19.09.2017

Die Zukunft des Autos
Folgt 2026 das tätsächliche Aus für den Verbrenner?

Wirtschaft, Politik, Autobranche und Zukunftsforscher sind davon überzeugt: E-Autos werden sich durchsetzen. Die große Frage, die sich dabei jeder stellt ist: Wann ist es endlich soweit? Der deutsche Physiker Richard Randoll hat wissenschaftlich berechnet, wann die letzten Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verschwinden.
SMATRICS Zukunft sind E-Autos

2022 wird jeder zehnte Neuwagen ein E-Auto sein

IAA in Frankfurt: Alles was Rang und Namen in der Automobilbranche hat ist vertreten und trotz aller Neuerungen, aller top Marken reden alle Hersteller, die Presse und Besucher nur noch vom Elektroauto.

Im Interview mit Spiegel erklärt Richard Rondell, Physiker und Verfasser der Dissertation "Investigations on a Packaging Technology for PCB Integrated Power Electronics", warum 2026, das Aus für den Verbrennungsmotor gewiss ist. Lt. Rondell erreicht das E-Auto bereits im Sommer 2022 einen erstmals signifikanten Marktanteil. Zumindest jeder zehnte Neuwagen weltweit wird dann ein Elektrofahrzeug sein. Aufgrund der Auswertung der weltweiten Verkaufszahlen von reinen batteriebetriebenen Fahrzeugen, welche lt. Rondell ab dem Jahr 2011 zählbar sind, kommt er zu dieser Schlussfolgerung. 

2026 kommt das Aus für den Verbrennungsmotor

Ausgehend davon, dass 2011 das erste E-Auto, der Nissan Leaf, in Großserie produziert wurde und sich seither alle 15 Monate die Zahl der verkauften rein elektrisch betriebenen Autos verdoppelte, kann man mittels logarithmischen Skala, die Werte für die kommenden Jahreszahlen ganz einfach ablesen.

Diplomarbeit Richard Randoll
(c) Richard Randoll.

Folgt man dieser Skala erreicht man im Sommer 2026 eine Produktion von 100 Millionen Elektrofahrzeuge jährlich, was dann voraussichtlich die komplette Weltproduktion darstellt und das Aus für den Verbrennungsmotor bedeutet. 

Das bedeutet, wenn einem 2036 noch ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor begegnet ist dieses Auto vermutlich mindestens zehn Jahre alt. 

Zufall oder belegbar?

Neben diesem simplen Logarythmus stecken jedoch weiter Überlegungen. Randoll bezieht bei der Überlegung auch den Technologiewandel, welcher die gleiche Lebensdauer des alten Produktes haben soll, mit ein.

Dazu verweist er auf ein Beispiel: Die durchschnittliche Lebensdauer eines Mobiltelefons liegt bei 4 Jahren. Wenn das alte Handy nach 4 Jahren kaputtgeht und es auf dem Markt bereits Smartphones gibt, wird der Käufer überlegen auf die neue Technologie, also das Smartphone, umzusteigen. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren rechnet man im Durchschnitt mit einer mittleren Lebensdauer von 15 Jahren. Nimmt man den Marktstart des ersten E-Autos, also das Jahr 2011, wäre im Jahr 2026 der Technologiewandel zum Elektroauto geschafft.

Die Vergangenheit zeigt unzählige Beispiele aus Branchen, welche diese These belegen. (Bsp.: Pferdekutsche zum Automobil mit Verbrennungsmotor, Dampflok zur Elektrolok, Röhrenbildschirm zum Flachbildschirm, Analogfotografier zur Digitalfotographie, Glühbirne zur LED, uvm.)

Pioniere und Vorreiter haben alles richtig gemacht

"If a Trend becomes obvious, you are too late." - "Wenn ein Trend sichtbar wird, bist du zu spät.", so Tesla Chef Elon Musk. 

Randoll gibt Elon Musk recht. Pioniere und Vorreiter aus den Bereich der E-Autos und E-Mobilität, haben alles richtig gemacht und mit den frühen Investitionen nicht nur Verluste geschrieben, sondern sich auch wichtige Patente gesichert und wichtiges Wissen angeeignet. Mit diesen ist es leichter möglich den Markt gut abzustecken und langfristig gesehen davon zu profitieren. Das zeigt auch eine überaus gute Bewertung vom E-Auto Pionier Tesla an der Börse. 

Politik und Weltwirtschaft haben großen Einfluss auf die Entwicklung

Weltwirschaftsereignisse können diese Berechnungen stark beeinflussen. Aus historischer Sicht brach der Automobilabsatz während des Zweiten Weltkriegs stark ein, setzte sich jedoch nach dem Krieg unverändert fort. 

Genauso können Entscheidungen durch die Politik, etwa die Forderung Diesel- und Benzinmotoren zu verbieten, erheblich beeinflussen. Ein solches Verbot kann zu einem gut abgeschätzen Zeitpunkt verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik bedeuten und kann dafür sorgen, dass heimische Unternehmen den Wandel rasch vorantreiben. Wie auch das Beispiel des Glühbirnenverbotes zeigt. 

Wann wird die E-Mobilität abgelöst?

Lt. Randoll hat sich die Effizienz von Bewegungsmaschinen, seit der Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt aus dem Jahr 1769, alle 60 Jahre verdoppelt. 3% betrug damals der Wirkungsgrad der Dampfmaschine. Der Wirkungsgrad des E-Autos aus dem jahr 2011 lag bei 80%. Erst, wenn ein besserer Wirkungsgrad durch ein Serienprodukt wie das E-Auto gegeben ist, wird diese neue Technolgie das E-Auto ablösen

 

Quelle: spiegel.de