20.05.2019

E-Mobilität für Stadtwerke

Stadtwerke haben einen guten Ruf als Versorger, Kunden halten ihnen langjährig die Treue. Trotzdem zwingt der Markt sie zu Veränderungen. Elektromobilität bietet Stadtwerken die Möglichkeit, die eigene Kompetenz auszubauen – ohne dabei selbst viel in personellen Aufwand investieren zu müssen.

1. WARUM ELEKTROMOBILITÄT KOMMT UND WELCHE ROLLE STADTWERKE DABEI EINNEHMEN

Umweltschutz und Verbesserung der Luftqualität funktionieren nur länderübergreifend. Deswegen hat sich die EU dieser Themen angenommen. Und macht nun Druck: Mitte Mai 2018 hat die EU-Kommission Deutschland zusammen mit fünf weiteren Mitgliedsstaaten wegen nicht eingehaltener Grenzwerte für die Luftqualität verklagt.

Nach Ansicht der Kommission hat Deutschland keine geeigneten Maßnahmen ergriffen, um die Zeiten, in denen die Grenzwerte überschritten wurden, zu minimieren. Hintergrund ist eine Verordnung aus dem Jahr 2008, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft zu ergreifen.

Autobauer unter Druck

Ebenfalls unter Druck sind die Autohersteller. Sie müssen bis 2021 die CO2-Werte ihrer Flotten auf 95 Gramm pro Kilometer senken. Und das, obwohl gerade die SUV boomen, die zwar viel Geld in die Kassen spülen, aber gleichzeitig auch den Flottenverbrauch nach oben schrauben.
Die Unternehmensberatung PA Consulting rechnet daher damit, dass lediglich vier Autobauer die Hürde bewältigen werden:

  • Volvo,
  • Toyota,
  • Renault-Nissan und
  • Jaguar Land Rover.

Alle übrigen Hersteller müssen mit saftigen Strafen rechnen.

Elektrofahrzeuge bekommen Unterstützung

Es sei denn, Elektrofahrzeuge können ihren Anteil an den Neuzulassungen signifikant steigern. Sie wären auch für die unter den Abgasschwaden leidenden deutschen Großstädte eine Hilfe, doch noch die Grenzwerte einzuhalten.

Derzeit haben reine Elektroautos in Deutschland aber nur einen Marktanteil von knapp 0,92 Prozent, wie die Website Goingelectric berechnet. Plug-in-Fahrzeuge, also Hybridfahrzeuge, die auch mit einem Stecker geladen werden können, bringen es noch Mal auf weitere 0,92 Prozent.

In Summe macht das bei 2.156.879 Gesamtzulassungen im ersten Halbjahr 2018 knapp 20.000 Fahrzeuge in jeder Kategorie. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2017 wurden 3.441.531 Fahrzeuge zugelassen, davon waren rund 25.000 reine Elektroautos und 29.436 Plug-in-Hybridautos.

Grafik E-Auto Zulassungen Deutschland

Akzeptanz steigt mit der Reichweite

Die Zahlen steigen also langsam, aber stetig. Das liegt vor allem auch daran, dass die Fahrzeuge immer größere Reichweiten erreichen. Lagen diese 2016 nach NEFZ um die 150-200 Kilometern, so liegen sie heute auch bei Mittelklassewagen schon bei 250-400 Kilometern.

So ist etwa der populäre Renault Zoe seit kurzem mit einer 41 kWh-Batterie zu haben, die reale Reichweiten bis zu 300 Kilometer erlauben soll. Der fast ebenso beliebte Nissan Leaf kommt auf Wunsch mit einer 40 kWh Batterie, die immerhin für 250 Kilometer reicht. Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange: In den Jahren nach 2020 sollten die meisten verkauften Modelle bis zu 1.000 Kilometer Reichweite erreichen.

Anschlüsse endlich genormt

Und auch das Problem mit den Steckern ist endgültig vom Tisch. Für Wechselstrom-Anschlüsse hat sich in Europa auch dank der EU der Typ-2-Stecker durchgesetzt, der für Ladeleistungen bis 43 kW spezifiziert ist.

Wenn es noch schneller gehen soll, dann wird Gleichstrom verwendet, der Ladeleistungen bis 50 kW und darüber hinaus bietet. Hier hat sich das CCS-System durchgesetzt. Beim Nissan Leaf verkürzt sich damit die Ladezeit auf 60 Minuten.

Typ-1-Stecker für das Laden von Elektroautos

Steckertypen

Steckertyp: Typ-1-Stecker

maximale Ladeleistung: einphasig bis zu 7,4 kW

Typ-2-Stecker für das Laden von Elektroautos

Steckertyp: Typ-2-Stecker

maximale Ladeleistung: ein- und dreiphasig bis zu 43 kW

Tesla Supercharger Stecker für das Laden von Elektroautos

Steckertyp: Tesla Supercharger

maximale Ladeleistung: bis zu 120 kW Leistung

CCS Combostecker für das Laden von Elektroautos

Steckertyp: CCS Combostecker

maximale Ladeleistung: bis zu 350 kW

CHAdeMo Stecker für das Laden von Elektroautos

Steckertyp: CHAdeMo

maximale Ladeleistung: bis zu 150 kW

Ladestationen leider oft am falschen Ort

Derzeit gibt es laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rund 13.500 öffentliche und halb-öffentliche Ladestationen in Deutschland. Dem stehen laut  Kraftfahrtbundesamt knapp 54.000 zugelassene reine Elektroautos und nochmal etwas mehr als 44.000 Plug-in-Fahrzeuge gegenüber.

Das erscheint als ein ziemlich üppiges Verhältnis, doch die Zahlen sagen nur die halbe Wahrheit. Denn viele dieser Stationen stehen nicht unbedingt dort, wo sie gebraucht werden. Nutzer von Elektroautos „tanken“ nämlich anders, als solche mit einem Fahrzeug mit fossilem Treibstoff.

