22.08.2018

Footprint verringern und Geld sparen mit Elektromobilität

In diesem praktischen Leitfaden "Footprint verringern, Geld sparen" erfahren Sie, welchen Beitrag Elektromobilität für die CSR-Strategie Ihres Unternehmen leisten kann.
Geschäftsmann vor E-Flotte

Elektromobilität kann für CSR Manager ein bedeutender Baustein sein, um den ökologischen Footprint von Unternehmen zu verringern. Dabei geht es um strategische Überlegungen, die in eine gesamthafte CSR-Strategie einfließen können. Zwingend müssen sich CSR Manager auch damit beschäftigen wie der zusätzliche Strombedarf für Elektromobilität ökologisch erzeugt werden kann. Photovoltaik und Elektromobilität sind im Unternehmenskontext einfach eine perfekte Kombination. Alle 193 UNO Mitgliedsstaaten haben sich verpflichtet, die 17 Ziele, die Sustainable Development Goals m(SDGs) umzusetzen. Der Autoverkehr gilt als einer der Hauptverursacher der Treibhausgase. Die Regierung setzt deshalb vor allem auch auf den Ausbau der Elektromobilität und sucht sich dazu Partner in der österreichischen Wirtschaft. Und zum Schluss gehen wir in diesem Beitrag noch auf die rechtlichen Rahmenbedingungen beim Thema Elektromobilität ein. Es geht hier nicht nur um Förderungen, sondern auch um Vorteile für Mitarbeiter.

1. Elektromobilität als Teil einer erfolgreichen CSR-Strategie

Corporate Social Responsibility oder kurz CSR, ist ein freiwilliger Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung und steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln. Dafür gibt es keinen Zwang, CSR ist immer freiwillig. Das Problem: Das Engagement in Sachen CSR zahlt sich in der Regel nicht unmittelbar aus. Manager, die daran gewöhnt sind, dass sich Aktivitäten in einem ROI niederschlagen, beäugen CSR oft kritisch.

Dabei ist Nachhaltigkeit  ein Thema, das immer stärker auch in die Vermarktung des Unternehmens mit einfließt. Ein Unternehmen, das sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung  bewusst ist und diese auch wahrnimmt, gewinnt aufgrund dieser Tatsache an Reputation und Image. Das steigert die Kunden-, genauso wie die Mitarbeiterbindung.  Ein besonders großer Effekt wird dabei erzielt, wenn das Unternehmen CSR nicht nur als Werbegag versteht, sondern nachhaltige Projekte umsetzt und so auch nach außen zeigt, dass man es ernst nimmt mit der eigenen Verantwortung für die Gesellschaft.

 

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1.1 Elektromobilität ist attraktiv und schont die Umwelt

Die Elektromobilität gilt hier als ein Paradebeispiel. Elektroautos sparen Energie, sind leise und verursachen keinerlei lokale Schadstoff – oder Treibhausgasemissionen. Die Batteriesysteme sind ungiftig und lassen sich praktisch vollständig recyceln. Einziger kritischer Punkt sind die verwendeten seltenen Erden, die nur unter hohem Aufwand von chemischen Mitteln und damit verbundener Umweltbelastung gewonnen werden. Unter dem Strich überwiegen hier aber bei weitem die Vorteile.

Die Umstellung auf E-Mobilität ist vor allem für Unternehmen attraktiv, bei denen die Standzeiten der Fahrzeuge lang, die Fahrstrecken hingen kurz sind. „E-Autos sind speziell im innerstädtischen Verkehr interessant und eignen sich hervorragend als Poolautos. Aber auch für regional tätige Unternehmen, deren Einsatzgebiete nahe beieinander liegen, bieten Elektrofahrzeuge großes Potenzial“ sagte Martin Kössler, Geschäftsführer ALD Automotive gegenüber der Online-Ausgabe von „Die Wirtschaft“.

