20.04.2016

E-Mobilität im Unternehmen
5 „e-mobile“ Spartipps für Ihr Unternehmen

Die „e-mobile“ Steuerreform ist ein wichtiger Schritt in Richtung Ökologisierung des Steuersystems. Denn die Anschaffung und Nutzung von Elektroautos wird damit für österreichische Unternehmen sehr attraktiv - mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt- und Unternehmensbilanz. Wir zeigen Ihnen mit welchen 5 Spartipps auch Sie als Unternehmer bzw. Arbeitnehmer ab sofort von einem voll-elektrischen Firmenfahrzeugs profitieren können.
Elektromobilität bei Unternehmen

Kein Fahrzeugtyp verbreitet sich in Österreich rascher als Elektroautos. Während im Jahr 2009 noch etwas mehr als 200 voll-elektrische Fahrzeuge zugelassen waren, sind es heute bereits über 9.000 E-Autos, die lärm- und emissionsfrei auf den heimischen Straßen unterwegs sind. Alleine von Januar bis März dieses Jahres haben die Zulassungen von E-Autos in Österreich um 149,2% (im Vergleich zum 1. Quartal 2015) zugenommen. Für das kräftige Plus sind vor allem Österreichs Unternehmen verantwortlich, die ökonomische und ökologische Vorteile von E-Autos zunehmend erkennen und nutzen. Wir zeigen Ihnen warum…

1. Vorsteuerabzugsfähigkeit

Seit dem 1.1.2016 sind die Anschaffungskosten von Elektroautos vorsteuerabzugsberechtigt (20% der Anschauffungskosten). Der volle Vorsteuerabzug steht allerdings auch künftig nur bei Anschaffungskosten bis maximal 40.000 Euro (inkl. Ust) zu. Liegen die Anschaffungskosten zwischen 40.000 und 80.000 Euro, kann man die Vorsteuer aliquot abziehen. Übersteigen sie hingegen 80.000 Euro netto, ist auch künftig kein Vorsteuerabzug möglich. Die Vorsteuerabzugsfähigkeit besteht sowohl bei Ankauf als auch beim Leasing von E-Fahrzeugen.

2. Sachbezugsbefreiung

Als weiteres „Steuerzuckerl“ sind Elektrofahrzeuge gänzlich vom Sachbezug befreit. Die private Nutzung des elektrisch betriebenen Firmenwagens ist daher für den Dienstnehmer – im Vergleich zur privaten Nutzung von kraftstoffbetriebenen Kfz – kostenlos. Für Arbeitnehmer/innen entfällt damit der monatliche Steuerzuschlag von 1,5 % des Kaufpreises – bei einer Mercedes B-Klasse Electric Drive sind das rund 600 Euro pro Monat und über 20.000 Euro in drei Jahren.

Unternehmer können sich somit bis zu 6.666 Euro Vorsteuer bei der Anschaffung und weitere 11.520 Euro an Sachbezug (= höchster Sachbezug für 12 Monate) im ersten Betriebsjahr sparen. Für Fahrzeuge, die bereits am 31.12.2015 zum Anlagevermögen gehört haben und für die der Vorsteuerberichtigungszeitraum von fünf Kalenderjahren noch nicht abgelaufen ist, darf die Umsatzsteuer vom Kaufpreis nachträglich anteilig als Vorsteuer geltend gemacht werden.

3. keine NoVA

Generell kann man sagen, dass in Österreich alle Elektroautos auch indirekt gefördert werden, da die für Verbrennungsmotoren fällige Steuer (NoVA) im Fall eines elektrisch betriebenen Autos gespart werden kann. Damit fallen auch schon mal bis zu 32 % (Höchststeuersatz nach CO2-Emissionswert in Gramm je Kilometer) der Anschaffungskosten weg.

4. keine motorbezogene Versicherungssteuer

Die Höhe der motorbezogenen Versicherungssteuer richtet sich bei Pkws nach der Leistung (kW) des Verbrennungsmotors. Daraus ergibt sich auch, dass reine Elektroautos von der motorbezogenen Versicherungssteuer komplett befreit sind, Range-Extender und Hybrid-Pkw aber nicht. Die motorbezogene Versicherungssteuer können Sie hier berechnen.

5. sonstige Einsparungen und Zuschüsse

Finanzielle Unterstützung gibt es für Unternehmen auch in den jeweiligen Bundesländern: Auf der Website von SMATRICS finden Sie dazu alle Förderangebote. Außerdem werden bestehende Förderungen ausgebaut. Die von klima:aktiv mobil initiierte Ankaufsförderung für e-Carsharing-Projekte sowie für E-Ladeinfrastrukturen wurde Mitte Oktober um ein Jahr (bis 16.10.2016) verlängert. Mehr Informationen zu den Ankaufsförderungen in den jeweiligen Bundesländern finden Sie hier. In Hinblick auf Förderungen bei der Anschaffung von E-Fahrzeugen für Privatpersonen, Gemeinden und Unternehmen gibt es noch weitere Möglichkeiten. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. (*Alle Angaben ohne Gewähr)

Ein weiterer Vorteil einer voll-elektrischen Firmenflotte sind die Einsparungen bei Betriebs- und Wartungskosten, die bei E-Autos um fast 2/3 geringer sind als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Und besitzt man selbst eine Photovoltaikanlage zuhause kann man große Teile des Autostroms selbst herstellen. Vorzeigeunternehmen wie die Spenglerei Koch beweisen, dass ein solcher Schritt selbst im städtischen Gebiet möglich ist. Für eine eigene Anlage muss man jedoch auch die Anschaffungskosten miteinberechnen, die definitiv nicht für jeden in Frage kommen: Die Unabhängigkeit der eigenen E-Fahrzeuge ist diesen Aufwand jedoch auf lange Sicht wert.