Weil der Ladevorgang stets eine Zeit lang dauert, laden sie ihre Fahrzeuge jedes Mal dann, wenn sie sie abstellen. Das kann vor dem Schwimmbad sein, aber auch in Shoppingzentren oder vor Bahnhöfen. Dazu wird eine breite öffentliche Infrastruktur benötigt, die es in dieser Form noch nicht ausreichend gibt.

Was können Stadtwerke tun?

Das eine oder andere Stadtwerk ist auf den Zug bereits aufgesprungen und hat damit begonnen, eine entsprechende Ladeinfrastruktur aufzubauen. Doch oft sind die ersten Schritte in einer Art Experimentierstadium stecken geblieben. Die errichteten Ladestationen bzw. Wallboxen sind oft nichts anderes als bessere Steckdosen, die den Ansprüchen der Elektromobilität langfristig nicht genügen.

Besser sind sogenannte „intelligente Ladestationen“, also solche, die sich mit anderen elektronischen Geräten vernetzen lassen oder über GSM, LAN oder WLAN mit dem Internet verbunden sind. Über diesen Anschluss kann die Box überwacht und ferngewartet werden, was auch der Reputation des Betreibers zugutekommt. Denn eine defekte Box erzeugt Reklamationen und unzufriedene Kunden.

Und eine Box ohne Überwachung kann lange defekt sein, bevor es jemand beim Betreiber merkt. Eine intelligente Box bietet zudem den Vorteil eines Zugangsschutzes. Der Betreiber kann entscheiden, wem er Zugriff auf die Ladestation gewährt – was im Endeffekt die Voraussetzung dafür ist, damit auch Geld zu verdienen.

Fazit

Der Druck der EU beim Thema Klima- und Umweltschutz zwingt die Kommunen sich verstärkt Gedanken darüber zu machen, wie die Grenzwerte eingehalten werden können. Auch Autokonzerne werden von der EU gedrängt, Flottenemissionen zu reduzieren. Dies wird der Elektromobilität einen großen Schub geben. Stadtwerke haben die Chance, durch den Aufbau von Ladenetzen daran teilzuhaben. An intelligenten Lösungen führt dann aber kein Weg vorbei.

2. DIE GESETZESLAGE WIRD ANGEPASST

Der deutsche Gesetzgeber ist in der Pflicht, die EU-Gesetze umzusetzen. So hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die Städte zur Luftreinhaltung grundsätzlich Fahrverbote aussprechen können. Hierbei geht es vor allem um Stickoxide, deren Verursacher mit rund 72 Prozent im Wesentlichen die Diesel-PKW sind. Als Konsequenz hat Hamburg bereits Fahrverbote für Dieselfahrzeuge auf bestimmten Durchgangsstraßen ausgesprochen, Stuttgart mit seiner Kessellage will ab 2019 alle Diesel-Fahrzeuge der Schadstoffklassen 0 bis 4 ausschließen.

E-AUTO FIRST

Alternativen sind hier E-Autos, die ohne Emissionen auskommen und auch in Zukunft nicht befürchten müssen, aus Deutschlands Ballungsräumen ausgesperrt zu werden. Den Umstieg begleitet der Gesetzgeber mit einem ganzen Bündel von Verordnungen und Erlassen, beispielsweise dem Elektromobilitätsgesetz (EmoG). Dank EmoG können die Kommunen Elektrofahrzeugen besondere Vorrechte einräumen, etwa beim Parken auf öffentlichen Straßen und Wegen, bei der Nutzung von Busspuren oder bei Ausnahmegenehmigungen für Zufahrten oder Durchfahrtsverbote.

LADESÄULENBETREIBER SIND LETZTVERBRAUCHER

Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der E-Autos ist eine ausreichende Zahl von Ladesäulen. Hier hat der der Gesetzgeber in einer Ergänzung des Strommarktgesetzes (§3, Nr.25 Energiewirtschaftsgesetz EnWG) den Begriff des Endverbrauchers erweitert. Demnach sind die Betreiber von Ladepunkten nun mit Letztverbrauchern gleichgestellt. Sie gelten damit nicht mehr als Stromlieferant oder Energieversorger; der an den Ladepunkten abgegebene Strom gilt als Letztbezug. Als Konsequenz findet das EnWG keine Anwendung auf Geschäfte zwischen Fahrzeugnutzer und Ladestellenbetreiber. Auch das Messstellenbetriebsgesetz und das Stromsteuerrecht finden keine Anwendung, der Betrieb eines Ladepunktes wird dadurch stark vereinfacht.

AFI-UMSETZUNG AUF DEUTSCH

Ebenfalls wichtig für Ladepunkt-Betreiber: die Ladesäulenverordnung. Sie ist die Umsetzung der AFI Richtlinie der EU aus dem Jahr 2014, die die Mindestanforderungen für die Errichtung der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe regelt. Darunter fallen auch die Ladepunkte für E-Autos. Ihr Ziel: den Ausbau von Stromtankstellen beschleunigen und Rechtssicherheit durch einheitliche Ladestecker herstellen. Die Verordnung regelt dabei im Gegensatz zur AFI ausschließlich öffentlich zugängliche Ladepunkte und nur solche, die mehr als 3,7 KW Leistung abgeben können. Dabei wurde festgelegt, dass Ladepunkte für das Laden mit Wechselstrom mindestens mit Steckdosen vom Typ 2 oder jeweils Fahrzeugkupplungen und Steckdosen vom Typ 2 ausgerüstet werden müssen – sofern sie nicht mehr als 22 KW Ladeleistung abgeben. 6 Schnellladepunkte mit mehr Leistung brauchen eine Fahrzeugkupplung vom Typ 2 – also ein Ladekabel. Für das Gleichstromladen müssen die Säulen mindestens mit Kupplungen des Typs Combo 2 (CCS) ausgerüstet sein. Die Ladeleistung spielt hier keine Rolle. Diese Normierung soll der Interoperabilität dienen.

