09.10.2017

Faktencheck - wir sprechen Klartext
4 E-Mobilitäts-Mythen

Sie denken E-Autos sind zu teuer, der benötigte Strombedarf kann in der Zukunft nicht gedeckt werden und Elektromobilität wird tausenden Menschen den Job kosten? Für alle die (noch) nicht an die elektromobile Zukunft glauben haben wir die häufigsten E-Mobilitäts-Mythen unter die Lupe genommen und sprechen Klartext.
Mythen E-Mobilität SMATRICS

Die Vorbehalte gegen Elektroautos sind in Österreich noch immer groß. Mit hohen Kosten, großer Umweltbelastung sowie negativem Wirtschaftseinfluss begründen viele ihre Skepsis gegenüber der Elektromobilität. 

Mythos Nr. 1: E-Autos sind teurer als Verbrenner

Der Klassiker unter den Behauptungen ist jene, die sich nach wie vor hartnäckig hält: E-Autos sein weder leistbar noch alltagstauglich. Der Faktenchek widerlegt jedoch diese Befürchtung. 

E-Autos sind in der Anschaffung zwar derzeit noch etwas teurer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, jedoch gleicht sich der Kauf meist innerhalb weniger Jahre aufgrund von

Laut Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Ingmar Höbarth sparen E-Auto Besitzer im Schnitt 500 bis 600 Euro an Treibstoffkosten pro Jahr. Zusätzlich senken auch deutlich geringere Kosten für Versicherung und Wartung die laufenden Kosten von E-Fahrzeugen. 

Bei Unternehmen sind es sogar 27.000 Euro jährlich, ab einer Nutzungsdauer von 5 Jahren. 

Mythos Nr. 2: E-Autos sind nicht umweltfreundlicher

Oftmals wird behauptet, E-Autos seien in Wirklichkeit umweltschädlich. Aktuell werden in der Produktion von E-Fahrzeugen tatsächlich mehr Energie als für herkömmliche Verbrennungsmotoren benötigt. Ein entscheidender Faktor ist jedoch der Strommix. Österreich hat hier deutliche Vorteile im Vergleich zu anderen Staaten. Berücksichtigt man daher den gesamten Lebenszyklus der E-Autos (inklusive Batterieproduktion) verursachen Elektrofahrzeuge gegenüber Verbrennern um 70-90% weniger CO2

Während das rein elektrisch betriebene E-Auto, betrieben mit 100% Ökostrom, über seinen Lebenszyklus nur ca. 20g CO2 pro Kilometer verantwortet, gibt der durchschnittliche Benziner und Diesel mit rund 175g CO2 pro Kilometer fast neun Mal soviel Co2 in die Luft ab. 

Mythos Nr. 3: Erhöhter Strombedarf durch E-Autos kann nur mit Fossil- und Atomenergie gedeckt werden

Viele Österreicher sind der Meinung, dass der erhöhte Strombedarf für E-Autos nicht 100%ig durch Erneuerbare Energiequellen abgedeckt werden kann. Fakt ist, dass der Umstieg auf E-Autos mit einem höheren Strombedarf einhergeht. Da elektrisch betriebene Fahrzeuge jedoch durch ihren höheren Wirkungsgrad deutlich energieeffizienter sind als KFZ mit Verbrennungsmotoren, kann auch der Gesamtenergieverbrauch durch einen Umstieg von fossil auf elektrisch betriebene Fahrzeuge gesenkt werden. 

Strombedarf bei 100% E-Autos in Österreich
(c) Klima- und Energiefonds und VCÖ.
  • Wenn 10% aller PKW in Österreich elektrisch fahren würden, läge der jährliche Strombedarf (aktuell bei gesamt 70 Terawattstuden) bei 1,3 Terawattstunden, also lediglich 1,8% höher. 
  • Bei einer Million E-Autos wären es 2,6 TWh oder 3,6%
  • Würden alle PKW elektrisch fahren, würder der Strombedarf nur um 18% steigen.

Laut einer aktuellen Studie der TU Wien, ist eine 100%ige Abdeckung des österreichischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis 2030 umsetzbar - und das ohne signifikante Mehrkosten. 

Mythos Nr. 4: Elektromobilität wird tausende Jobs kosten

Ein weiterer Irrglaube, denn die heimische Wirtschaft kann vom internationalen Ausbau der E-Mobilität nachhaltig profitieren. Bereits jetzt profitieren Unternehmen (wie u.a. Batterie-Entwickler, Ladeinfrastruktur-Anbieter oder Zulieferer von Kabeln und Informationstechnologien) vom Trend zum E-Auto. 

Laut der E-MAPP-Studie können bis 2030 insgesamt bis zu 33.900 neue Jobs entstehen und 3,1 Mrd. Euro Wertschöpfung in Österreich generiert werden.