23.09.2016

E-Mobilität in Österreich
Neues E-Förderpaket

Die österreichische Bundesregierung will im November ein Paket zur Förderung der Elektromobilität präsentieren. Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) möchten mit dem Maßnahmenkatalog neue finanzielle Anreize für Privatpersonen schaffen, Gratis-Parken für E-Autos fördern und den E-Fahrzeuge neu kennzeichnen. Ziel der Förderung ist es, die Emissionen von Treibhausgasen in Österreich zu vermindern und somit den in Paris vereinbarten Klimazielen ein Schritt näher zu kommen.
BM Leichtfried bei der SMATRICS Ladestation
Waren sichtlich begeistert von der SMATRICS Highspeed Ladestation in Wien - v.l.n.r.: Theresia Vogel (GF Klima- und Energiefonds), Jörg Leichtfried (Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie) und Wolfgang Anzengruber (Vorstandsvorsitzender Verbund AG)

Finanzielle Anreize

Im neuen E-Mobilitäts-Paket sollen finanzielle und nicht-finanzielle Anreize zum Kauf eines E-Autos enthalten sein. Der Kauf eines E-Autos könne also, ähnlich wie im benachbarten Deutschland, mit einer Kaufprämie bis zu 5.000€ finanziell gefördert werden. Über eine steuerliche Erleichterung für Privatpersonen beim Kauf eines E-Autos soll im Rahmen einer eigenen Arbeitsgruppe auch diskutiert werden.

Gratis-Parken

Weiters sollen Privilegien für E-Autofahrer den Anreiz zum Kauf erhöhen, etwa Gratis-Parken. Da dafür Länder und Gemeinden zuständig seien und dadurch Einnahmenausfälle hätten, müssten diesbezüglich noch Gespräche geführt werden. Die Option, dass E-Autos dort fahren dürfen, wo herkömmliche Autos nicht fahren dürfen, etwa in Umweltzonen in Innenstädten, solle auch diskutiert werden. Die Öffnung von Busspuren für E-Autos kann sich der Verkehrsminister eher nicht vorstellen. Zudem sollen die E-Fahrzeuge, ähnlich wie in Norwegen, speziell gekennzeichnet werden. Damit werden E- Autos schneller und einfacher überprüfbar.

Ausbau der Infrastruktur

Bis zum Jahr 2020 soll in Österreich die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden. Dabei sollen vor allem Ladestationen gefördert werden, die alle drei gängigen Steckertypen anbieten. Als Paradebeispiel hierfür gilt das flächendeckende Highspeed Ladenetz von SMATRICS.

Arbeitsgruppe

Eine eigene Arbeitsgruppe soll als Beratungsgremium für das Ministerium fungieren. Darin werden Experten aus dem BMVIT sowie der in den USA besuchten Autokonzerne Tesla und BMW vertreten sein. Auch weitere Unternehmen sowie Interessensverbände und Universitätsinstitute könnten an der Arbeitsgruppe teilnehmen. Auch SMATRICS Geschäftsführer Michael-Viktor Fischer wird bei einem ersten Treffen nächste Woche im Bundesministerium mit dabei sein.

Klimaziele erreichen

Bis spätestens 2030 sollen in Deutschland keine Neuwagen mehr mit Verbrennungsmotor verkauft werden. Das fordert der deutsche Bundesrat, die Vertretung der Bundesländer. Auch in Österreich ist ein Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis zum Jahr 2030 machbar und auch nötig, um die Klimaziele von Paris erreichen zu können. Denn die vereinbarten Klimaziele bedeuten für Industrienationen wie Österreich, dass bis 2050 der Treibhausgasausstoß auf netto null sein muss. Das heißt, auch Österreich muss das gesamtes Energie-, Wirtschafts- und Gesellschaftssystem umstellen. Ein zentraler Schritt dorthin ist, auch laut der Bundesregierung, die Umstellung auf eine emissionsfreie Mobilität.