Auto steht neben Ladesäule

LADESÄULEN SIND MELDEPFLICHTIG

Wer einen solchen Ladepunkt (mit mehr als 3,7 kW) errichtet, muss die Regulierungsbehörde darüber innerhalb von vier Wochen informieren und außerdem nachweisen, dass die technischen Anforderungen eingehalten werden. Die Anmeldung ergibt Sinn, denn so können Autofahrer in einem zentralen Verzeichnis nachsehen, wo sich die nächste Stromtankstelle befindet. Alle diese Säulen können wie eine konventionelle Tankstelle genutzt werden. Das heißt: ohne Registrierung oder gar vorher einen Vertrag einzugehen. Für das Bezahlen sind prinzipiell zwei Möglichkeiten vorgesehen. Das anonyme Bezahlen mit Bargeld beim „Tankwart“ oder das digitale Bezahlen mit Karte, RFID-Chip, Handy oder über das Web. Selbstverständlich ist es auch möglich, den Strom zu verschenken – was aber aus ökonomischer Sicht wohl nicht ratsam ist.

EICHRECHT ALS STOLPERSTEIN

Eng verknüpft mit der Ladesäulenverordnung ist das Eichrecht. Es regelt die Abrechnung des gelieferten Stromes und verlangt, dass die Ladesäulen mit geeichten Zählern ausgestattet sein müssen, über die eine verbrauchsgenaue oder zeitgenaue Abrechnung ermöglicht werden soll. Das heißt in jedem Fall: Die Ladesäule braucht einen geeichten Zähler. Und das nicht nur, weil das Gesetz es so fordert: Vor allem im Firmenkundengeschäft führt an Eichrechtskonformität kaum noch ein Weg vorbei. Die Messung ist dabei aber das kleinste Problem. Es hakt an einer anderen Forderung des Eichrechtes: Sie besagt, dass Messergebnisse für den Verbraucher „prüfbar“ sein müssen. Das heißt: Die Nutzer müssen gesichert nachprüfen können, wie viel Strom sie wann zu welchen Kosten bezogen haben – und das bis 3 Jahre nach Rechnungslegung. Denn beim Laden von Elektroautos wird die bezogene Energie meist nicht direkt bezahlt, sondern über einen Betreiber am Monatsende abgerechnet. Eine Prüfung dieser Rechnung ist dann aber kaum noch möglich, die Ladesäulen speichern in der Regel weder den Nutzer, noch wann er wieviel Strom bezogen hat. Als Konsequenz rechnen viele Betreiber pauschal ab oder verschenken den Strom gar, denn dann greift das Eichrecht nicht. Aber natürlich ist das keine Lösung auf Dauer.

GLEICHSTROM HINKT NOCH HINTERHER

Und während damit beim Wechselstromladen dem Eichrecht Genüge getan werden kann, gibt es beim Gleichstromladen ein ungelöstes Problem: Es gibt nämlich derzeit keine geeichten Zähler hierfür. Noch nicht. Das Bundeswirtschaftsministerium hat deshalb einen Kompromiss vorgeschlagen, der Anbietern mehr Zeit geben soll. Sie dürfen bis zum 31. März 2019 die interne AC-Messung als Grundlage nehmen, müssen aber dafür pauschal 20 Prozent als Verlust von der Rechnung abziehen und dies auch ausweisen. Bis 1. April 2019 müssen die Säulen dann aber eichrechtskonform nachgerüstet werden.

FAZIT

Ladesäulenbetreiber müssen eine Reihe von Gesetzen beachten. Ziel ist es, dem noch jungen Geschäft einen Rahmen zu geben, in dem es wachsen kann. Insbesondere beim Eichrecht gibt es aber noch Probleme. Die Messtechnik hinkt hier der Gesetzgebung hinterher, doch spätestens im kommenden Jahr sollen diese Probleme gelöst werden.


Neuer Call-to-Action

3. ELEKTROMOBILITÄT ALS CHANCE

Als Hauptaufgabe der Stadtwerke wird vielerorts immer noch die Versorgung der Bürger mit Strom, Gas und Fernwärme gesehen. Hier gelten sie als zuverlässige Partner. In Zeiten von Unbundling und Deregulierung gilt es jedoch neue Kompetenzen zu beweisen.

Treue Kunden

Über eine lange Zeit hatten die Stadtwerke bei ihrem Kerngeschäft keine Konkurrenz zu fürchten. Vor rund 20 Jahren wurden die Märkte aber liberalisiert, die Stadtwerke bekamen Konkurrenz von außen. Viele Marktbeobachter prophezeiten damals
ein breites Sterben der Stadtwerke, doch das ist ausgeblieben. Die Kunden bleiben ihren Versorgern treu, eben auch weil Stadtwerke als zuverlässig gelten und weil es vor Ort Ansprechpartner gibt, die man im Falle eines Falles kontaktieren kann. Als Konsequenz haben Stadtwerke in ihren Versorgungsgebieten immer noch einen Marktanteil von 60 bis 80 Prozent. Ihr Vorteil: Sie kennen die Region und sind oft gut vernetzt. Das Geschäft mit Strom und Gas ist für sie immer noch eine solide Basis. Die Wertschöpfung bleibt in der Region.