Die Bemühungen um nachhaltige Mobilität werden anerkannt. Laut einer norwegischen Studie bekommen 84 Prozent der E-Autofahrer im betrieblichen Umfeld ein positives Feedback vom Kunden. Auch die Mitarbeiter lernen die Elektrofahrzeuge schnell schätzen. Die leisen Fahrzeuge mit der hohen Beschleunigung begeistern die Fahrer, 92 Prozent sagen bei der norwegischen Studie, dass sie mit ihrem Auto zufrieden bis sehr zufrieden sind. Ausnahme: die Chefs. Die zeigen laut WdF-Einkommensstudie (1) nur wenig Interesse an Elektroautos, was  vor allem auch daran liegt, dass es bisher kein preislich attraktives Oberklassen-Modell mit reinem E-Antrieb gibt. Noch nicht.

Infografik über Zufriedenheit bei Nutzern von E-Fahrzeugen

1.2 Elektromobilität spart Geld

Im Gegensatz zu vielen anderen CSR-Maßnahmen gibt es bei der Umstellung auf Elektromobilität durchaus einen sichtbaren ROI. Trotz höheren Anschaffungskosten sind Elektroautos schon nach heutiger Rechnung nach acht Jahren fast 16 Prozent günstiger bei den Gesamtkosten, als ein vergleichbarer Benziner.

Die Gründe: Wartungs- und Verbrauchskosten sind niedriger, hinzu kommen umfangreiche steuerliche und staatliche Förderungen. Der Kostenvorteil wird in den kommenden Jahren noch größer werden, denn während die Gesamtkosten für Wagen mit Verbrennungsmotor weitgehend stabil bleiben oder steigen, werden die für Elektroautos sinken, vor allem, weil die Batterien, die heute der größte Kostentreiber sind, immer günstiger werden.

Zu den Unternehmen, die diese Vorteile bereits nutzen, gehört etwa auch die ASFINAG. Laut Geschäftsführer Josef Fiala sollen bis zum Jahr 2020 20 Prozent des eigenen Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. In Summe sind das 1000 Fahrzeuge. Für die Stromversorgung will die Infrastrukturgesellschaft in den kommenden Monaten zusammen mit Siemens an 47 Stationen Schnellladestationen errichten.

 

Infografik über Wartungs- und Energiekosten

1.3 Image Vorteil nutzen

Aber auch Unternehmen, die ihren Fuhrpark (noch) nicht umstellen wollen, sollten über die Elektromobilität nachdenken. Hotels, Schnellrestaurants oder Supermärkte, die ihren Gästen und Kunden Ladestationen zur Verfügung stellen, profitieren vom grünen Image genauso, wie Kommunen, die die Technologie fördern.

 

1.4 Nachhaltige Stromquellen nötig

Aber eines sollte nicht unterschlagen werden: Elektromobilität ergibt nur dann Sinn, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt. In Österreich sind das vor allem Wasserkraft, Windkraft und Solartechnik. Schon heute hat Österreich einen sehr hohen Stromanteil aus erneuerbaren Energien.

Wenn 10% aller Pkw in Österreich elektrisch fahren würden, wäre der jährliche Strombedarf um 1,8% höher. Bei einer Million Fahrzeugen wären es 3,6%. Wie eine aktuelle Studie der TU Wien zeigt, ist eine 100%ige Abdeckung des heimischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis zum Jahr 2030 umsetzbar. Dabei wurde ein Elektroautoanteil von 30% angenommen.

Es ist also durchaus machbar, dass der zusätzlich benötigte Strom aus erneuerbarer Energie kommt. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass in den nächsten Jahren weitere Optimierungen in den kommenden E-Fahrzeuggenerationen zu erwarten sind, die den Strombedarf noch geringer ausfallen lassen können.

 

2. Elektromobilität und Photovoltaik – die perfekte Kombination

Die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen ist der von mit einem Verbrennungsmotor betriebenen  haushoch überlegen. So ist der kumulierte Energieaufwand für ein Elektroauto um 40 Prozent geringer als bei einem Diesel Pkw, gegenüber einem Benziner ergibt sich sogar 51 Prozent Ersparnis. Auch bei den  CO2-Äquivalenten haben E-Fahrzeuge deutlich die Nase vorne, besonders dann, wenn der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien stammt.

