29.03.2016

Internationaler E-Automarkt
E-Autos auf der Überholspur

Rein elektrisch betriebene Fahrzeuge verzeichnen seit geraumer Zeit enorme Zuwachsraten. So haben sich die Zulassungen alleine in Österreich in den ersten zwei Monaten dieses Jahres - im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2015 - mehr als verdoppelt. Das Niveau der Neuzulassungen im Vergleich zum gesamten heimischen Pkw-Markt ist zwar noch relativ niedrig, Elektromobilität verbreitet sich aber schneller, als manch ein Experte gerechnet hätte.
Elektroauto BMW i3
Voll-elektrische BMW i3

Automarkt unter Strom

Ausgerechnet das Öl- und Gas-reiche Norwegen macht vor, wie die Zukunft der Mobilität aussehen kann: nämlich emissions- und lärmfrei, ohne Benzin oder Diesel. Denn ab 2025 wollen die Skandinaviern als erstes Land der Welt den Verkauf von Fahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren gänzlich verbieten. Das Parlament befasst sich Anfang 2017 mit den Thema - die Chancen für ein Ja gelten laut Experten als hoch. Die Hauptstadt Oslo hat bereits im November des letzten Jahres angekündigt, dass ab 2019 keine Diesel- und Benzinfahrzeuge nicht mehr in die Innenstadt gelassen werden.

Politik für mehr Nachhaltigkeit

Der Elektroauto-Boom wird weltweit mit unterschiedlichen Steuererleichterungen unterstützt. So hat Norwegen in den vergangenen Jahren mehr als 420 Millionen Euro pro Jahr in die Förderung von E-Autos im Sinne der Nachhaltigkeit investiert. Die Ergebnisse sprechen für sich: fast 25% der Neuzulassungen sind mittlerweile Elektroautos. Zudem fällt beim Kauf eines E-Autos keine Mehrwertsteuer an und E-Autos sind in vielen Städten von Maut- und Parkgebühren befreit. In China gibt es Kaufprämien und andere Steuervorteile. Aufgrund des enormen Smog-Problems setzt China stark auf die „Mobilität der Zukunft" und lässt daher in Städten wie Peking nur mehr E-Fahrzeuge zu. Außerdem treibt die chinesische Regierung den Ausbau der Ladeinfrastruktur rasant voran. Bis 2020 sollen rund 5 Millionen neue Ladesäulen aufgestellt werden. Direkte Kaufprämien gibt es auch in den USA, Großbritannien und Frankreich. Die Förderungen der österreichischen Regierung zeigen auch hierzulande ihre Wirkung: seit 1. Januar 2016 können österreichische Unternehmen, die ein voll-elektrisches Firmenfahrzeug anschaffen, rund 20% des Kaufpreises von der Vorsteuer abziehen. Außerdem sind Elektrofahrzeuge von Sachbezug, NoVA sowie der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit.

Elektromobilität Unternehmen

Neuzulassungen vervielfachen sich

Weltweit verzeichnet China die größten E-Zulassungszahlen: allein im Vorjahr wurden im „Reich der Mitte“ über 205.000 Elektroautos neu zugelassen. Gleich hinter China an zweiter Stelle liegen die USA mit über 115.000 neuen E-Fahrzeugen, wobei in Sachen E-Mobilität Kalifornien hier der Spitzenreiter ist. Bis 2025 will der westlichste Bundesstaat über 1,5 Millionen Elektroautos (und Plug-in-Hybride) auf den Straßen haben. Auf Österreichs Straßen findet man aktuell etwas mehr als 6.000 reine E-Fahrzeuge – Tendenz auch hier stark steigend.

Forschung treibt E-Mobilität entscheidend an

In den letzten rund 100 Jahren lag der Fokus der Autoindustrie auf der Weiterentwicklung und Optimierung der Verbrennungsmotoren. Die Forschung zur Elektromobilität steckt daher noch relativ in den Kinderschuhen. Doch die technischen Innovationen am Sektor der Batterien und der Ladeinfrastruktur werden es bereits in naher Zukunft ermöglichen höhere Ladekapazitäten zu erreichen, was eine schnelle Ladung der Fahrzeuge bedingt. Die Batterien werden immer leistungsfähiger, was eine erhöhte E-Reichweite zur Folge hat. Das alles wir zu einer noch schnelleren Verbreitung von Elektrofahrzeugen beitragen, die dann auch nach dem Prinzip der „Economies of Scale“ -Batterien nicht nur widerstandfähiger sondern auch günstiger machen. Eine Studie des Fachjournals Nature zeigt, dass die Kosten für Lithium-Ionen-Batterien bereits heute im Schnitt um mehr als 8% pro Jahr sinken. Ein weiterer Schub für die Massentauglichkeit von Elektromobilität also, der auch die Preisschere zwischen konventionellen und elektrischen Fahrzeugen sehr schnell schließen wird.