Veränderungen kommen schleichend

Also alles bestens? Nicht wirklich. Denn letztlich ist es allen Beteiligten klar: Das wird nicht so bleiben. Stadtwerke werden ihre Strukturen ändern müssen. Dafür sorgen schon die Themen Unbundling und Deregulierung, die neue Herangehensweisen erfordern. Die Regionalversorger müssen heute auch überregional gegen die großen EVUs antreten. Kleine, flexible Anbieter nutzen den starken Wettbewerb am Strom- und Gasmarkt, um günstige Konditionen anbieten zu können, die sie zudem mit viel
Werbung unterstützen. Die Kommunen entdecken zudem immer öfter ihre Stadtwerke als Cashcow, die die leeren Kassen füllen soll. Das setzt die Verantwortlichen zusätzlich unter Druck, Veränderungen herbeizuführen.

Naheliegendes Konzept: Die Elektromobilität

Ein durchaus naheliegendes Konzept zur Ausweitung der eigenen Kompetenzen und zur Kundenbindung ist die Elektromobilität. Viele Stadtwerke haben sich bereits den Umweltschutz auf ihre Fahnen geschrieben und streben hier eine Vorreiterrolle an. Strom aus Solarenergie oder Wasserkraft für Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen, ist da nur konsequent.

Weil die Kommunen oft auch die Parkraumbewirtschaftung übernehmen, können sie zudem über dieses Instrument die Verbreitung von Elektrofahrzeugen fördern, etwa indem sie für diese Fahrzeuge Sondertarife einführen oder sie gleich ganz von den
Parkgebühren befreien. Stadtwerke haben zudem gute Kontakte zu Handwerk und Industrie. Es fällt ihnen leicht, die notwendigen Ansprechpartner zu finden, etwa um über Kooperationen oder Standorte für Elektrotankstellen zu reden.

Zaghafte Umsetzung in Deutschland

In Deutschland gibt es durchaus eine ganze Reihe von Stadtwerken, die dieses Konzept bereits versuchen umzusetzen. Auch weil in vielen Stadtwerken die personellen Ressourcen knapp sind, gehen diese die Entwicklung des neuen Geschäftsmodells meist nur zaghaft an.

Bisweilen fehlen auch anderweitig die Ressourcen für ein erfolgreiches Arbeiten. Beispielsweise ist die EDV veraltet und nicht darauf ausgelegt, moderne Dienstleistungen zu unterstützen, etwa weil ein leistungsfähiges CRM-System fehlt.

Einen Ausweg aus diesen komplexen neuen Herausforderungen kann die Kooperation mit anderen Unternehmen sein, die die fehlenden Kompetenzen beisteuern und auch bereits Erfahrung mit diesem Geschäftsmodell haben. Stadtwerke können sich so ganz auf ihre eigenen Stärken konzentrieren: auf ihre Verwurzelung in der Region und ihre Kompetenz als Energieversorger.

Fazit

Stadtwerke können sich auf ihrem über lange Jahre erfolgreichen Geschäftsmodell nicht mehr ausruhen, die Veränderungen am Markt stellen ihren Erfolg langfristig infrage. Es gilt also sich nach neuen Marktchancen umzusehen. Ein Engagement in Sachen Elektromobilität verspricht hier Erfolg, droht aber ohne Partner von außen oft an den internen Beschränkungen zu scheitern.

4. WIE SMATRICS STADTWERKEN UNTER DIE ARME GREIFT

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Bearing-Point können sich nur 29 Prozent der Befragten vorstellen, Lebensmittel über ihren Stromversorger zu beziehen. Stadtwerke, die ihr Betätigungsfeld erweitern möchte, sollten genau überlegen, wie sie das tun möchten.

Eine weitaus höhere Zustimmung mit 75 Prozent bekommen in der Umfrage Elektrofahrzeuge und damit verbundene Dienstleistungen. Der große Vorteil: Elektromobilität bietet viele Optionen für Kundenbindungsmaßnahmen. Es sind hier nämlich ähnliche Konstrukte wie bei den Mobilfunkern möglich, etwa durch die Errichtung einer vergünstigten Ladestation, die aber eine zeitliche Bindung an die Stadtwerke als Stromlieferant voraussetzt.

Mann mit Elektroauto vor eigener Ladestation

Eigenes Ladenetz zeigt Kompetenz

Ein möglicher Start in dieses Aufgabengebiet kann die Errichtung eigener Ladestationen bzw. die Errichtung eines eigenen Ladenetzes sein. Das heißt für den Anbieter: Ein funktionierendes Ladenetz fungiert als Basis, vermittelt Sicherheit und Vertrauen beim Kunden. Es zeigt Kompetenz und Erfahrung, von der Errichtung bis hin zum Betrieb und zur Abrechnung.

Symbolgrafik Ladenetz

Die Stationen können in der Folge mit anderen Ladenetzbetreiber vernetzt werden und akzeptieren dann auch deren Zugangsberechtigungen. Das erhöht die Auslastung im eigenen Netz, gibt aber den Kunden auch die Freiheit, einmal „auswärts“ ihre Fahrzeuge zu laden.

Unterstützung bei der Standortplanung

Viele kleinere Stadtwerke haben allerdings nicht unbedingt die personelle Kapazität, um sich um alle diese offenen Fragen detailliert zu kümmern. Der E-Mobility Provider SMATRICS bietet deshalb ein Lösungskonzept im Baukastenprinzip an, bei dem die gesammelten Erfahrungen des Unternehmens als Charge Point Operator (CPO) und Mobility Service Provider (MSP) auch für Stadtwerke abrufbar sind.

Damit sind 360°-Turnkey-Lösungen genauso möglich wie Hilfestellung nur bei einzelnen Teilaufgaben. So hilft SMATRICS auf Wunsch bereits in der Planungsphase und erstellt gemeinsam mit dem Stadtwerk einen Bedarfskatalog, hilft bei der Standortplanung und berücksichtigt dabei auch die technischen Gegebenheiten und behördlichen Vorgaben.