2.1 Strom vom Dach

Allerdings: Dazu muss die bereitgestellte Leistung aus erneuerbarer Energie weiter wachsen. Wobei Elektroautos einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor haben, was den Gesamtenergieverbrauch senkt und auch die Auswirkungen auf die Stromnetze in Grenzen hält. Wenn alle  5 Mio.PKW, die derzeit in Österreich zugelassen sind, auf Grünstrom umgestellt werden sollen, dann bedeutet das lediglich einen zusätzlichen Bedarf von 13 TWh oder 18 Prozent des Jahres Strombedarfs.

Und der Umstieg wird nicht plötzlich kommen. Experten rechnen damit, dass im Jahr 2030 20 Prozent der österreichischen Autos Elektroautos sein werden. Eine komplette Umstellung auf Strom als Antriebsquelle wird vermutlich erst in den Jahren nach 2050 Realität werden.

Infografik über prognostizierten Strombedarf 2030

Zeit genug also, das Potential der erneuerbaren Energien auszuschöpfen. Eine besondere  Bedeutung kommt hierbei der Solartechnik und den Unternehmen zu. Fabrikdächer etwa bieten jede Menge Platz für die Errichtung einer neuen, umweltfreundlichen Solaranlage, die Unternehmen hilft, ihren CO2-Footprint kleiner zu machen und ihre CSR-Ziele zu erreichen. Der von den Anlagen erzeugte Solarstrom wird dabei nicht nur für die Versorgung von Büro und Produktionsanlagen verwendet, sondern zunehmend auch für die „Betankung“ einer E-Fahrzeugflotte.

Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet ist die Österreichische Post AG. Das Unternehmen hat im Herbst 2013 eine der größten Photovoltaikanlagen Österreichs im Rahmen des Programms „E-Mobility Post“ auf dem Briefzentrum in Wien errichtet. Das Logistikzentrum verfügt über eine Dachfläche von rund 30.000 Quadratmetern. Die Photovoltaikanlage mit 882 Kilowatt Peak beansprucht dabei etwa die Hälfte der Dachfläche.

Im Jahre 2014 wurde zudem eine zweite Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 496 kWp auf der Dachfläche des Logistikzentrums in Allhaming in Oberösterreich errichtet. Mit der so gewonnenen Energie kann die gesamte E-Flotte der Post, die bereits mehr als 1.000 Fahrzeuge umfasst, mit Strom aus Sonnenenergie versorgt werden.

Auch Post-Konkurrent UPS setzt auf Ökostrom. Der weltweit agierende Paketdienst will bis zum Jahr 2050 rund 25 Prozent seines Stromverbrauches aus erneuerbaren Energiequellen decken. Und zumindest 25 Prozent der neu angeschafften Fahrzeuge sollen bis dahin mit einem Elektroantrieb ausgerüstet sein.

2.2 Vorteile für KMU

Eine solche Strategie zahlt sich aber nicht nur für die großen Unternehmen aus. Bereits eine Anlage mit 5 Kilowatt Peak liefert genug Strom, um einem durchschnittlichen E-Fahrzeug mit einem Verbrauch von 17 kWh pro 100 km pro Monat 2.500 km Reichweite zu bieten – und das ohne zusätzliche Kosten. Damit lassen sich auch die Ausgaben eines kleinen Handwerksbetriebes, der typischerweise meist seine Kunden innerstädtisch oder im näheren Umkreis hat, senken.

An betriebsfreien Tagen kann der überflüssige Strom zudem in das Netz eingespeist werden und so bares Geld mit der Anlage verdient werden. Weiterer Vorteil: Viele Gemeinden gewähren Elektrofahrzeugen vergünstigte Parkgebühren oder öffnen Zufahrten, die für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gesperrt sind.

