22.05.2017

Das Geheimnis der Elektroautos. (Teil 4)
E-Mobilität: die Energiewende im Verkehr

Im letzten Beitrag der Serie „Das Geheimnis der Elektroautos“ haben wir geklärt, dass bei einer Halbierung des Energiebedarfs bis zum Jahr 2050 Österreich in der Lage wäre, die Energieversorgung fast ausschließlich durch erneuerbare Energiequellen zu decken. Um die grundlegende Wende im Verkehrssektor zu erreichen, bedarf es neben dem Einsatz von E-Fahrzeugen auch einer effizienten nachhaltigen Energiegewinnung und Speicherung.
Die Zukunft der E-Mobilität

Wären in Österreich die Hälfte aller 4,8 Millionen PKW elektrisch betriebene Modelle, würde der gesamte Jahresbedarf an elektrischer Energie um rund 8% ansteigen. Daher optimieren Energieversorgungsunternehmen durch die Aufnahme dezentraler Energieproduzenten ins elektrische Netz, wie etwa Wind oder Photovoltaik, potentielle Energien zwischen lokalen Erzeugungen und lokalem Verbrauch. So ermöglichen Photovoltaikanlagen auf Häuserdächern, Parkplätzen und Industriegebäuden die direkte Nutzung der Sonnenenergie für die Ladung von E-Autos.

Photovoltaik: Was ist das überhaupt?

Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in Strom. Der Name setzt sich aus den Teilen „Phos“ – griechisch für Licht – und „Volt“ – die Einheit für elektrische Spannung – zusammen. Bereits 1883 wurde die erste „Solarzelle“ gebaut. Ab 1958 wird Photovoltaik, zunächst in der Energieversorgung von Satelliten, dann zur Stromerzeugung auf der ganzen Welt eingesetzt.

Eine eigene Stromtankstelle betreiben

Photovoltaikanlage in Betrieb

Immer mehr private Haushalte installieren Photovoltaikanlagen, um die Sonnenenergie effizient zu nutzen. Ein dabei installierter Stromspeicher, welcher als Zwischenspeicher dient, ermöglicht die Nutzung des Stroms für das E-Auto während der Nacht oder an sonnenscheinarmen Tagen. Der Speicher kann außerdem höhere Ladeleistungen in Kombination mit dem Netz bereitstellen. Durch die Integration einer Wallbox ist es möglich, 9 Mal schneller als an einer haushaltsüblichen Steckdose zu laden. Die Box garantiert das sichere Laden, ohne dabei den Hausstromkreis zu überlasten.

Sollte die produzierte Energie nicht benötigt werden und der Stromspeicher bereits voll sein, wird die überschüssige Energie ins Netz gespeist und anderen Haushalten zur Verfügung gestellt. Stromproduzenten, wie auch der VERBUND, bieten Abnahmeverträge an. So produziert man seinen eigenen Strom und erhält bei Einspeisung ins Netz eine Vergütung pro abgegebene kWh.

Die E-Flotte mit eigenem Strom versorgen

Einige Unternehmen haben bereits die Effizienz und Nachhaltigkeit von E-Fahrzeugen in Kombination mit der Stromproduktion durch Photovoltaik erkannt. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz durch die Umstellung ihres Fuhrparks auf E-Autos. Eine Vorreiterrolle übernimmt hier die Post AG. Sie besitzt und betreibt Österreichs größte E-Flotte mit über tausend E-Fahrzeugen. Dafür wurde auf dem Briefzentrum in Wien-Inzersdorf eine der größten Aufdach-Photovoltaikanlagen Österreichs errichtet, welche eigenen Strom für das Laden der E-Flotte bereitstellt. 

E-Flotte der Post
(c) Österreichische Post

Das E-Fahrzeug als Stromspeicher

Neben dem höchst erfolgreichen Einsatz von Photovoltaik werden auch weitere Stromspeichermethoden getestet, um künftig die Kapazitäten verwalten zu können. Gesteuertes Laden ist dabei eine der Zukunftsversionen. Hier werden durch Steuerungs- und Regulierungsmechanismen Spitzenlasten bewältigt sowie eine bedarfsgerechte Energierückspeisung aus E-Auto-Batterien gewährleistet. Wenn einzelne E-Autos eine relativ geringe Menge, ca. 10-20%, bereitstellen würden, kann über die Masse an E-Fahrzeugen ein Speicher für Überproduktion von Strom zur Verfügung gestellt werden

Das Geheimnis der Elektroautos

In E-Autos steckt nach längerer Betrachtung mehr als man auf den ersten Blick vermutet. Mit der Beitragsserie „Das Geheimnis der Elektroautos“ haben wir spannende Blickwinkel aufgezeigt, warum Elektromobilität nicht nur emissionsarm und geräuschfrei ist, sondern auch einen wesentlichen Teil zur dringend benötigten Energiewende beiträgt.

Hier die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:

  • Elektromobilität muss mit erneuerbaren Energien (Wasser-, Wind-, Sonnenenergie) betrieben werden.

  • Die Dekarbonisierung des Verkehrs ist der große Hebel zur Reduktion der gesamten CO2 Emissionen.

  • Technologischer Fortschritt und politischer Rahmen bestimmen die Entwicklung bei E-PKW.

  • Notwendigkeit des Ausbaus von Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge.

  • Intelligente Steuerung von Spitzenlasten & Deckung durch lokale Erzeugungen (Photovoltaik) muss erhöht werden.

 

Hier geht’s zu den Beiträgen der Beitragsserie: