25.04.2017

Das Geheimnis der Elektroautos. (Teil 3)
Photovoltaik: die große Chance für die Elektromobilität

Aus den ersten beiden Beiträgen der Beitragsserie „Das Geheimnis der Elektroautos“ wissen wir bereits, dass die Zukunft der Elektromobilität auf erneuerbaren Energien beruht. Europa, allen voran Österreich, setzen auf alternative Kraftstoffe und „Saubere Energie im Verkehr“. Was passiert jedoch, wenn die Energiewende rasant eintritt und von heute auf morgen alle Verbrenner in Österreich durch E-Autos ersetzt werden? Kann Österreich den Strombedarf decken und ist es möglich energieautark zu werden?

Verkehr ist Schlüsselfaktor des Energiebedarfs in Österreich

Die oben angeführten Statistiken zeigen deutlich, dass das Thema Verkehr in Österreich eine sehr wichtige Rolle spielt. Seit 2000 ist der Erdölverbrauch in Österreich in vielen Sektoren gesunken, im Verkehr jedoch um 11% gestiegen. Der Bereich Verkehr weist hierzulande den größten Energiebedarf auf und es zeigt sich klar, dass Österreichs Haushalte mehr als ein Drittel der Energie für Mobilität aufwenden. Ende des Jahres 2016 veröffentlichte die EU daraus resultierend ein Energiepaket, welches die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden, Industrie und Verkehr beinhaltet und sich mit dem Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, also „Saubere Energie im Verkehr“, auseinandersetzt.

Es braucht tiefgreifende Maßnahmen

Ein entscheidender Punkt ist der Entschluss, welche Infrastrukturen in den kommenden Jahren gefördert und gebaut werden. Dies gibt die Richtung vor in welche die Nutzung fossiler und erneuerbarer Energie geht. Dabei ist ganz klar: Je größer die Abhängigkeit von fossiler Energie, desto schwieriger wird die Umsetzung der Energiewende, vor allem im Mobilitätssektor. Tiefgreifende Maßnahmen sind daher notwendig, um das Risiko künftiger Umweltkatastrophen nachhaltig zu minimieren. 

Energieautarkie durch erneuerbare Energien

Für den Ausbau erneuerbarer Energieproduktion gibt es unterschiedliche Parameter zu berücksichtigen:

  • Physikalisch-Meteorologische Parameter: Anzahl der erneuerbaren Energiequellen (Wind-, Wasser- oder Sonnenkraft) in einer Region sowie der Anteil der mit den verfügbaren Technologien genutzt werden kann
  • Ökologische Parameter: Folgen für biologische Vielfalt und Landschaftsschutz.

Erstere sind in Österreich begünstig. Einer der Gründe, weshalb SMATRICS auf Strom aus 100% Wasserkraft von VERBUND setzt.

Energieszenarien zeigen, dass es in Österreich möglich wäre, bei einer Halbierung des Energiebedarfs bis zum Jahr 2050, die Energieversorgung fast ausschließlich durch erneuerbare Energiequellen zu decken.

Photovoltaik: die große Chance für den Verkehrssektor

Wasserkraft produziert derzeit jährlich 37 Millionen Kilowattstunden (KWh), das technische Potenzial liegt bei 42-56 Millionen KWh. Das höchste technische Potenzial zur Stromgewinnung wird Photovoltaik mit 22-27 Millionen KWh zugeschrieben, nicht zuletzt aufgrund der Energieübertragunsverluste, welche dadurch vermieden werden können.  Der Sektor Verkehr, besonders E-Mobilität, aber auch jeder einzelne kann von diesem Potenzial von Photovoltaik nachhaltig profitieren.

E-Auto aufladen mit Sonnenenergie

Die Errichtung von Photovoltaik Anlagen auf Dächern von Betrieben und Wohnhäusern  ist eine Entwicklung, welche maßgeblich zum aktiven Klimaschutz beiträgt. Der dadurch erzeugte Strom kann direkt weiterverwendet werden – entweder für die Gebäude selbst oder für das Laden des Elektroautos auf dem Parkplatz oder in der Garage. Der E-Auto Fahrer benötigt nur noch eine Wallbox oder eine mobile Lade-Unit und kann einfach zuhause laden.

Rechtliche Herausforderungen für Bewohner von Mehrparteienhäusern

Besonders Wien weist mit 1.836 Gigawattstunden pro Jahr großes Potenzial in diesem Bereich auf. Rund 590.000 Haushalte könnten damit versorgt werden. Derzeit ist jedoch die gemeinschaftliche Nutzung von Photovoltaikanlagen auf mehrgeschossigen Gebäuden rechtlich verboten, was die Umsetzung für Wien eingrenzt. Es braucht eine Novellierung des Elektrizitätswirtschaft- und –organisationsgesetztes (EIWOG), um künftig auch mehrgeschossige Gebäude mit mehreren Nutzern mit Photovoltaikanlagen ausstatten zu können.

 

Zusammenfassend ist herauszuheben, dass ein neues Verständnis für Mobilität notwendig ist, um die Energie- und Klimaziele bis zum Jahr 2050 zu erfüllen und Österreich ausschließlich mit Energie aus erneuerbaren Energieträgern zu versorgen. Es bedarf einer grundlegenden Wende im Verkehrssektor bei welcher künftig Photovoltaik eine ausschlaggebende Rolle einnehmen wird.

Aber was ist Photovoltaik eigentlich? Entstehen Vorteile durch die Nutzung von Photovoltaik für den E-Auto Fahrer und ist eine dezentrale Stromproduktion dadurch möglich?

 

Mehr dazu erfahren Sie in unserem nächsten Beitrag der Serie „Das Geheimnis der Elektroautos“. Sie möchten den Beitrag sowie andere Beiträge zum Thema Elektromobilität nicht verpassen? Dann gleich zum SMATRICS Newsletter anmelden und immer top informiert sein: 

Newsletter Anmeldung