckt werden kann. Fakt ist, dass der Umstieg auf E-Autos mit einem höheren Strombedarf einhergeht. Da elektrisch betriebene Fahrzeuge jedoch durch ihren höheren Wirkungsgrad deutlich energieeffizienter sind als Verbrenner, kann auch der Gesamtenergieverbrauch durch einen Umstieg von fossil auf elektrisch betriebene Fahrzeuge gesenkt werden. 

Strombedarf bei 100% E-Autos in Österreich
(c) Klima- und Energiefonds und VCÖ.
  • Wenn 10% aller PKW in Österreich elektrisch fahren würden, läge der jährliche Strombedarf (aktuell bei gesamt 70 TWh) bei 1,3 TWh, also lediglich 1,8% höher. 
  • Bei einer Million E-Autos wären es 2,6 TWh oder 3,6%
  • Würden alle PKW elektrisch fahren, würde der Strombedarf nur um 18% steigen.

Laut einer aktuellen Studie der TU Wien, ist eine 100%ige Abdeckung des österreichischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis 2030 umsetzbar - und das ohne signifikante Mehrkosten. 

Mythos 7: Elektromobilität wird tausende Jobs kosten

Ein weiterer Irrglaube ist, dass die heimische Wirtschaft vom internationalen Ausbau der E-Mobilität Schaden nimmt. Bereits jetzt profitieren Unternehmen (wie u.a. Batterie-Entwickler, Ladeinfrastruktur-Anbieter oder Zulieferer von Kabel und Informationstechnologien) vom Trend zum E-Auto. 

Laut der E-MAPP-Studie von Klima- und Energiefond könnten bis 2030 insgesamt bis zu 33.900 neue Jobs entstehen und 3,1 Mrd. Euro Wertschöpfung in Österreich generiert werden. 

Fazit: 

Elektromobilität ist die Chance für eine Verkehrswende und die Reduktion von COin Österreich. Elektroautos sind nicht nur leise und umweltschonend, sondern auf die Gesamtkosten betrachtet auch günstiger als herkömmliche Verbrenner Fahrzeuge. Elektroautos sind die Zukunft des Verkehrs! 

 

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*1 Quelle: Verband der Automobilindustrie.

*2 Quelle: Faktencheck E-Mobilität des VCÖ und Klima+Energiefonds.