24.07.2018
Auswirkungen der E-mobilität auf die CSR-Reputation

Best Practice: CSR Manager berichten

Die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen ist aus den CSR-Strategien österreichischer Unternehmen kaum mehr wegzudenken. Dies resultiert einerseits aus Vorgaben der Europäischen Union, die für künftige Neuwagen-Flotten sehr strenge Ausstoß-Grenzen vorsehen, auf der anderen Seite gehört es im Jahr 2018 einfach zum guten Ton, mit Ressourcen und der Umwelt schonend umzugehen.

Wir haben bei REWE International AG und VERBUND AG nachgefragt, welchen Stellenwert Elektromobilität in der Nachhaltigkeitsstrategie einnimmt, welche Herausforderungen es bei der Implementierung gab und wie die künftige Entwicklung eingeschätzt wird. 

Evelyne Ozinger, REWE International AG

"E-Mobilität bietet sehr viele Vorteile!"

Evelyne Ozinger ist bei der REWE International AG für das Thema Nachhaltigkeit verantwortlich.

Markus Urban-Hübler, Verbund AG

"Haben uns ambitionierte Ziele gesetzt!"

Markus Urban-Hübler ist Sustainability Manager bei der VERBUND AG

Große Einsparungspotentiale bei CO2-Emissionen durch E-Autos

Evelyne Ozinger – sie ist bei der REWE International AG für die Themen E-Mobilität und Nachhaltigkeit zuständig – berichtet: „Wir haben neun Bereichsfahrzeuge (z. B. IT, Sicherheitsdienst, etc.), die vor allem Kurzstrecken fahren und somit extrem viel CO2 einsparen“, und verweist in diesem Zusammenhang auf die sehr schlechte Ökobilanz von Diesel-Fahrzeugen im Winter auf kurzen Strecken. Darüber hinaus gibt es 21 E-Dienstwagen, in Summe machen die E-Fahrzeuge 2 Prozent des Fuhrparks aus. „Wir haben aber bereits eine Analyse durchgeführt und planen, durch verstärkten Einsatz von E-PKWs bis 2022 bis zu 24 Prozent an treibstoffbedingen CO2-Emissionen einzusparen.

Außerdem sind bei REWE International AG im LKW-Bereich bereits seit dem Jahr 2011 drei Hybrid-LKW im Einsatz. „Im Laufe des heurigen Jahres erhalten wir einen reinen E-LKW, der an einer 150 kW Ladestation geladen wird,“ freut sich Ozinger. Und nicht zuletzt gehört REWE International AG als Standortpartner der ersten Stunde von SMATRICS, dem größten österreichweiten Schnellladenetz, auch im öffentlichen Bereich zu den Vorreitern.

 

VERBUND hat sich zum Ziel gesetzt, die THG-Emissionen ausgehend vom Basisjahr 2011 bis zum Jahr 2021 um 90 Prozent zu reduzieren. Der Anteil des Fuhrparks an den Gesamtemissionen ist zwar relativ gering, dennoch haben wir uns auch in diesem Bereich ambitionierte Ziele gesteckt“, berichtet Markus Urban-Hübler, Sustainability-Manager bei VERBUND AG. In erster Linie sind bei VERBUND Transportfahrzeuge (Renault Kangoo) und Dienstfahrzeuge für den Werksverkehr (Renault ZOE) im Einsatz. In Summe sind es 13 Fahrzeuge, die derzeit 2 Prozent des Gesamtfuhrparks ausmachen. Auf die Frage, ob ein weiterer Ausbau dieses Anteils in Zukunft geplant ist, hören wir eine recht bekannte Antwort: „Ja, in Abhängigkeit der Zunahme der Reichweiten“, sagt Urban-Hübler.

 

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E-freundliche Dienstwagen-Richtlinie als Turbo

Ozinger sieht die Zunahme bei der REWE International AG ein wenig optimistischer, „weil die Elektromobilität sehr viele Vorteile bietet. Die Dienstwagen-Richtlinie wurde schon vor einigen Jahren sehr E-Auto-freundlich erweitert. Außerdem bekommen E-Dienstwagen-Fahrer eine monatliche Mobilitätspauschale“, erklärt Ozinger und fügt hinzu: „Diese Pauschale und die gesetzlichen Rahmenbedingungen (Anm.: kein Sachbezug) haben natürlich das Interesse an E-Autos geweckt.

 

Bei VERBUND werden die aktuell vorhandenen E-Autos hauptsächlich vom Betriebs- und Wartungspersonal an den Kraftwerksstandorten verwendet. „Unsere Firmen-KFZ Richtlinie berücksichtigt neben ökonomischen Aspekten auch ökologische Zielsetzungen. Dies betrifft einerseits die CO2-Begrenzung bei der Anschaffung von Neufahrzeugen und andererseits sollen unter Bedachtnahme auf Praktikabilität sowie Produktentwicklung elektrisch betriebene KFZ verstärkt als Firmen-KFZ eingesetzt werden“, schildert Urban-Hübler.

