25.04.2017

Elektromobilität: ein einfacher Weg, um Ihre Immobilie nachhaltig zu planen
10 Fragen, die sich Architekten, Ingenieure und Bauherren stellen sollten

Bei der Vielzahl an Neubauten und Gebäudesanierungen ist die Baubranche aufgefordert, Trends, neue Innovationen und Technologien zu erkennen und diese in ihre Baukonzepte einfließen zu lassen. Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge ist dabei ein wesentlicher Bestandteil. Aber welche rechtlichen Aspekte, baulichen Parameter und Kosten sind bei der Realisierung zu beachten?
Gebäude Plan

Architekten, Bauherren und Ingenieure stehen heutzutage vor der großen energie- und umweltpolitischen Herausforderung, ökologisch nachhaltige Mobilitätskonzepte bei Ihrer Planung und Realisierung von Gebäuden zu berücksichtigen. Elektromobilität mit Strom aus erneuerbarer Energie zählt dabei nicht nur in Österreich, sondern weltweit als Zukunftsthema. Vielversprechende innovative Technologien, Pilotprojekte und zahlreiche E-Autos im Betrieb zeigen bereits heute das große Potenzial elektrisch betriebener Fahrzeuge, veranschaulichen aber auch den starken Bedarf, die Kräfte zahlreicher Akteure -  so auch der Baubranche -  zu bündeln, um eine saubere und energieeffiziente Zukunft gestalten zu können. 

Notwendigkeit einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur

Damit Elektromobilität funktioniert, braucht es eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Neben Schnelllademöglichkeiten im öffentlichen Raum, muss die Möglichkeit bestehen, dort zu laden wo Personen über längere Zeit verweilen (z.B.: Shoppingcenter, Hotels, Unternehmensparkplätze,...). Die Baubranche steht daher vor der organisatorischen und technischen Herausforderung die Integration von Ladestationen zu ermöglichen. 

SMATRICS hat die 10 wichtigsten Hinweise und Fragen für die Bauindustrie zusammengefasst und erklärt wie Elektromobilität für eine langfristige Nutzung in die Gebäudeplanung integriert werden kann. 

Rechtliche Aspekte

  1. Ist eine Genehmigung erforderlich?

Das Genehmigungsverfahren für Ladestationen beruht auf dem Baurecht der Länder und ist daher in den jeweiligen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Im vergangenen Jahr wurden von den Bundesländern einige Erleichterungen umgesetzt, um das Genehmigungsverfahren zu vereinfachen. Wie z.B. in Niederösterreich, hier sind Ladestationen nur mehr meldepflichtig, jedoch nicht mehr anzeigepflichtig (LGBI. Nr. 37/2016). 

Genehmigungsverfahren für Ladestationen nach Baurecht der Länder
  1. Wo ist die Genehmigung einzuholen und welche Auflagen sind damit verbunden?

Die zuständige Behörde für Bauverfahren ist der jeweilige Bürgermeister bzw. die Gemeinde. Gewerblich genutzte Ladestationen obliegen dem Gewerberecht des Bundes, die zuständige Behörde ist die Bezirkshauptmannschaft bzw. das Magistrat/magistratische Bezirksamt. 

Beispiel: Auszug der Bau- und Gewerbeauflagen – Kärnten

UeI1: PKW Stellplätze sind farblich (RAL 6018) als „Stellplätze für Elektroautos“ zu kennzeichnen. An diese Stellplätze angrenzend ist für jeweils zwei Stellplätze eine Ladestation für Elektrofahrzeuge (Stromtankstelle) laut ÖVE/ÖNORM EN 61854-1 mit einer Anschlussleistung bis 22kW (mindestens zwei Steckvorrichtungen Typ 2 laut IEC 62196-1) zu errichten und zu betreiben. Stellplatzschlüssel zur Vorschreibung der Auflage ueI1 bei gewerbl. Anlagen:

  • 1 Ladestation mit 2 ausgewiesenen E-Stellplätzen bei 11-50 vorgeschriebenen Stellplätzen
  • 2 Ladestation mit 4 ausgewiesenen E-Stellplätzen bei 51-100 vorgeschriebenen Stellplätzen
  • 3 Ladestation mit 6 ausgewiesenen E-Stellplätzen bei 101-200 vorgeschriebenen Stellplätzen
  • 4 Ladestation mit 8 ausgewiesenen E-Stellplätzen bei 201-300 vorgeschriebenen Stellplätzen

(ab 51 Standplätzen = 1 Ladestation und 1 weitere Ladestation je angefangenen 100 Stellplatz). Auszüge aus der Bauordnung der einzelnen Länder findet man hier

Bauliche Parameter

  1. Welche Ladestation passt und wer kümmert sich um den Betrieb?

Von der Wallbox bis zum Multi-Stations-System mit Highspeed-Leistung gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Die Parameter hängen von der grundsätzlichen Anforderung ab: 

  • Wie viele Fahrzeuge sollen gleichzeitig laden können?
  • Wie schnell soll geladen werden?

Der laufende Betrieb (Installation & Inbetriebnahme, Service, Wartung) kann selbst übernommen werden oder über einen Komplettanbieter wie z.B. SMATRICS abgewickelt werden. Inkludierte Leistungen sind u.a.  24/7 Monitoring und Servicehotline sowie Fernwartung und Service vor Ort.