 

Photovoltaik Anlage

2.3. Umfangreiche Förderungen möglich

Die OeMAG, die Abwicklungsstelle für Ökostrom, gewährt unterschiedliche Zuschüsse für die Errichtung von PV-Anlagen, darunter auch eine Tarifförderung von PV-Anlagen zwischen 5 und 200 kW. Dafür steht 2018 ein Förderbudget von 8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Höhe der Einspeisetarife wird jährlich per Verordnung geregelt. Die Einspeisetarif-VO 2018 sieht bei Antragstellung und Vertragsabschluss im Jahr 2018 eine Vergütung von 7,91 Cent/kWh und bei Einreichung 2019 einen Tarif von 7,67 Cent/kWh vor.

Zusätzlich wird ein Investitionszuschuss von 30 Prozent der Errichtungskosten - bezogen auf die Engpassleistung der Anlage - höchstens jedoch ein Betrag in Höhe von 250 Euro pro kW gewährt. Es empfiehlt sich in jedem Fall sich über spezielle Fördermaßnahmen zu informieren – und zwar vor Errichtung der Anlage. Denn nur dann können die Zuschüsse gewährt werden.

Daneben bieten auch die Energieversorger Abnahme-Angebote an, beispielsweise auch der Verbund. Diese Angebote sind aber bisweilen regional begrenzt oder an andere Bedingungen geknüpft. Zum Teil gelten auch Staffelpreise.

 

2.4 Individuelle Planung ist alles

Prinzipiell gilt: Bei der Planung einer solchen Anlage sollte man sich von dem tatsächlichen Verbrauch und nicht von den Einspeisetarifen leiten lassen. Gewerbliche Unternehmen können in der Regel von ihrem Energieversorger ein Lastprofil anfordern und so ihren Stromverbrauch über den Tag verteilt auswerten. Auf dieser Basis lässt sich die PV-Anlage dann optimal planen.

Auch die Frage, wann sich eine solche Anlage rentiert, ist nur individuell zu beantworten. Prinzipiell ist es aber möglich, vor allem auch dank gesunkener Herstellungskosten und gesteigerter Qualität der Bauteile, eine solche Anlage mit einer akzeptablen Rendite zu betreiben. Grob gerechnet amortisiert sich die Anlage nach zehn bis 13 Jahren, nach dieser Zeit produziert sie aber noch mindestens zehn weitere Jahre kostenlose Energie, die für das Unternehmen genutzt werden kann.

Hinzu kommt, dass die Nutzung von Ökostrom für den Fahrzeugpark weitere finanzielle Vorteile für das Unternehmen bringt. So sind etwa alle E-Fahrzeuge vorsteuerabzugsfähig (bis zu einem Anschaffungswert von 80.000€) und es muss beim Neukauf keine NOVA entrichtet werden. Auch die motorbezogene Versicherungssteuer  entfällt bei reinen Elektrofahrzeugen. Hinzukommen geringere Wartungskosten. Für die Mitarbeiter interessant: Der Sachbezug für Elektroautos wird mit 0 Euro angesetzt. (siehe auch Abschnitt 4: Rechtliche Fragen)

Infografik über Förderbeispiel

3. SDGs: Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft

Eine nachhaltige Entwicklung ist nicht nur eine Aufgabe für Unternehmen oder einen einzelnen Staat. Um die Ziele zu erreichen, müssen alle Länder dieser Erde an einem Strang ziehen. Deswegen haben die Vereinten Nationen im September 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Das Neue an der Resolution ist ihr ganzheitlicher Ansatz: Wirtschaft, Soziales und Ökologie werden gleichrangig behandelt. Alle 193 Mitgliedsstaaten haben sich verpflichtet, die 17 Ziele, die Sustainable Development Goals (SDGs) umzusetzen. Dazu wollen die Mitgliedsstaaten auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene hinarbeiten – auch Österreich.

