09.01.2015

Dicke Luft in Wien
Feinstaubwerte gefährlich hoch

Das Überqueren einer stark befahrenen Straße in Wien kann ähnlich gesundheitsschädlich sein wie der Aufenthalt in einem verrauchten Lokal. Denn die Belastung mit Ultrafeinstaubpartikeln ist in der Bundeshauptstadt im Vergleich zu anderen europäischen Städten hoch, warnte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Schuld sei daran vor allem der Verkehr.
Bild: (c) Guenther Peroutka Quelle: http://static.wirtschaftsblatt.at/images/uploads_600/7/d/6/1583062/SDOST-TANGENTE-WIEN_1395943333124371_v0_l.jpg

Im Bild: Die Wiener Südtangente / Foto: (c) Guenther Peroutka
Quelle: http://static.wirtschaftsblatt.at/images

Gemessen wurde an mehreren Orten in Wien, jeweils für fünf Minuten - dabei kamen die Experten vom Danish Ecological Council in Kopenhagen etwa am Hernalser Gürtel auf einen Durchschnittswert von rund 115.000 Partikeln pro Kubikzentimeter Luft, Maximalwerte lagen bei rund 165.000 Partikeln. Damit sei die Belastungssituation ähnlich wie in einem verrauchten Lokal, erklärte Bettina Urbanek vom VCÖ. Die Messungen wurden zudem bei regnerischem und windigem Wetter durchgeführt, was erfahrungsgemäß niedrigere Werte produziere.

Offizielle Grenzwerte gibt es zwar noch keine, allerdings liegen Empfehlungen von Umweltwissenschaftern vor: Sie raten zu einem Ultrafeinstaub-Jahresmittelwert von 7.000 Partikeln pro Kubikzentimeter, mit stündlichen Spitzenwerten von höchstens 20.000 Partikeln. Zum Vergleich: Im Schlosspark Schönbrunn - also an einer Stelle ohne Verkehr - maß der VCÖ eine Belastung von rund 4.000 Partikeln pro Kubikzentimeter.

"Als Quelle haben wir im Stadtgebiet vor allem den Straßenverkehr ausgemacht, besonders Dieselfahrzeuge, die keinen Partikelfilter haben", so Urbanek. Dass man im Inneren eines Fahrzeuges vor Ultrafeinstaub geschützt sei, sei ein"Irrglaube": Auch hier hätten die Experten des VCÖ bei einer Probefahrt deutlich erhöhte Werte gemessen. Je dichter der Verkehr, desto höher die Partikeldichte: Spitzenwerte von 230.000 pro Kubikzentimeter habe man etwa beim Bergauffahren am Grünen Berg erhoben. Das könne vor allem für Pendler und Berufsfahrer schnell zu Gesundheitsproblemen führen.

"Es ist höchste Eisenbahn, dass man hier etwas tut!"

Im Gegensatz zu "normalem" Feinstaub besteht Ultrafeinstaub aus noch kleineren Partikeln - beispielsweise aus Verbrennungsprozessen - mit einem Durchmesser von bis zu einem Mikrometer (PM 0,1). Während die größeren Partikel meist im Rachenraum hängen bleiben und abgehustet werden können, dringt Ultrafeinstaub tiefer in die Atemwege ein und kann sich auch in den  Lungenbläschen absetzen.

Kurzfristige Folgen können klassische Atemwegsbeschwerden wie Husten, Asthmaanfälle oder Bronchitis sein, langfristig kann es etwa zu einer Beeinträchtigung des Lungenwachstums bei Kindern oder Lungenkrebs kommen. Jedenfalls sei in Studien ein Zusammenhang zwischen Ultrafeinstaub und erhöhter Sterblichkeit festgestellt worden.

"Noch wird Ultrafeinstaub als Gesundheitsproblem zu wenig ernst genommen. Es ist höchste Eisenbahn, dass man hier etwas tut", kritisierte der Umweltmediziner. Bereits mit jeder kleinen Reduktion erreiche man gesundheitliche Benefits für die Bevölkerung. Im Vergleich mit anderen europäischen Großstädten schneide Wien bei den Messungen des Danish Ecological Council schlecht ab, so Urbanek: Großstädte wie Berlin oder Kopenhagen wiesen deutlich bessere Werte vor. In Wien befinde man sich eher auf dem Niveau von Städten wie Prag oder Bratislava. Problematisch sei vor allem, dass Ultrafeinstaub - im Gegensatz zu Feinstaub aus Grobpartikeln - derzeit noch gar nicht gemessen werde. Deshalb forderte der VCÖ den Start von regelmäßigen Messungen - das scheitere vor allem an uneinheitlichen und nicht adäquaten Methoden und Messgeräten.
(Quelle: http://www.vcoe.at/de/vcoe-unterstuetzen/ultrafeinstaub)

SMATRICS für mehr Elektromobilität

fischerDr. Michael Viktor Fischer, SMATRICS-Geschäftsführer: “Diese Werte unterstreichen abermals die Tatsache, dass in Österreich noch weiterer Handlungsbedarf besteht, wenn es um die gezielte Förderung von energieeffizienten und schadstoffarmen Fahrzeugen geht. Gerade in der Bundeshauptstadt Wien, die als `lebenswerteste Stadt der Welt` gilt, muss Elektromobilität endlich eine größere Rolle in Sachen urbane Mobilität einnehmen. "

Als erster österreichischer Anbieter einer flächendeckenden und bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur setzt sich SMATRICS seit seiner Unternehmensgründung für die gezielte Förderung der heimischen Elektromobilität ein. Dabei wurden öffentlich immer wieder die Vorteile von Fahrzeugen mit alternativen Antriebssystemen aufgezeigt und auf drei grundlegende Handlungsvorschläge hingewiesen:

  1. Dienstwagenbesteuerung nach ökologischen Kriterien
  2. Vorsteuerabzugsfähigkeit: Bsp. Norwegen: Befreiung von Umsatzsteuer (24%)
  3. Neue öffentliche Parkraumbewirtschaftung mit der Ausweisung von gebührenfreien Stellplätzen für Elektroautos: Bsp. Niederlande: keine City Maut, freies städtisches Parken

Zusammen mit attraktiven Standortpartnern wie z.B. OMV. REWE und APCOA baut SMATRICS ein Ladenetz an hochfrequentierten Standorten entlang der Autobahnen auf und verdichtet seine multistandard Lademöglichkeiten auch in Ballungszentren. Bereits heute heißt es an 152 Ladepunkten im Umkreis von ca. 60km in ganz Österreich: “Strom Gibt Gas”

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Autor: SMATRICS