Symbolische Abbildung SMATRICS Servicedienstleistungen
Graph Mögliche Aufgabenteilung

Empfehlungen für Ladestationen

SMATRICS berät auch bei der Auswahl der Hardware. Dabei kommen ausschließlich zertifizierte Ladestationen zum Einsatz, die einen problemlosen Ablauf und Datenaustausch garantieren. Leistungen zwischen 3,7 und 150 KW sind umsetzbar. SMATRICS hilft auf Wunsch auch bei der Montage und der Inbetriebnahme. Dadurch ist der reibungslose Start des Netzes garantiert.

Für alle diese Leistungen gilt das Baukastenprinzip: Sie können vom Stadtwerk ganz nach individuellen Bedürfnissen bei SMATRICS in Auftrag gegeben oder auch selbst erbracht werden.

Sorgenfreier Betrieb und umfassendes Kundenmanagement

Ein Bereich, bei dem man nicht auf die Erfahrung von SMATRICS verzichten sollte, ist der Betrieb. Weil die Ladesäulen vernetzt sind, können diese Störungen in eine Zentrale weiterleiten, die ihren Zustand 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche überwacht.

Die Zentrale hat die Möglichkeit, die Ladesäulen per Fernwartung zu entstören oder im Bedarfsfall auch zeitnah einen Techniker zu schicken, der das Problem vor Ort löst. Zudem lässt sich so auch die Software stets auf dem neuesten Stand halten. Alle diese Aufgaben erfüllt SMATRICS im Namen des Netzbetreibers, für Endkunden ist nur dessen Marke sichtbar.

Ein MSP wie SMATRICS kann zudem auch das gesamte Kundenmanagement übernehmen. Das Stadtwerk als Betreiber erhält dann sämtliche Kundendaten, Nutzungsstatistiken und Kostenübersichten auf Knopfdruck. Der Betrieb eigener Rechenzentren ist nicht notwendig. Auf Wunsch stellt SMATRICS auch die Rechnung an den Endkunden – im Namen des Stadtwerkes natürlich.

Vermarktung auf Wunsch inklusive

Auf Wunsch kümmert sich SMATRICS auch um die gesamte Vermarktung. Die Ladestationen werden in das SMATRICS-Netzwerk eingebunden und können dann über eine App gefunden werden. Die Stationen werden zudem in das offizielle Web-Register eingetragen und auf Wunsch für Roaming-Kunden freigeschaltet. Roaming-Kunden sind Kunden von Partnernetzen, die ihre Zugangsberechtigungen auch im Stadtwerk-Netz nutzen können. Die Abrechnung dieser Kunden erfolgt vollautomatisch. Der Betreiber behält dabei die volle Kontrolle über die Ladestationen. So lässt sich der Preis genauso frei festlegen wie die Kundengruppe, die an der Station Strom „tanken“ darf.

SMATRICS sorgt zudem für das passende Werbematerial und den Webauftritt. So wird der neue Ladenetzbetreiber weithin sichtbar.

Fazit

Elektromobilität ist ein Gebiet, auf dem Kunden Stadtwerken eine hohe Kompetenz und Affinität zugestehen. Der Einstieg in dieses Geschäft bedarf aber einer gründlichen Planung. SMATRICS hilft dabei mit einem Servicepaket im Baukastenprinzip, aus dem die Stadtwerke sich diejenigen Dienstleistungen heraussuchen können, die sie wirklich brauchen.


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5. STADTWERKE ALS KOMPETENZZENTREN FÜR E-MOBILITÄT

Stadtwerke können nicht nur eigene Ladenetze aufbauen, sondern auch E-Mobilitätsdienstleistungen für ihre Gewerbekunden anbieten. SMATRICS bietet vom Verkauf von Hardware für den Endkonsumenten bis hin zu kompletten Ladelösungen für Unternehmen und Betriebe.

Stadtwerke können sich durch den Vertrieb dieser Produkte zusätzliche Einnahmequellen erschließen und auch an Reputation gewinnen: Sie werden so zu einem regionalen Ansprechpartner für das Zukunftsthema Elektromobilität.

Selber zum E-Mobility Anbieter werden

Möglich macht dies das Reselling-Angebot von SMATRICS. Dadurch können Stadtwerke ihren Kunden gegenüber als E-Mobility Provider auftreten und ihnen fertig konfigurierte Produkte anbieten. Im Hintergrund steht SMATRICS mit seinem Know How.

Ein solcher Schritt ist besonders attraktiv für Stadtwerke, die ihr Angebotsportfolio erweitern und neue Zielgruppen ansprechen wollen, auch für diejenigen, die eigene Kraftwerke betreiben. Sie können so auf eine verstärkte Kundenbindung hoffen und sich gegenüber der preislich oft deutlich günstigeren Konkurrenz profilieren.

Zwei Optionen

Kunden sind beispielsweise Hoteliers, Restaurants oder Freizeitbetriebe in der Region, die ihren Kunden Ladestationen anbieten und diese professionell betreiben und abrechnen wollen.

Oder Betriebe in der Region, die eine kleine Fahrzeugflotte betreiben und diese nun auf elektrischen beziehungsweise teilelektrischen Betrieb umstellen wollen – etwa Installateure, Sozialbetriebe oder Elektriker.

Partner Service: Die Ladestation als Einnahmequelle

Das bietet viele Vorteile. Beim Partner Service etwa bekommt beispielsweise ein Hotelier zusammen mit der Wallbox, die er über das Stadtwerk beziehen kann, ein umfassendes Servicepaket, das den professionellen Betrieb der Ladestation sowie die Abrechnung der Ladungen erlaubt. In diesem Zuge wird der Betrieb der Ladestation permanent überwacht und per Fernwartung oder wenn nötig auch durch Vor-Ort-Service aufrechterhalten. Eine professionelle Hotline ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für Kunden und Betreiber dienstbereit. Der Hotelier braucht sich um absolut nichts zu kümmern.

