23.01.2018
Kunden warten bis zu 1 Jahr auf E-Autos

Es hapert am Angebot, nicht an der Nachfrage von E-Autos

Viele Automobilhersteller stehen und großem Druck: Die Nachfrage an E-Autos steigt, doch müssen die Hersteller mit Versorgungsengpässen bei der Produktion von E-Autos kämpfen. Es könnten deutlich mehr E-Autos verkauft werden als die Hersteller derzeit in der Lage sind zu produzieren.
SMATRICS smart electric drive

Lieferengpässe bei VW und smart

Der Absatz des neuen e-smart ist laut smart-Chefin Annette Winkler seit Einführung des Autos im Juli 2017 deutlich höher als erwartet. Der Stromer ist beliebter als je zuvor. Bis zu 1 Jahr müssen Kunden bereits auf den elektrisch betriebenen smart der neuen Baureihe warten. 2017 sind innerhalb von einem halben Jahr mehr e-smart ForTwo verkauft worden, als in den Jahren 2013 und 2014 zusammen.

„Natürlich sind wir mit Hochdruck dabei, die Kapazitäten hochzufahren“, betonte Winkler.

Der kleine elektrische Stadtflitzer gehörte im vergangenen Jahr mit 3.000 verkauften Fahrzeugen laut dem Kraftfahrt-Bundesamt nach dem Renault ZOE und dem VW e-Golf zu den meist verkauften Stromern in Deutschland. Ab 2020 will Daimler seinen ForTwo nur noch als rein elektrische Variante anbieten. Langfristig wird es auch den ForFour als Stromer geben. 

Auch Volkswagen gibt zu, dass man weit mehr Elektroautos verkaufen könnte, als die aktuelle Produktion zulässt. "Wir könnten heute schon deutlich mehr e-Golf und e-Up verkaufen als wir derzeit in der Lage sind", bekundete VW-Markenchef Herbert Diess. Ab März 2018 will VW durch die Einführung einer zweiten Schicht seine Produktion in der Gläsernen Manufaktur in Dresden erhöhen

Viele Hersteller haben Nachfrage unterschätzt

Nicht nur VW und Daimler müssen ihre Produktionen anpassen und ausbauen. Viele Automobilhersteller haben den Andrang auf ihre E-Modelle schlicht weg unterschätzt - so auch Hyundai, wie Hyundai-Deutschland-Chef Markus Schrick kürzlich erst zugab. Durch die Erfolgsgeschichte des Hyundai Ioniq wurden nun auch die Produktionsziele für die 2018 startenden E-Versionen des Hyundai Kona und Kia Niro gegenüber den bisherigen Pläne deutlich erhöht. 

Ganz deutlich wird, dass es bei der E-Mobilität nicht an der Nachfrage der Kunden hapert, sondern am Angebot der Automobilhersteller. Diese haben mit zu geringen Stückzahlen geplant und müssen jetzt ihre Produktion ankurbeln, um den Verkauf von E-Autos weiter voranzubringen.