  1. Wie viele Ladestationen sind notwendig bzw. ist Nachrüstkonzept notwendig?

Ein Konzept zu Art und Umfang der Nutzung bzw. der zukünftigen Nutzer des Gebäudes sollte vorliegen, um den Ausbau von Ladeinfrastruktur gezielt zu planen. Die Anzahl an Ladestationen ist dem jeweiligen Bedarf anzupassen. Die zukünftige Entwicklung in der Elektromobilität sollte auf jeden Fall bei der Planung berücksichtig werden, um eine Nachrüstung in der Zukunft möglich zu machen, denn die Anzahl an E-Fahrzeugen steigt enorm. 

  1. Gibt es eine ideale Anordnung der Ladestationen?

Es wird empfohlen, E-Parkplätze mit Ladeinfrastruktur an den Wänden von Parkhäusern und in der Nähe zu Verteilerräumen zu errichten,um die Leitungslänge zu reduzieren. Außerdem sollten Parkplätze für Elektrofahrzeuge möglichst nebeneinander angeordnet werden, damit jeweils zwei Parkplätze mit einer Ladestation (die über zwei Ladepunkten verfügt)  versorgt werden können. Es gilt zu beachten, dass sich die Länge der Parkplätze bei Elektrofahrzeugen durch die Integration einer Wallbox oder Standsäule verkürzt und durch seitlich am Fahrzeug angeschlossene Ladekabel die Breite der Parkplätze eingeschränkt ist. 

Realisierung der Ladeinfrastruktur-Ausstattung

  1. Welche Anschlüsse/Stecker sind notwendig?

Im privaten Bereich hängt die Wahl des Steckers vom spezifischen Fahrzeug des Nutzers ab. In gemeinschaftlich genutzten und halböffentlichen Garagen sollte das Laden über Mode 3 mit Typ-2-Stecker angeboten werden. Dieser Stecker-Typ wird bei den Autoherstellern bereits heute forciert.

  1. Ist eine Identifizierung des Nutzers bzw. eine Verrechnungsfunktion notwendig?

Eine Identifizierung ist dann notwendig, wenn ich die Ladung explizit einem Fahrzeug, einer Kostenstelle oder einem Nutzer Fahrzeugnutzer zuordnenzugeordnet werden soll. Wird die Ladeinfrastruktur einer breiten Öffentlichkeit angeboten (Shopping Center, Tiefgaragen, Gemeinden,…), bietet SMATRICS smarte, web-basierte Verrechnungsoptionen. 

Realisierung der Ladeinfrastruktur-Gestaltung/Design

  1. Wallbox oder Schnelllader?

Die Auswahl der Ladestation ist je nach Umgebung und Bedarf individuell festzulegen. Für Wohngebäude sowie Firmengebäude, wo Nutzer länger stehen und laden, sind Wallboxen mit Ladezeiten von mehreren Stunden ausreichend. Schnellladestationen, an denen in 20-30min geladen wird, sind überall dort anzudenken, wo der Nutzer in geringer Zeit eine hohe Reichweite benötigt (z.B. Supermärkte, Handelsketten etc.).

Kosten für Ladeinfrastruktur

  1. Welche Kosten enstehen?

Grundsätzlich gilt: Kostengünstiger ist es, sich während der Konzeptions- und Planungsphase von Gebäuden mit der Integration von Ladeinfrastruktur auseinander zu setzen, als nachträglich Ladeinfrastruktur zu installieren. Die Kosten hängen von einer Vielzahl variabler Parameter ab, sodass eine allgemeine Kostenschätzung nicht seriös möglich ist. Wesentliche Kostenfaktoren sind:

  • Planungskosten: Bedarfsermittlung, Genehmigungen
  • Anschaffung: Ladestation, Schaltanlage, Sicherungen, Zähler, Kabel, Kabelpritschen, Schilder, etc.
  • Installation: Montage der Ladestation, Vernetzung, Kabel verlegen, Inbetriebnahme, Markierungen, bauliche Maßnahmen
  • Betrieb/Wartung: Strom, Service (Updates, Entstörungen), Wartung, etc. 
  1. Gibt es steuerliche Vergünstigungen für Ladeinfrastruktur?

Ja, im Rahmen der Umweltförderung im Inland werden E-Ladestationen finanziell unterstützt. Mit bis zu 10.000€ gefördert wird die Errichtung von öffentlich zugänglichen E-Ladestationen (Wallbox oder Standsäule), an denen ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energie erhältlich ist. Mehr dazu hier.

Ladeinfrastruktur Komplettanbieter: alles aus einer Hand

Sie möchten bei Ihrer nächsten Planung nachhaltig handeln, schon heute an morgen denken und Ladeinfrastrukturmöglichkeiten in Ihre Immobilie integrieren? Sie möchten ein gezieltes Angebot für Ihre Immobilie einholen, weil Sie wissen, dass es sich dabei um eine Investition in die Zukunft handelt und haben sich schon damit beschäftig, wem Sie das Laden ermöglichen möchten und ob bzw. wie Sie die Ladung verrechnen würden? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

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