04.06.2018
Elektromobilität und Photovoltaik

Wie Unternehmen in der Zukunft Energie sparen

Die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen ist der von mit einem Verbrennungsmotor betriebenen haushoch überlegen. Auch bei den CO2-Äquivalenten haben E-Fahrzeuge deutlich die Nase vorne, besonders dann, wenn der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien stammt.
Photovoltaik Anlage

Zukünftiger Bedarf an erneuerbarer Energie

Allerdings: Dazu muss die bereitgestellte Leistung aus erneuerbarer Energie weiter wachsen. Da Elektroautos einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor haben, senkt dies den Gesamtenergieverbrauch und hält damit auch die Auswirkungen auf die Stromnetze in Grenzen. Wenn alle 5 Mio. PKW, die derzeit in Österreich zugelassen sind, auf Grünstrom umgestellt werden, dann bedeutet das lediglich einen zusätzlichen Bedarf von 13 TWh oder 18 Prozent des Jahres Strombedarfs.

Dieser Umstieg wird nicht plötzlich kommen. Experten rechnen damit, dass im Jahr 2030 20 Prozent der österreichischen Autos Elektroautos sein werden. Eine komplette Umstellung auf Strom als Antriebsquelle wird vermutlich erst in den Jahren nach 2050 Realität werden.

Strombedarf bei steigendem E-Autobestand in Österreich
Quelle: klimafonds.gv.at

Strom vom Dach

Zeit genug also, das Potential der erneuerbaren Energien auszuschöpfen. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei der Solartechnik und den Unternehmen zu. Fabrikdächer etwa bieten jede Menge Platz für die Errichtung einer neuen, umweltfreundlichen Solaranlage, die Unternehmen hilft, ihren CO2-Footprint kleiner zu machen und ihre CSR-Ziele zu erreichen. Der von den Anlagen erzeugte Solarstrom wird dabei nicht nur für die Versorgung von Büro und Produktionsanlagen verwendet, sondern zunehmend auch zum Laden einer E-Fahrzeugflotte.

Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet ist die Österreichische Post AG. Das Unternehmen hat im Herbst 2013 eine der größten Photovoltaikanlagen Österreichs im Rahmen des Programms „E-Mobility Post“ auf dem Briefzentrum in Wien errichtet. Das Logistikzentrum verfügt über eine Dachfläche von rund 30.000 Quadratmetern. Die Photovoltaikanlage mit 882 Kilowatt Peak beansprucht dabei etwa die Hälfte der Dachfläche.

Im Jahre 2014 wurde zudem eine zweite Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 496 kWp auf der Dachfläche des Logistikzentrums in Allhaming in Oberösterreich errichtet. Mit der so gewonnenen Energie kann die gesamte E-Flotte der Post, die bereits mehr als 1.000 Fahrzeuge umfasst, mit Strom aus Sonnenenergie versorgt werden.

Auch Post-Konkurrent UPS setzt auf Ökostrom. Der weltweit agierende Paketdienst will bis zum Jahr 2050 rund 25 Prozent seines Stromverbrauches aus erneuerbaren Energiequellen decken. Und zumindest 25 Prozent der neu angeschafften Fahrzeuge sollen bis dahin mit einem Elektroantrieb ausgerüstet sein.

Der Einsatz solcher Elektrofahrzeuge hat viele finanzielle Vorteile für Unternehmen:

  • Alle E-Fahrzeuge sind vorsteuerabzugsfähig (bis zu einem Anschaffungswert von 80.000 Euro) und es muss beim Neukauf keine NOVA entrichtet werden.

  • Auch die motorbezogene Versicherungssteuer entfällt bei reinen Elektrofahrzeugen.

  • Hinzukommen geringere Wartungskosten.

  • Für die Mitarbeiter interessant: Der Sachbezug für Elektroautos wird mit 0 Euro angesetzt.

Vorteile auch für KMU

Eine nachhaltige Strategie zahlt sich aber nicht nur für große Unternehmen aus. Bereits eine Anlage mit 5 Kilowatt Peak liefert genug Strom, um einem durchschnittlichen E-Fahrzeug mit einem Verbrauch von 17 kWh pro 100 km pro Monat 2.500 km Reichweite zu bieten – und das ohne zusätzliche Kosten.
Die Vorteile:

  • Damit lassen sich die Ausgaben eines kleinen Handwerksbetriebes, der typischerweise meist seine Kunden innerstädtisch oder im näheren Umkreis hat, senken.

  • An betriebsfreien Tagen kann der überflüssige Strom zudem in das Netz eingespeist werden und so bares Geld mit der Anlage verdient werden.

  • Viele Gemeinden gewähren Elektrofahrzeugen vergünstigte Parkgebühren oder öffnen Zufahrten, die für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gesperrt sind.

Umfangreiche Förderungen möglich

Die OeMAG, die Abwicklungsstelle für Ökostrom, gewährt unterschiedliche Zuschüsse für die Errichtung von PV-Anlagen, darunter auch eine Tarifförderung von PV-Anlagen zwischen 5 und 200 kW. Dafür steht 2018 ein Förderbudget von 8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Höhe der Einspeisetarife wird jährlich per Verordnung geregelt. Die Einspeisetarif- VO 2018 sieht bei Antragstellung und Vertragsabschluss im Jahr 2018 eine Vergütung von  7,91 Cent/kWh und bei Einreichung 2019 einen Tarif von 7,67 Cent/kWh vor.

 

Photovoltaik Anlage

Zusätzlich wird ein Investitionszuschuss von 30 Prozent der Errichtungskosten – bezogen auf die Engpassleistung der Anlage – höchstens jedoch ein Betrag in Höhe von 250 Euro pro kW gewährt. Es empfiehlt sich in jedem Fall sich über spezielle Fördermaßnahmen zu informieren – und zwar vor Errichtung der Anlage. Denn nur dann können die Zuschüsse gewährt werden.

Daneben bieten auch die Energieversorger Abnahme-Angebote an, beispielsweise auch bei Verbund - Österreichs größtem Erzeuger von Strom aus Wasserkraft . Diese Angebote sind aber bisweilen regional begrenzt oder an andere Bedingungen geknüpft. Zum Teil gelten auch Staffelpreise.

Individuelle Planung für Photovoltaikanlagen ist alles

Prinzipiell gilt: Bei der Planung einer solchen Anlage sollte man sich von dem tatsächlichen Verbrauch und nicht von den Einspeisetarifen leiten lassen. Gewerbliche Unternehmen können in der Regel von ihrem Energieversorger ein Lastprofil anfordern und so ihren Stromverbrauch über den Tag verteilt auswerten. Auf dieser Basis lässt sich die PV-Anlage dann optimal planen.

Auch die Frage, wann sich eine solche Anlage rentiert, ist nur individuell zu beantworten. Prinzipiell ist es aber möglich, vor allem auch dank gesunkener Herstellungskosten und gesteigerter Qualität der Bauteile, eine solche Anlage mit einer akzeptablen Rendite zu betreiben. Grob gerechnet amortisiert sich die Anlage nach zehn bis 13 Jahren, nach dieser Zeit produziert sie aber noch mindestens zehn weitere Jahre kostenlose Energie, die für das Unternehmen genutzt werden kann.

Fazit

Auch wenn die Umstellung auf Elektromobilität nicht von heute auf morgen stattfinden wird, profitieren langfristig jene Unternehmen, die bereits jetzt auf erneuerbare Energie setzen. Vorreiter wie die Post zeigen uns wie, wie derartige Projekte umsetzbar sind, aber auch KMU sehen in der Umstellung zur Photovoltaik bereits zahlreiche Vorteile.

 

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