Laden: ausschließlich mit Grünstrom

Verbund Wasserkraftwerk - Grünstrom für E-Autos

Der Strom für die Elektrofahrzeuge ist bei beiden Unternehmen „natürlich“ Grünstrom. Bei VERBUND kommt dieser selbstverständlich zu 100 Prozent aus Wasserkraft, die REWE International AG wird ebenfalls zur Gänze mit Grünstrom aus Österreich versorgt. „Zusätzlich haben wir eigene PV-Anlagen, deren Strom direkt in der Filiale verbraucht wird“, erklärt Ozinger. Der Strom für die öffentlich zugänglichen Ladestationen der REWE Filialen, die von SMATRICS betrieben werden, wird ebenfalls zu 100 Prozent aus Wasserkraft erzeugt.

Herausforderungen: Skepsis und Reichweite

Bei VERBUND hatte man 2016 negative Nutzererfahrungen zu verzeichnen, weil die angeschafften E-Fahrzeuge im Praxisbetrieb zu geringe Reichweiten schafften. „Vor der Beschaffung sollte daher eine genaue Evaluierung der Einsatzanforderungen erfolgen. Bei der technischen Spezifikation sollte insbesondere auf die tatsächlichen Reichweiten im Realbetrieb und die Schnellladefähigkeit geachtet werden“, rät Urban-Hübler daher.

 

Die Reichweitenangst ist auch heute noch großes ein großes Thema bei uns“, räumt Ozinger ein, aber: „Der Vorstand hat im Jahr 2009 den Startschuss für die Elektromobilität gegeben. Natürlich hat es immer wieder Skeptiker gegeben. Im Laufe der Jahre konnten wir viele Widerstände aufweichen, indem wir E-Autos zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt haben. Diejenigen, die sich darauf eingelassen haben, sind mit einem breiten Lächeln aus dem E-Auto gestiegen“, erzählt Ozinger. Viele ehemalige Gegner haben sich in Befürworter gewandelt und hätten – teils wegen der steuerlichen Vorteile, aber auch aus ökologischen Gründen – gerne ein E-Auto, wenn es ihre tägliche Arbeit zulassen würde.

Ladeinfrastruktur als Schlüsselfaktor

Mit dem Startschuss zur Elektromobilität 2009 wurden bei den Filialen der REWE International AG Ladestationen errichtet, was den hohen Stellenwert wiederspiegelt. 2010 wurden bereits die ersten E-Autos angeschafft, deren Anzahl mittlerweile (Stand Mai 2018) auf 31 angewachsen ist. „Weitere werden laufend bestellt“, sagt Ozinger.

Daraus hat sich auch ein beträchtlicher Bedarf an Ladeinfrastruktur ergeben: Die Anzahl der internen Lademöglichkeiten für Mitarbeiter und Bereichsfahrzeuge hat sich auf 39 erhöht.

Natürlich müssen zu jeder Zeit ausreichend Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen, da viele Mitarbeiter, etwa Stadtbewohner, gar keine Möglichkeit haben, zu Hause zu laden“, betont Ozinger. Die kostenlose Ladung an den eigenen Ladestellen unterstütze natürlich ebenfalls die Entscheidung für ein E-Dienstauto.

Neben den 39 internen Lademöglichkeiten verfügen 49 Filial-Standorte der REWE International AG über öffentlich zugängliche Lademöglichkeiten mit insgesamt 125 Ladepunkten. „Besonders schnell lädt man bei unseren 23 Schnell-Ladestationen. Es werden laufend neue öffentliche Ladestationen bei unseren Filialen errichtet“, so Ozinger und betont: „Als verlässlicher Partner bei der Errichtung und dem Betrieb von Ladestationen hat sich SMATRICS erwiesen.

... und was sonst noch hilft bei der Implementierung von E-Mobilität

Für Ozinger ist es klar die Befürwortung von ganz oben, die der Elektromobilität den nötigen Schub im Unternehmen verpassen kann: „Idealerweise hat der Geschäftsführer ein E-Auto als Dienstfahrzeug und ist somit ein Vorbild für seine Mitarbeiter.

Darüber hinaus sind Information und Unterstützung von außen eine enorme Hilfe. „Wir haben vielfältige Informationsmöglichkeiten gehabt, die AMP (Austrian Mobile Power) und Berater wie HERRY Consult. Heute ist es viel einfacher, sich zu informieren und – gemeinsam mit Partnern (z. B. Leasing-Firmen) – eine passende Lösung zu finden“, so Ozinger abschließend.

Fazit:

Elektromobilität freut nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch das Unternehmen und das Klima und sollte deshalb in der Nachhaltigkeitsstrategie jedes Betriebes einen festen Platz haben. Wichtig dabei ist eine entsprechende Mobilitätsbedarfs-Analyse durchzuführen. Ausreichende Infrastruktur ist notwendig und mit ein Schlüssel zum Erfolg und zur Durchdringung. Wer sich informiert, findet rasch und unkompliziert eine passende Lösung für die Umsetzung und Implementierung von Elektromobilität im eigenen Unternehmen. Experten der Branche wie u.a. SMATRICS beraten Sie dabei gerne. 

 

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