3.1 Klimaschutz ist dringendstes Ziel

Eines der wichtigsten Ziele der Agenda ist der Klimaschutz. So verlangt Punkt 13 der SDGs „umgehende Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen“. Die Ausgangslage erscheint dramatisch. 2013 lag der durch die Menschheit verursachte Ausstoß an Treibhausgasen bei 32,2 Mio. Tonnen CO2 die Ökosysteme der Erde können aber maximal 14 Mio. Tonnen pro Jahr aufnehmen. Und der Ausstoß wächst weiter – weil auch das ökonomische Wachstum und der materielle Wohlstand rund um die Welt steigen.

Die Folgen sind schon jetzt zu beobachten: Wetterextreme und Dürreperioden nehmen zu, der Anstieg des Meeresspiegels macht den ersten Inselstaaten zu schaffen. Wissenschaftler halten einen maximalen Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen von 2 Grad für die maximale Größe, bei der die Veränderungen noch halbwegs beherrschbar bleiben, ein Wert, der aber nur durch eine deutliche Reduktion der Emission von Treibhausgasen erreicht werden kann.

3.2 Regierung unterstützt SDGs

Für Österreich, das mit 7,86 Tonnen CO2   pro Kopf deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 4,52 Tonnen liegt, steht im Angesicht diese Zahlen vor der Aufgabe, bis 2050 fast vollständig aus den fossilen Brennstoffen auf Kohlenstoffbasis auszusteigen. Die gute Nachricht: Die entsprechenden Technologien und Konzepte sind bereits vorhanden. Sie müssen nur noch konsequent eingesetzt werden.

Dafür soll ein Ministerbeschluss vom Januar 2016 sorgen, der alle Bundesministerien zur Umsetzung der Agenda 2030 verpflichtet. Die Arbeitsgruppe „Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ veröffentlichte 2017 unter Vorsitz des Bundeskanzleramtes einen ersten Bericht über implementierte Maßnahmen. Seit 2005 ist in Österreich der Anteil erneu­erbarer Energien am Bruttoendenergiever­brauch von 23,9 % auf 32,8 % im Jahr 2015 konstant gestiegen.

Die Regierung zeigt sich optimistisch, dass dieser Wert auf 34 % bis 2020 gesteigert und damit der österreichische Zielwert erreicht werden kann. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) unterstützt diese Bemühungen unter anderem mit dem Programm „Unternehmen Energiewende“.

Flotte Elektroautos

3.3. Unternehmen sind gefordert

Doch die Ziele werden nicht, ohne die Unternehmen zu erreichen sein. Das Ministerium ruft deshalb die österreichische Wirtschaft explizit auf, sich aktiv an der Energie­wende hin zu erneuerbaren Energieträgern, also weniger CO2-Ausstoß sowie mehr Energieeffizienz zu beteiligen. Unterstützt wird dies unter anderem durch die Klimaschutzinitiative »klimaaktiv«, die Umweltförderung im Inland, dem Klima- und Energiefonds der Österreichischen Bundesregierung und »Limane Austria«, einer Plattform zur freiwilligen Kompensation von CO2-Emissionen.

Der Autoverkehr gilt als einer der Hauptverursacher der Treibhausgase. Die Regierung setzt deshalb vor allem auch auf den Ausbau der Elektromobilität und sucht sich dazu Partner in der österreichischen Wirtschaft, wie etwa ASFINAG, ÖBB oder auch die OMV.

3.4 Gute Ladeinfrastruktur ist das Um und Auf

Die OMV ist 40 prozentiger Teilhaber von SMATRICS und damit mit am Aufbau des flächendeckenden Hochleistungs-Ladenetzes in Österreich beteiligt, das mittlerweile aus mehr als 435 Ladepunkten besteht. Alle SMATRICS Ladepunkte werden zu 100 Prozent mit Ökostrom von Verbund gespeist und tragen damit effektiv zur Klimagas-Reduktion bei. OMV ist auch strategischer Partner von IONITY, die sich zum Ziel gemacht hat, ein Ultra-Schnellladenetz in Europa aufzubauen.