Kommt ein Ladekunde zur Ladestation, lädt und bezahlt er bequem per Handy. Der Hotelier erhält am Monatsende eine Gutschrift der Ladeerträge sowie eine kostenlose Übersicht über alle Ladevorgänge, geladene Energie (kWh), Ladezeitpunkt und -dauer vom Stadtwerk. Zudem kann jeder Ladepunkt in das Stadtwerke-Netzwerk eingebunden an und so die Auslastung erhöht werden.

Damit alles von Anfang an professionell läuft, kann das Stadtwerk auf Wunsch auch die fachgerechte Installation anbieten. Dazu gehört ein Installcheck, um vor Ort zu klären, was die optimale Montage-Lösung für die jeweiligen Gegebenheiten ist. Denn auch hier gilt: Alle Services sind Teil eines modularen Pakets, das individuell an die Wünsche und Bedürfnisse des jeweiligen Kunden angepasst wird.

Alle Leistungen im Rahmen dieses Produktpakets kann ein Stadtwerk entweder selbst ausführen oder auf die Expertise von SMATRICS zurückgreifen.

Elektroautos auf Firmenparkplatz

Fleet Charging: Die Lösung für innovative Betriebe

Fleet Charging ist mehr auf Betriebe zugeschnitten, die vorwiegend ihre eigene Fahrzeugflotte mit Strom versorgen wollen. Auch hier gibt es ein modulares System mit unterschiedlichen Dienstleistungen, die einzeln zugekauft werden können. Das beginnt bereits bei der Planung, bei der die Ladelösung individuell an die Bedürfnisse des Unternehmens anpasst wird. Für die optimale Funktionalität werden die Ladestationen auf Wunsch fachgerecht montiert und von Experten in Betrieb genommen.

Über eine personalisierte Ladekarte können die Unternehmen festlegen, wer berechtigt ist an den Stationen zu laden. Am Ende des Monats erhalten sie eine genaue Übersicht über alle Ladevorgänge und können die Kosten so detailliert den einzelnen Kostenstellen zuordnen. Und auch hier gibt es natürlich Rund-um-die-Uhr-Unterstützung durch die Hotline.

Eine Besonderheit beim Fleet Charging ist das optionale Lastmanagement. Es gilt: Je höher die Anschlussleistung, desto höher ist die Netzbereitstellungsgebühr. Mit dem integrierten Lastmanagement für E-Ladestationen wird der Stromfluss intelligent gesteuert, wodurch die Unternehmen auch bei geringerer Anschlussleistung Elektroautos effizient laden können. Das hilft Kosten zu sparen.

Wie im Fall von Partner Service kann auch hier das Stadtwerk wählen, ob es die Leistungen selbst erbringt oder sich SMATRICS bedient. Für den Gewerbekunden macht es keinen Unterschied – sein Gegenüber ist immer das Stadtwerk.

Einstieg leicht gemacht

Ein Einstieg in solche Geschäftsmodelle ist für praktisch jedes Stadtwerk möglich, denn SMATRICS gibt Hilfestellung in jeder Phase des Projektes. Sie reicht von der Planung über die Umsetzung bis hin zum Betrieb des Ladenetzes. Durch das Baukastenprinzip können die Stadtwerke ihre eigenen Kompetenzen mit einbringen und nehmen dann nur die Dienstleistungen in Anspruch, die sie nicht selber erbringen können oder wollen.

Überblick durch Online Portal

Mann vor Computerbildschirm

Hilfestellung gibt es dabei auch durch das Online Portal von SMATRICS. Das Portal bietet die wichtigsten Informationen, zeigt einzelne Projektschritte in Detailform auf und bietet eine gute Übersicht über alle Phasen und Tasks, die vom Beginn bis zur Finalisierung eines E-Mobilitätsprojektes erledigt werden müssen.

In der Vorbereitungsphase beispielsweise gibt es eine Anleitung, wie das Stadtwerk die Produkte aufsetzt, die Designs kreiert und die Kundenverträge vorbereitet. Zudem sind Empfehlungen abrufbar, wie zukünftige Preise festgelegt werden können. Zu diesen Vorbereitungen gehört auch das Erstellen einer Kunden-App. Für deren Funktionen bietet das Portal eine umfangreiche Checkliste. Wer für die Programmierung keine eigenen Kapazitäten zur Verfügung stellen möchte, kann auf eine erprobte White Labeling App zurückgreifen, die auf Wunsch auch mit der eigenen CI gebrandet werden kann.

Machen oder machen lassen?

Diese Optionen finden sich auch bei vielen anderen Tasks, etwa beim Punkt-Branding. Dazu gehört beispielsweise das Bekleben der Ladestationen mit Folien im Firmendesign. Die dazu notwendigen Folien können selbst in Auftrag gegeben werden oder auch von SMATRICS erstellt und vom Kunden selbst angebracht werden. Alternativ kann auch die Hardware fix und fertig gebrandet geliefert werden, ganz wie gewünscht. Texte und detaillierte Beschreibungen unterstützen dabei die „Selbermacher“.

Foto Stadtwerke Bühl

Bühl setzt auf SMATRICS

Einer der Kunden, die auf die Leistung von SMATRICS zurückgreifen, sind die Stadtwerke Bühl. Die knapp 30.000-Einwohner-Stadt südwestlich von Baden-Baden ist ein High-Tech-Standort vor allem für die Autoindustrie. Zulieferer wie LuK oder Bosch haben sich dort angesiedelt, aber auch der Klebstoffhersteller Uhu hat dort seinen Stammsitz.

