12.04.2018

Adios: Mallorca verbannt Autos mit Verbrennungsmotor

Ein konsequenter Plan um die Energiewende voranzutreiben: Ab 2025 sollen auf den Balearen keine Dieselautos, ab 2035 auch keine neuen Benziner mehr zugelassen werden. Bis 2050 soll die Insel frei von Verbrenner sein.
Mallorca

Aus für Verbrenner, Kraftwerke und Plastik

Der Dieselskandal schlägt Wellen. Auch auf den Balearen ist das Thema omnipräsent. Die spanische Mittelmeerinsel Mallorca will es daher allen zeigen und in Sachen Umweltschutz zum Vorreiter werden und Autos mit Verbrennungsmotoren, Kraftwerke und Plastik von der Insel verbannen.

Ab 2050 nur noch Elektroautos

Dass die Umstellung von einer verbrenner-dominierten hin zu einer E-Insel nicht von heute auf morgen passiert ist klar. Trotzdem muss gehandelt werden, denn mit 35 Prozent ist der Straßenverkehr auf Mallorca einer der Hauptprozenten von CO2. Die Regierung der Balearen möchte schrittweise die Energiewende vorantreiben, dies jedoch mit Nachdruck und in der kürzest möglichen Zeit. Ab 2025 will die Regierungschefin Francina Armengol keine Dieselautos auf den Inseln Ibiza, Menorca, Mallorca und Formentera zulassen. Auch Urlauber dürfen dann mit Dieselfahrzeugen nicht mehr einreisen. 10 Jahre darauf, also ab 2035, soll diese Regelung auch Benzinern betreffen - auch sie sollen schrittweise von den Inseln verbannt werden. 

Zunächst sollen Flotten von Autovermietungen elektrifiziert werden, denn im Sommer sind rund 100.000 Mietwagen auf den Balearen unterwegs. Auch für sie gelten künftig die Verbannungsregeln. Ab 2020 sollen daher jedes Jahr mindestens zwei Prozent der Mietwagenflotten auf Strom umgestellt werden. 

Aufbau von Ladeinfrastruktur

Um für die CO2-freie Zukunft gerüstet zu sein, werden Tausende Ladestationen installiert. Nicht nur im öffentlichen Raum, auch Hotels und Tourismusbetriebe haben die Chancen erkannt und investieren in Ladeinfrastrukturlösungen auf ihren Parkplätzen, um die Nachfrage künftig bedienen zu können. 

Erneuerbare Energie statt Kohlekraftwerk

Im Zuge der Energiewende auf den Balearen soll bis 2025 auch das einzige Kohlekraftwerk Mallorcas dichtgemacht werden. Hauptgrund dafür ist lt. Regierung, dass ein Viertel der CO2-Emissionen auf den Balearen von diesem Kraftwerkt verursacht werden. Künftig will man ausnahmslos auf erneuerbare Energiequellen, etwa Wind- und Sonnenkraft, setzen. Daher muss das Kohlekraftwerk zusperren.

Photovoltaik

Die Kraft der Sonne

Tausende Urlauber reisen auf die Balearen aufgrund der unzähligen Sonnenstunden - warum also nicht auf Sonnenergie setzten? Ein klarer Schritt, denn in Zukunft soll die Sonne Hauptenergieproduzent der Inseln werden. Ziel ist es auf allen größeren Parkplätzen Überdachungen mit Solarpanelen anzubringen und öffentliche Gebäude, Gewerbe- und Industriebetriebe mit Photovoltaik-Anlagen auszustatten. 

Neues Abfallgesetzt: Tschüss Plastik

Der Klimaschutzplan sieht außerdem vor das Abfallgesetzt zu erneuern. Der Verbrauch von Plastikobjekten soll reduziert und teilweise sogar verboten werden. Ab 2020 sind Plastiksackerl und Plastikgeschirr Geschichte. 

Dadurch wollen die Balearen ihren Beitrag zu den Energiezielen der EU leisten und den Inseln ein sauberes Image verleihen. 

 

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Quelle: DiePresse