An dem Gemeinschaftsunternehmen ist unter anderem auch die BMW AG beteiligt, neben Daimler AG, Ford Motor Company und dem Volkswagen-Konzern. BMW gilt als ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität. So haben die Bayern bereits im Jahr 2014 einen Elektro-Scooter auf den Markt gebracht, der eine Leistung von 48 PS und Reichweite von 160 km mitbringt. Damit ist es das ideale Fahrzeug um vom Stadtrand in die Innenstadt zu pendeln. Es erzeugt keine Abgase und braucht zudem kaum Parkraum.

Für den Erfolg der Elektromobilität sieht BMW die Verfügbarkeit von Ladestationen als entscheidenden Faktor. Kunden, so glauben die Bayern, wechseln nur dann zu Elektrofahrzeugen, wenn sie auch eine ausreichende Ladeinfrastruktur vorfinden. Um diese zu fördern ist der Autobauer beispielsweise mit der Stadt Hamburg eine strategische Partnerschaft eingegangen. Die Stadt Hamburg hat sich verpflichtet, die öffentliche Ladestruktur massiv auszubauen und Parkplätze für Carsharing-Fahrzeuge und Elektrofahrzeuge zu privilegieren. Im Gegenzug will BMW die hauseigene Carsharing-Flotte von Drive-Now bis 2019 schrittweise elektrifizieren.   

 

4. Elektromobilität: Die rechtlichen Rahmenbedingungen

Elektroautos sind drei- bis viermal so effizient wie konventionelle Kraftfahrzeuge. Gerechnet über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs sind Kohlendioxid-Emissionen, verursacht durch Produktion, Nutzung und Entsorgung  je nach Herkunft des Stromes zwischen 75 und 90 Prozent geringer als bei konventionellen Fahrzeugen.

4.1 Steuervorteile für Elektrofahrzeuge

Kein Wunder also, dass die Bemühungen um eine nachhaltige Mobilität auch vom Gesetzgeber unterstützt werden. So sind reine Elektrofahrzeuge sowohl von der Nova, als auch von der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen. Bei Fahrzeugen, die mit einer Kombination aus Elektro – und Verbrennungsmotoren betrieben werden, den sogenannten Plug-In-Hybriden, wird die motorbezogene Versicherungssteuer nur bezogen auf die Nennleistung des Verbrennungsmotors berechnet.  Für Unternehmen gilt: Alle Elektrofahrzeuge (bis zu Anschaffungswert von 80.000€) sind vorsteuerabzugsfähig, wenn sie als Firmenfahrzeug angeschafft werden.

4.2 Subventionen für die Anschaffungskosten

Betriebe, öffentliche Körperschaften und Vereine werden beim Kauf von Elektrofahrzeugen, egal welcher Kategorie, unterstützt. Reine Elektrofahrzeuge oder auch solche mit Wasserstoffantrieb werden mit bis zu 3.000 Euro subventioniert, für hybride Fahrzeuge oder solche mit Extender gibt es immerhin noch 1.500 Euro. Landesspezifische Förderungen  kommen hinzu.

4.3 Mitarbeiter-Anreize

Besonderes Schmankerl für die Mitarbeiter: Für die private Nutzung von rein elektrischen Firmenfahrzeugen wird der Sachbezug auf null gesetzt. Es müssen deshalb keine geldwerten Vorteile versteuert werden. Bei normalen Fahrzeugen beträgt dieser Satz immerhin 1,5 bis 2 Prozent der Anschaffungskosten des Fahrzeugs (maximal 960 Euro monatlich). Ebenso gilt: Lädt der Mitarbeiter sein privates Elektrofahrzeug beim Arbeitgeber unentgeltlich, dann muss er auch hierfür keinen Sachbezug bezahlen.

Landschaft mit Fluss

4.4 Grün heißt freie Fahrt

Für Elektrofahrzeuge wurde mit April 2017 eine spezielle Nummerntafel mit grüner Schrift auf weißem Grund eingeführt. Die Nutzung dieser Tafeln ist optional – es bleibt also jeder Fahrzeughalterin und jedem Fahrzeughalter überlassen, ob er die grüne Kennzeichentafel oder eine konventionelle wählt. Die Wahl für die E-Kennzeichentafel kann aber deutliche Vorteile mit sich bringen.