Für die Stadtwerke Bühl sind das die idealen Vorrausetzungen, ihre Dienste auch in Richtung Zukunftstechnologie Elektromobilität auszuweiten. Mit SMATRICS als Partner sind die Stadtwerke seit Beginn des Jahres 2018 dabei, unter eigenem Namen ein Ladenetz aufzubauen.

Die Ladestationen liefern hier bis zu 43 kW Ladeleistung. Freigeschaltet werden die Stationen über eigens gebrandete Ladekarten oder eine Web-App. Die Ladestationen sind in das SMATRICS-Management-System eingebunden, SMATRICS übernimmt damit auch den laufenden Betrieb der Ladestationen.

Dieser gliedert sich in ein 24/7 First Level (z.B. Remote Freischaltung), ein Second Level (z. B. Remote Entstörung und Fehleranalyse), sowie optional ein Third Level (z.B. Entstörungen vor Ort). Für die Kunden gibt es eine Hotline, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche erreichbar ist. Mitarbeiter von SMATRICS betreuen diese Hotline im Namen der Stadtwerke Bühl.

Sichtbar sind nur die Stadtwerke Bühl

Nach außen hin treten die Stadtwerke Bühl auch als Reseller auf. Das heißt: Alle Dienste und Produkte, die SMATRICS anbietet, können auch über die Stadtwerke bezogen werden. So bietet das Unternehmen für Privatkunden beispielsweise diverse Wallboxen für den Aufbau einer privaten Ladestation an.

Dazu gibt es ein komplettes Servicepaket, das von einem Installations-Check über die eigentliche Installation bis hin zur Inbetriebnahme reicht. Und natürlich können Kunden bei den Stadtwerken auch zusätzliches Zubehör wie Ladekabel beziehen.

Für Unternehmen bieten die Stadtwerke Bühl ein erweitertes Paket an, das von Beratung und Installation bis zu Hardware, Betrieb, Wartung und Abrechnung alles beinhaltet. Dabei gilt auch hier: Es gibt keine Lösung von der Stange. Jedes Projekt wird an die Anforderungen des Unternehmens individuell angepasst. Dank des Full-Service-Paketes von SMATRICS im Hintergrund brauchen sich weder die Stadtwerke noch deren Kunden um Details zu kümmern.

Foto von Rüdiger Hoeche, Geschäftsführer der Stadtwerke Bühl

Mit der Positionierung als E-Mobility Provider sind wir für einen neuen Markt gerüstet, der unser Geschäftsfeld optimal ergänzt. Dabei können wir unsere Stärken voll ausspielen und haben mit SMATRICS einen Partner, der uns in allen Belangen mit Rat und Tat zur Verfügung steht.” - Dipl. Ing. Rüdiger Höche, Stadtwerke Bühl

Fazit

Das Reselling-Angebot von SMATRICS macht es Stadtwerken einfach, als E-Mobility Vollanbieter aufzutreten. Sie können dabei auf die gesamte Produktpalette und Erfahrung von SMATRICS zurückgreifen und profitieren dabei nicht nur finanziell, sondern auch vom Imagetransfer. Dabei können sie stets wählen, wieviel Dienstleistung sie in Anspruch nehmen wollen und wieweit sie ihre eigenen Kompetenzen nutzen wollen.

Eine Reihe von Ladestationen auf einem Parkplatz

6. DAS EIGENE LADENETZ BETREIBEN

Die erste Frage lautet: Existiert bereits Ladeinfrastruktur?

Falls ja, gilt es weitere Punkte zu klären:

  • Wie wird die Infrastruktur genutzt?
  • Welche Leistung bieten die einzelnen Ladepunkte?
  • Werden die Ladungen verrechnet?
  • Wenn ja, welches Backend wird verwendet, um die entsprechenden Daten zu erfassen und zu verwalten, die diese Verrechnung erlauben.

 

Falls es noch keine Ladeinfrastruktur gibt, stellen sich zunächst folgende Fragen:

  • Gibt es bereits die strategische Festlegung für einen Ausbau?
  • Gibt es im Unternehmen für die Errichtung eines Ladenetzes bereits ein Projektbudget?
  • Für wen soll das künftige Ladennetz errichtet werden? Dabei ist es möglich, das Netz nur für den eigenen Bedarf zu errichten, es nur für Dritte zu errichten oder auch eine Mischform davon.
  • Wo sollen die Ladepunkte errichtet werden? Dazu müssen auch die Eigentumsverhältnisse geklärt und vor allem die vor Ort verfügbare Anschlussleistung festgestellt werden. Die erforderliche Gesamtleistung am Standort hängt sowohl von der Anzahl der Ladepunkte als auch vom Anwendungsfall ab. An Hauptverkehrsstraßen sollte sie so groß sein, dass mehrere Ladepunkte mit 50 kW Leistung errichtet werden können. In weiterer Folge ist ein Vorhalt für 150 kW bzw. 350 kW mancherorts sinnvoll.
  • Sind bereits Fördergelder beantragt beziehungsweise vorhanden? Achtung: Die Voraussetzung, um Fördergelder zu bekommen, ist, dass die Ladestationen mit 100 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie betrieben werden. Es gilt daher auch abzuklären, ob die benötigte Menge Ökostrom zur Verfügung steht. Eine weitere Voraussetzung für Fördergelder ist in vielen Fällen die öffentliche Zugänglichkeit.

Achtung: Die Voraussetzung, um Fördergelder zu bekommen, ist, dass die Ladestationen mit 100 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie betrieben werden. Es gilt daher auch abzuklären, ob die benötigte Menge Ökostrom zur Verfügung steht. Eine weitere Voraussetzung für Fördergelder ist in vielen Fällen die öffentliche Zugänglichkeit.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD BEACHTEN

Selbstverständlich sind auch die wirtschaftlichen Gesichtspunkte zu beachten. So sollte die Konkurrenzsituation beleuchtet werden. Dazu ist in Erfahrung zu bringen, wo bereits andere Netze errichtet wurden oder wo konkrete Pläne dazu bestehen. Ebenso an eine Customer Operations Hotline gilt es zu denken, denn geladen wird rund um die Uhr – auch am Wochenende. Ein störungsfreier Betrieb mit ggf. nötigem Support bei Kundenanfragen ist dabei nicht außer Acht zu lassen. Solche kompetenten Servicestellen decken von Kundenanfragen bis hin zur Ausgabe von Ladekarten und Erste Hilfe im Störungsfall alles ab und sorgen für einen reibungslosen Betrieb des Ladenetzes.

7. LADELÖSUNGEN FÜR DRITTUNTERNEHMEN

Viele Geschäftsfelder befinden sich im Wandel. Immer mehr Unternehmen möchten ihren Kunden einen Mehrwert bieten, sich von der Konkurrenz abheben oder ihre Wertschöpfungskette erweitern. Der Bäcker in Ihrer Nähe, das städtische Schwimmbad oder der Elektriker in Ihrer Gemeinde, all dies sind potentielle Kunden der Elektromobilität. Denn diese Unternehmen oder deren Kunden fahren vielleicht bereits Elektrofahrzeuge, aber wo können diese am besten geladen werden? Natürlich dort wo sie ohnehin längere Zeit stehen – am Firmenparkplatz oder vor dem Geschäft. Mit Hilfe von SMATRICS können Stadtwerke nicht nur zum Ladenetzerrichter und -betreiber werden, sondern auch selbst E-Mobilitäts-Dienstleistungen anbieten. Dafür steht die gesamte Produktpalette zur Verfügung – von der Ladeinfrastruktur, über den Betrieb bis hin zur professionellen Vermarktung. Vor dem Einstieg in das neue Business gilt es auch hier eine Fragenliste abzuarbeiten:

  • Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Wer baut im eigenen Einzugsgebiet bereits Ladenetze oder verkauft Ladeinfrastruktur? Gibt es Verbände oder Einkaufsgemeinschaften, die E-Mobilität anbieten?
  • Wer sind potentielle Kunden? Dazu gehören naturgemäß Autohäuser, aber auch Lagerhäuser, Banken oder Supermärkte. Daneben sind Freizeitbetriebe wie Schwimmbäder, Museen oder Theater interessant, genauso wie Hotels und neue Wohnbauprojekte eine potentielle Zielgruppe darstellen.
  • Gibt es bereits Anfragen von Unternehmen mit E-Autos? Dies können Fragen zur Erhöhung der Anschlussleistung sein oder auch Fragen zur Infrastruktur.
  • Wie sieht meine Rolle in Sachen Hardware aus? Will ich als Stadtwerk in Zukunft auch Hardware wie Wallboxen oder Ladekabel vertreiben oder arbeite ich hier lieber mit dem örtlichen Elektriker Hand in Hand? Dabei ist zu bedenken, dass Hardware und Dienstleistungen rund um Elektromobilität eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Kundenbindung sind. In der Kombination mit Stromtarifen und anderen bereits existierenden Produkten kann ein Stadtwerk einen unschlagbaren Wettbewerbsvorteil entwickeln und über Vertragslaufzeiten entsprechende Bindung garantieren – die Mobilfunker haben vorgemacht, wie es geht.

TIPP

Eine Hilfe bei der Partnersuche können dabei die örtlichen Elektriker sein, die traditionell enge Kontakte mit den regionalen Unternehmen pflegen. Sie sind ein Schlüssel für den Markt und können Feedback über die Pläne des lokalen Gewerbes geben.

8. PROJEKT & AUFGABENVERTEILUNG

Weil E-Mobilität für viele Stadtwerke ein ganz neues Gebiet ist, müssen auch neue Kompetenzen erworben und Verantwortungen neu verteilt werden. SMATRICS bietet für die Umsetzung aller Projekte ein Baukastenprinzip an. Dabei können beliebige Teile des Projektes ausgelagert und andere wiederum Inhouse erledigt werden – ganz nach den Möglichkeiten und Kompetenzen. Vor Durchführung sollte deshalb eine Aufgabenteilung vorgenommen werden, bei der festgelegt wird, was das Stadtwerk selber erledigen will, und was in die Hand eines E-Mobility Providers gelegt wird. Zu klären sind folgende Fragen:

  • Wer ist für das Thema E-Mobilität im Unternehmen verantwortlich und treibt das Thema voran?
  • Gibt es bereits ausgebildetes Personal im Unternehmen, das die Ausführung des Projektes übernehmen kann? Diese Frage muss auch klären, ob neue Stellen geschaffen werden müssen und können. Das gilt nicht nur für die Planung, sondern auch für das Roll-out.
  • Gibt es eine Abteilung, die die Betriebsführung des Netzes übernehmen kann?
  • Kann die bestehende Kundenhotline auch Auskunft zum Ladenetz geben?
  • Wer ist zuständig für die Vermarktung: Vertrieb oder Marketing?
  • Wie sieht es mit der eigenen Vorbildfunktion aus? Zu einer effektiven Vermarktung gehört auch eine eigene E-Fahrzeug-Flotte, mit der das Unternehmen einen Showcase schafft und der ganz nebenbei noch das eigene Image pusht.
  • Wie sieht die Digitalisierungsstrategie aus? Dazu gehört beispielsweise auch, sich Gedanken über die Entwicklung einer Smartphone-App und die Online-Vermarktung zu machen.

 

Graph Mögliche Aufgabenteilung

FAZIT

Der Start in das Geschäft mit der E-Mobilität will gut geplant sein. Mit einem strategischen Handlungsleitfaden lässt sich ganz einfach der Ist-Zustand feststellen und bereits klare Pläne und Ziele für die Umsetzung festlegen.


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