Das Fahrzeug ist auf Anhieb als E-Fahrzeug zu erkennen, Länder, Städte und Gemeinden können den Haltern besondere Vorteile einräumen, ohne dass weitere Kennzeichnungen notwendig wären, oder dass die Halter besonders darum ansuchen müssten. Solche Vorteile können beispielsweise ermäßigte Parkgebühren, bis hin zum Erlass sein, oder auch erweiterte Lieferzeiten und Lieferzonen für Elektro-Nutzfahrzeuge, exklusive Zufahrten oder touristische Vergünstigungen.

4.5 Ausgleich für Mehrgewicht

Weil Elektrofahrzeuge ihre Antriebsenergie in großen, schweren Batterien speichern, sinkt bei gleichbleibendem zulässigen Höchstgewicht die Nutzlast. Die EU hat deshalb das höchstzulässige Gewicht für zwei- und dreiachsige E-LKW mit alternativem Antrieb um das zusätzliche erforderliche Gewicht, höchstens jedoch um eine Tonne erhöht. Lenker können mit fünf Unterrichtseinheiten eine Zusatzberechtigung für den B-Schein erwerben, der es ihnen erlaubt, elektrische betriebene Lastkraftfahrzeuge bis 4.250 kg zu fahren.

4.6 Ladestationen errichten, einfach gemacht

Für den Betrieb der Elektrofahrzeuge müssen Ladestationen errichtet werden. Und auch hier gibt es Zuschüsse. So können etwa öffentlich zugängliche Schnellladestationen mit bis zu 10.000 Euro gefördert werden. Für die rechtliche Behandlung ist zwischen privaten und gewerblichen Ladestationen zu unterscheiden. Wird die Ladestation mit Gewinnerzielungsabsicht oder in der Absicht zur Erzielung eines anderen Vorteils,etwa als Maßnahme zur Kundenbindung errichtet, dann handelt es sich grundsätzlich um eine gewerbliche Betriebsanlage und fällt damit unter die Gewerbeordnung.

Das gilt auch für den Betrieb der E-Ladestationen. Das heißt: Auch wenn über die Anlage Strom verkauft wird, macht das Unternehmen noch nicht zu einem Elektrizitätsunternehmen gemäß Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz. Daraus folgt: Für die Errichtung und den Betrieb der Anlagen ist immer das gewerbliche Berufsrecht relevant. Das stellte übrigens auch die Bundesgewerbe Referententagung 2016 klar. Sie formuliert sinngemäß, dass solche Vorhaben solange als nicht genehmigungspflichtig anzusehen sind, als nicht spezifische ungewöhnliche oder gefährliche örtliche Umstände oder spezifisch ungewöhnliche Ausführungsweisen auftreten.

Mann beim Aufladen

Damit ist etwa die Positionierung der Anlage in einem Gefährdungsbereich oder im Bereich einer Zufahrt gemeint. Und technisch sicher sollte die Anlage natürlich auch sein. Die Referententagung geht davon aus, dass Unternehmen diese Kriterien von sich aus berücksichtigen, weswegen eine generelle Genehmigungspflicht alleine aus der Möglichkeit, dass der Betriebsanlagen Inhaber das nicht so handhaben könnte, nicht abgeleitet werden kann.

Stellplätze an Ladestationen können nach einer Novelle der Straßenverkehrsordnung ausschließlich für E-Fahrzeuge während des Ladevorganges reserviert werden. Möglich macht dies eine Zusatztafel unter dem Zeichen „Halten und Parken verboten“. Somit kann gewährleistet werden, dass Stellplätze nicht von Fahrzeugen besetzt werden, die sich gerade nicht  in einem Aufladevorgang befinden oder gar keine Elektrofahrzeuge sind.

 

Sehr gerne unterstützen wir Sie bei der Planung und Umsetzung eines Elektromobilitäts Konzeptes im Rahmen Ihrer CSR Strategie. Nutzen Sie die Chance auf ein Expertengespräch:

 

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